Lebensdaten
1689 bis 1751
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Kopenhagen
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Rechenmeister
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 137432429 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Claussberg, Christlieb von
  • Clausberg, Christlieb von
  • Claussberg, Christlieb von
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Orte

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Zitierweise

Clausberg, Christlieb von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137432429.html [20.02.2020].

CC0

  • Genealogie

    Anna Marg. v. Heimann ( 2) 1758 Joh. Frdr. Frhr. v. Bothmer, dänischer Offz.).

  • Leben

    C. wuchs in Danzig auf, studierte in Altdorf, das er, wegen eines Raufhandels relegiert, verließ (1719). Er war vor 1729 Lehrer des Hebräischen und des Rechnens in Danzig und ging in diesem Jahr als Rechenmeister nach Leipzig, 1730 nach Hamburg und Lübeck, darauf wieder nach Leipzig. 1733 wurde er als Lehrer des Kronprinzen nach Kopenhagen berufen, war dann Revisor der Privatkasse König Christians VI., 1740 Staatsrat und wurde nach dem Regierungswechsel 1746 entlassen. Mit größtem Nachdruck wandte sich C. gegen den damals üblichen, auf mechanischen Regeln aufgebauten Unterricht, an dessen Stelle er seine „Demonstrative Rechenkunst“ (Leipzig 1732, 51795) setzte, in der auch Münzwesen, Wechselrechnung und -arbitrage eingehend behandelt und das Problem der Rabattierung durch Anwendung des Zinseszinses - im Anschluß an Leibniz und gegen die forensische Praxis - auf eine exakte Grundlage gestellt wurde. Er galt als der beste Rechner seiner Zeit.

  • Werke

    s. Jöcher I, S. 1944;
    Jöcher-Adelung II, S. 355;
    Meusel II, S. 134 f.

  • Literatur

    ADB IV;
    M. Cantor, Vorlesungen üb. d. Gesch. d. Math. III, 21901, S. 514-19, 525;
    Matrikel d. Univ. Altdorf, 1912, II, S. 104;
    J. Worm, Forsøg til et Lex. over danske, norske og islandske laerde maendt I, Helsingøer 1771, S. 223 f.;
    Ersch-Gruber XVII, S. 417;
    Pogg. I;
    Dizionario biogr. universale II, Florenz 1842, S. 54;
    Nouv. Biogr. VIII, S. 364 f.;
    Schröder I.

  • Autor/in

    Kurt Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Kurt, "Clausberg, Christlieb von" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 270 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137432429.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Clausberg: Christlieb v. C., Rechenmeister, geb. 27. Dec. 1689, in Kopenhagen 7. Juni 1751. Der Geburtsort Clausberg's ist nicht bekannt. Man weiß nur, daß er von jüdischen Eltern geboren in Clausthal unter dem Namen Christlieb durch Caspar Calvör getauft worden ist, wahrscheinlich erst in reiferen Jahren, da man weiß, daß C. in Danzig außer im Rechnen auch im Rabbinischen unterrichtete. Seit 1730 trat er als Rechenmeister in Hamburg, Lübeck, Leipzig auf, wo er seine „Demonstrative Rechenkunst“ 1732 herausgab, welche in wiederholten Auflagen erschien. 1733 folgte er einem Rufe nach Kopenhagen als Lehrer des Kronprinzen und als Staatsrath und Revisor der königlichen Privatcasse. Nach dem 1746 eingetretenen Tode König Christians VI. wurde er seiner Dienste entlassen. Er starb an einem Schlagflusse. C. galt allgemein für den geschicktesten Rechner seiner Zeit, und sein oben genanntes Lehrbuch war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in weit verbreitetem Gebrauche. Von historischem Interesse ist die in diesem Werke enthaltene Polemik über die Berechnung des sogen. Interusuriums, wornach sowol die Carpzov'sche als die Hofmann'sche Methode verworfen, die Leibnitz'sche Methode dagegen, welche vom Gedanken der Zinseszinsen ausgeht, in erster Linie empfohlen wird, nächst welcher alsdann freilich die bequemere Hofmann'sche Methode komme.

    • Literatur

      Vergl. Adelung, Bd. II. S. 355 und Ersch u. Gruber, Allgemeine Encyklopädie. Bd. XVII. S. 417.

  • Autor/in

    M. Cantor.
  • Empfohlene Zitierweise

    Cantor, Moritz, "Clausberg, Christlieb von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 285 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137432429.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA