Lebensdaten
gestorben 1. Hälfte 13. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Minnesänger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 101245262 | OGND | VIAF: 44664493
Namensvarianten
  • Tiufen, Wernher von
  • Wernher von Teufen
  • Teufen, Wernher von
  • mehr

Zitierweise

Teufen, Wernher von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101245262.html [18.06.2021].

CC0

  • Leben

    Teufen: Wernher von Tiufen, schweizerischer Minnesinger der Blüthezeit. Er gehörte einem reichen und vornehmen Geschlecht an, dessen Burgen auf Züricher Gebiet liegen, und ist 1219 und 1223 zu belegen.

    T., von dem der Grundstock der Manessischen Sammlung vier Lieder und einen Spruch bringt, steht dort in der Umgebung berühmter älterer Dichter. Er gehörte offenbar mit Hesso von Rinach (s. A. D. B. XXVIII, 620) zu den Männern, die den Minnesang in die innere Schweiz einführten und zwar in Nachahmung der Manier Heinrich's von Veldeke; im Thurgau war zu der gleichen Zeit die Dichtung durch Singenberg (s. A. D. B. XXXIV, 390) schon auf Walther's Pfade geleitet worden. Nach seines Meisters Art vereinigte er romanische Reimkünste mit dem volksthümlichen, für Veldeke charakteristischen Adonius und unhöfische Minneformeln mit der höfischen Ablehnung der Winterklage. Spielmannsart bricht früh in Farbencontrasten durch ("bluomen wîz dur grüeniu rîs"). Der Spruch arbeitet die den pädagogisirenden Sängern (wie Walther und dem tugendhaften Schreiber) geläufige Gegenüberstellung von Rede und wahrer Meinung durch. Es sind Leistungen eines Mannes, der durch geschicktes Anschmiegen an gute Muster wohl geeignet war, in Zürich für den Kreis der Manesse den Boden zu ebnen und dafür ihren Dank geerntet zu haben scheint.

    • Literatur

      Text: in Bartsch's Schweizer Minnesingern, S. 59 f. — Litteratur: ebd. S. XLIII. —
      v. d. Hagen, M.-S. IV, 114. — Bächtold, Gesch. d. d. Dichtung in d. Schweiz, S. 149.

  • Autor/in

    R. M. Meyer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer, R. M., "Teufen, Wernher von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 37 (1894), S. 611 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101245262.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA