Lebensdaten
1863 bis 1936
Geburtsort
Budapest
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 127924981 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pal, Jakob

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Zitierweise

Pal, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd127924981.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emanuel, Kaufm. in B.;
    M N. N.;
    O Salomon Stricker (1834–98), Prof. f. Pathol. in W. (s. ADB 54);
    1897 Sidonie Eisenschitz, geb. Munk (Ps. Siddy) (1861 oder 1864-1941), Dr. phil., Schriftst.; Verwandter d. Ehefrau Friedrich Eisenschitz (Ps. Friedrich Pal) (* 1881), Dr. iur., Schriftst., Konzipient d. niederösterr. Finanzprokuratur in W. (beide s. Brümmer).

  • Leben

    P. erhielt nach der Promotion zum Dr. med. an der Univ. Wien (1886) seine weitere Ausbildung zunächst am Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie, dann als Assistent an der I. Medizinischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses. 1891 wurde er auf Grund von 20 eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten Privatdozent für innere Medizin, 1900 tit. ao., 1908 ao., 1922 tit. o. Professor. Seit 1893 wirkte er als Primarius und Vorstand der I. Medizinischen Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus.

    P.s Arbeiten galten vor allem der Biologie der glatten Muskulatur und der Genese der arteriellen Hypertonie. In jahrelangen Studien über die Funktion der Muskulatur der Blutgefäße kam er zur Abgrenzung der Tonuskrankheiten des Herzens und der Gefäße. Auf|ihn geht die Erstbeschreibung der genuinen Hypertonie zurück, die er exakt von den durch Arteriosklerose und durch Nierenerkrankungen bedingten Formen des Hochdrucks abgrenzte. P. beschrieb anfallsweise auftretende Gefäßkrisen bei Tabs und Arteriosklerose. Gemeinsam mit Gustav Gärtner (1855–1937) untersuchte er die Strömungsgeschwindigkeit des aus den großen Bauchorganen abfließenden Venenblutes. Er führte in seiner Abteilung als erster in Wien Blutdruckmessungen durch. P. entdeckte die spasmolytische Wirkung des Papaverins, beschäftigte sich mit den Möglichkeiten der Aufhebung der Curarewirkung und untersuchte die Gefäßwirkung des Coffeins und des Hypophysenhinterlappenextraktes. Eine Färbung der markhaltigen Nervenfasern ist nach ihm benannt.|

  • Auszeichnungen

    Hofrat (1916); Österr. Verdienstorden (1934).

  • Werke

    Färbung d. markhaltigen Nervenfasern, in: Med. Jbb. 1, 1886;
    Über multiple Neuritis, in: Slg. med. Schrr., H. 2, 1891;
    Gefälikrisen, 1905 (franz. 1908);
    Paroxysmale Hochspannungsdyspnoe, 1907;
    Die Tonuskrankheiten d. Herzens u. d. Gefäße, Ihre Biologie u. Therapie, 1934.

  • Literatur

    S. v. Basch, 15 J. Blutdruckmessung, in: Wiener Med. Wschr. 46, 1896, S. 617 f.;
    ebd. 86, 1936, S. 842 f.;
    S. Bondi, in: Wiener Klin. Wschr. 49, 1936, S. 946 f. u. 1325;
    J. Beck, Kurzbiogrr. v. Ärzten d. dt. Sprachraumes, d. 1936 verstorben sind, 1980;
    Dt. Med. Wschr. 62, 1936, S. 1236;
    Ehrenbuch d. Österr. Verdienstordens 1, 1936, S. 92;
    Feierl. Inauguration d. Rektors d. Univ. Wien 1935/36, 1937, S. 37 f.;
    E. Lesky, Die Wiener Med. Schule im 19. Jh., 21978, S. 550, 555, 559;
    Fischer: Kürschner, Gel.-Kal., 1923-35;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Manfred Skopec
  • Empfohlene Zitierweise

    Skopec, Manfred, "Pal, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 7 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd127924981.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA