Lebensdaten
1528 bis 1588
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Buchdrucker ; Verleger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119640619 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Colinus, Maternus
  • Kolynus, Maternus
  • Cholinus, Maternus
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Zitierweise

Cholinus, Maternus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119640619.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Zweimal verh., u. a. mit Cordula Siltars;
    6 S, 2 T, u. a. Goswin ( 1606), Mitgl. der Achatiusbrüderschaft, setzte das väterliche Geschäft fort (s. ADB IV); Schwiegersohn Bernh. Walter ( nach 1636), ererbte einen Teil des Geschäftes; nach dem Tode des E Peter ( 1636 [s. ADB IV]) wurde vom Urenkel Joh. Arnold der Verlag nach Frankfurt u. Bamberg verlegt (s. ADB IV).

  • Leben

    Cholinuss Geburtsort ist wahrscheinlich Köln, wo schon im 15. Jahrhundert zwei Träger gleichen Namens im Rat der Stadt saßen. Die Verlagsgründung erfolgte 1555. Zunächst vergab Cholinus Druckaufträge an Johann Soter und Jaspar van Gennep, später unterhielt er eine eigene Druckerei im Hause zum Halsbein in der Straße Unter Fettenhennen 5, das er 1562 und 1571 je zur Hälfte erwarb. 1562-86 gehörte er dem Rat an, seit 1585 war er Mitglied der Achatiusbrüderschaft. Er scheint regelmäßig die Frankfurter Büchermessen zu Ostern und Michaelis besucht zu haben. Ihn verband eine enge Geschäftsfreundschaft mit Christoph Plantin in Antwerpen, der seine für Frankfurt bestimmten Meßbücher an Cholinus zur Weiterleitung auf dem Rhein-Main-Wasserweg zu expedieren pflegte.

    Cholinus war persönlich und durch seine Verlagstätigkeit ein Vorkämpfer der katholischen Richtung im Glaubensstreit. Er hatte enge Verbindungen zur Kölner Jesuitenniederlassung. Petrus Canisius rühmte ihn als einen zuverlässigen und dem Katholizismus ergebenen Mann und verschaffte ihm 1560 bei Ferdinand I. kaiserliche Privilegien auf zehn Jahre zum Schutze seiner Verlagserzeugnisse gegen Nachdruck. Cholinus stand auch in engen Verbindungen zum Kardinal Hosius, Bischof von Ermland, dessen Werke er 1584 in einer letzten vollständigen Gesamtausgabe herausbrachte. Er hat mehr als 250 Bücher verlegt und gehört damit zu den bedeutendsten Kölner Verlegern und Druckern des 16. Jahrhunderts. Seine Produktion umfaßt Väterausgaben, kanonistische und exegetische Werke, Predigtschriften und liturgische Bücher, Streitschriften gegen die reformatorische Bewegung, Katechismen, darunter die Erstausgabe des Kleinen Katechismus des Petrus Canisius, und Werke der jungen katholischen Geschichtswissenschaft.

  • Literatur

    ADB IV;
    H. Schrörs, Der Kölner Buchdrucker M. Ch., in: Ann. d. Hist. Ver. f. d. Niederrhein 85, 1908, S. 147-65;
    Benzing, Buchdrucker (L, auch f. Bernh. Walter)

  • Autor/in

    Rudolf Juchhoff
  • Empfohlene Zitierweise

    Juchhoff, Rudolf, "Cholinus, Maternus" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 213 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119640619.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cholinus: Maternus Ch., Buchdrucker in Köln, geb. 1525, 14. Oct. 1588. Er wohnte im Hause zum goldenen Halsbande unter Fettenhennen, jetzt Nr. 5. Wahrscheinlich stammt er aus der Züricher Buchdruckerfamilie Cholin. Aus seinem Verlag gingen vom Jahre 1555 bis zu seinem Tode über 250 verschiedene Drucke hervor. Nur wenige Bücher ließ er auf fremden Pressen drucken, die meisten gingen aus seiner Officin hervor. Vom Jahre 1566 ab war er Mitglied des Rathes und wurde 1569, 1572, 1578, 1581 und 1584 von der Gürtlerzunft wieder gewählt. Mit seiner Frau Cordula Siltars hatte er neun Kinder, von denen Goswin das Geschäft fortsetzte. Nach Goswins Tode ging die Druckerei 1606 auf dessen Sohn Peter über. Dieser wurde zum kurfürstlichen Hofbuchdrucker ernannt. Nach Peters Tode 1636 fing das Geschäft an zurückzugehen, bis dasselbe von Peters Sohne Johann Arnold nach Frankfurt und von da nach Bamberg verlegt wurde. Der letzte in Köln erschienene Druck der Cholin'schen Officin ist vom Jahre 1664. Maternus' Druckerzeichen war eine sich in den Schwanz beißende mit Eichen- und Lorbeerzweigen umwundene Schlange; das Ganze bildet einen Kranz, der von einer aus den Wolken kommenden Hand gehalten wird; innerhalb des Kranzes liest man die Worte: Benedicis coronae aureae benignitatis tuae (Psal. 64).

    • Literatur

      v. Bullingen, Kölner Buchdrucker (Hdsch.). — Weinsberg, Gedenkbuch.

  • Autor/in

    Ennen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ennen, Leonhard, "Cholinus, Maternus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 136 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119640619.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA