Lebensdaten
zwischen 1520 und 1525 bis spätestens 1579
Geburtsort
Zürich
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 124824064 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Klouser, Jakob
  • Klauser, Jakob
  • Clauser, Jakob
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Orte

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Zitierweise

Clauser, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124824064.html [24.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    1557 Esther, Schw des Glasmalers Nikolaus Bluntschli ( 1605, s. NDB II);
    S Gedion.

  • Leben

    Über die Züricher Zeit von C. ist nichts bekannt, man kann nur vermuten, daß er bei Hans Asper gelernt hat oder doch von seinen Porträts entscheidend angeregt wurde. Seine 1546 datierte Zeichnung des Petrus mit dem heiligen Papst Gregor (Basel, Kupferkabinett) läßt den Verdacht aufsteigen, daß er wie Caspar Hagenbuch in Sankt Gallen genötigt war, sich in den katholischen Orten nach Arbeit umzusehen. C. gehörte zu den zahlreichen Künstlern und Formschneidern, die durch die eben im Erscheinen begriffene deutsche Auflage von Sebastian Münsters Cosmographie nach Basel gelockt wurden. Schon 1547 wird C. in die Basler Himmelzunft aufgenommen. Für die Cosmographie (deutsche Ausgabe von H. Petri, Basel 1550) hat er die Vorzeichnungen für mindestens zehn Holzschnitte geliefert, die durch sein Monogramm, ein langes J, in das ein C eingesetzt ist, beglaubigt sind. Die Holzschnitte sind sehr verschieden. Bei Chur (S. 637), Florenz (S. 219), Belgrad (S. 999) und Jerusalem (S. 1111) bestand der Auftrag lediglich darin, die Vorbilder in das für die Cosmographie geeignete Format zu übertragen. Anders beim Hof von Chur (S. 631) und den Ansichten von Feldkirch (S. 639) und Lindau (S. 649); offenbar war C. eine Reise in die Bodenseegegend ermöglicht worden. Die Ansichten gehören zu den besten der ganzen Cosmographie und zeigen, was C. als Künstler leisten konnte, wenn man ihm freie Hand ließ.

    Auch beim Pfälzischen Stammbaum, der „tabula Palatinorum Heroldi“, der kurz nach Vollendung der Cosmographie in Angriff genommen wurde, war C. maßgebend beteiligt (erschienen 1556 bei Oporin in Basel). Der Riesenholzschnitt besteht aus 21 Blättern und mißt in der Breite 1,27m, denen eine Höhe von mehr als vier Metern entspricht. Von C. stammen die 2 X 3 ersten Blätter, die den mächtigen Stamm mit der von Karyatiden umrahmten Schrifttafel tragen. Auch auf den übrigen Blättern hat C. sein Monogramm angebracht, wobei er nicht vergaß, die Feder beizufügen zum Unterschied von den Monogrammen der Formschneider mit dem Schneidemesser, dem H. W. B. (Hieronymus Wyssenbach Basiliensis) und dem Z. S. P. (Zacharias Speckle).

    Das eigentliche Hauptgebiet von C. war die Bildnismalerei, wie das Altersporträt des Bonifacius Amerbach von 1557 beweist. Das Format ist ein bescheidenes (breit 40, hoch 51 cm), um so eindrücklicher wirkt die hohe Gestalt und das jetzt glattrasierte Gesicht mit dem geschlossenen Mund, den leicht eingefallenen Wangen und dem unheimlich scharfen Blick. Weitere Porträts von C. werden öfters erwähnt.

    Die Beziehung mit Zürich hat C. aufrechterhalten und unter anderem für die „Opera Botanica“ Conrad Gessners eine Zeichnung geliefert.

    Zu Ende seines Lebens wurde ihm endlich eine monumentale Aufgabe anvertraut. Offenbar handelte es sich darum, die 1552 von Bocksdorfer am Mülhauser Rathaus unvollendet zurückgelassenen Wandbilder fertigzustellen. Man bekommt in den Briefen von Amerbach von zwei großen Zirkeln mit Gehäusen zu hören, von Einfassungen, die mit den Bildern des Vulkan, des Orpheus, der Justitia, Prudentia und Magnitudo geschmückt waren, jedoch hat er diese Arbeit nicht mehr beenden können. Daneben war er Basilius Amerbach beim Sammeln seines Kabinetts behilflich, so bemühte er sich, das Lob der Narrheit mit den Randzeichnungen Holbeins für diesen zu erwerben, das der Mülhauser Stadtschreiber Daniel Wieland von Myconius geerbt hatte.

  • Literatur

    P. Ganz u. E. Major, Die Entstehung d. Amerbach'schen Kunst-Kab. u. d. Amerbach'schen Inventare, in: Jb. d. öff. Kunstslg. NF III, Basel 1907;
    E. Frölicher, Die Porträtkunst Hans Holbeins d. J. u. ihr Einfluß auf d. Schweizer Bildnismalerei im XVI. Jh., in: Stud. z. dt. Kunstgesch., H. 117, Straßburg 1909 (P d. Bonifacius Amerbach, Taf. XXIII);
    P. Leemann-van Elck, Der Buchschmuck in Conr. Gessners naturgesch. Werken, in: Bibl. d. Schweizer Bibliophilen, Serie II, H. 4, Bern 1925, S. 25;
    J. A. v. Bartsch, Peintre-Graveur, Wien 1803-21, IX, S. 396, 404;
    G. K. Nagler, Die Monogrammisten II, 1860, Nr. 208, 234;
    SKL;
    ThB. - Qu.: 12 Briefe (Amerbachische Briefslg., Univ.-Bibl. Basel).

  • Autor/in

    Rudolf Riggenbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Riggenbach, Rudolf, "Clauser, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 270 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124824064.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA