Lebensdaten
um 1440 bis 1513
Geburtsort
Amorbach
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Drucker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123073189 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meister Hanns von Emmerpach der Trugker
  • Johannes de Amerbach
  • Welcker, Johannes
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Zitierweise

Amerbach, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123073189.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V höchstwahrscheinlich Peter Welcker, Bürgermeister in Amorbach;
    21.9.1483 Barbara, verwitwete T des Ratsherrn Leonhard Ortenberg in Basel: S Bruno Amerbach (1485–1519), Drucker, Basilius Amerbach (1489–1535), Drucker und Sekretär, Bonifacius Amerbach (s. 2); 1 T; E Basilius Amerbach (s. 1).

  • Leben

    Da A. in Paris studiert hat und zum Magister Artium promoviert wurde, ist er höchstwahrscheinlich identisch mit dem Johannes Welker, diocesae Herbipolensis, der in Paris 1461 Baccalaureus Artium und 1462 Magister wurde. Er schloß sich dort Johann Heynlin de Lapide und den Druckern der Sorbonne an; später sah er Rom und arbeitete als Drucker in Vendig. Seit 1478 druckte er als Johannes de A. in Basel; 1481 wurde er zunftgenössig; 1482 erwarb er das Haus zum Kaiserstuhl in Kleinbasel: am 5.5.1484 kaufte er das Bürgerrecht (Meister Hanns von Emmerpach der Trugker). Für 1495 ist in der Amorbacher Stadtrechnung ein zweimaliger Besuch Meister Hans Welckers von Basel bezeugt. Etwa seit 1500 druckte A. in Gemeinschaft mit seinen fränkischen Landsleuten Johannes Petri und Johannes Froben. Seine Produktion, in deren Dienst er namhafte Gelehrte zu stellen wußte, richtete sich vorwiegend auf das Große: In mächtigen Folianten erschienen bei ihm u. a. Ambrosius, Augustin, die Bibel mit Glossen und Postillen (z. T. im Auftrag Antonius Kobergers), das Corpus juris canonici; die Ausgabe des Hieronymus war bei seinem Tode schon so weit vorbereitet, daß Froben, unterstützt von Erasmus, das Werk 1516 herausbringen konnte.

  • Literatur

    ADB I; ferner Nachweise in:
    Die A.-Korrespondenz, hrsg. v. A. Hartmann I (1481–1513), 1942, S. XXIII;
    J. Heimberger, Amorbacher Persönlichkeiten, 1929, S. 5.

  • Portraits

    vielleicht Kunstmus. Basel, Inv.-Nr. 671 v. unbek. Meister (vgl. O. Fischer in: Ztschr. f. Schweizer. Archäol. u. Kunstgesch., Bd. 7, 1945).

  • Autor/in

    Alfred Hartmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hartmann, Alfred, "Amerbach, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 247-248 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123073189.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Amerbach: Johann A., (Magister Johannes. Hans v. Amorbach, Emmerpach, Emrebach), Baseler Buchdrucker, geb. 1444 (nicht 1434) zu Reutlingen und laut der von seinem Sohn verfaßten Grabschrift 1. Jan. 1514, arbeitete nachdem er in Paris unter Johannes a Lapide studirt hatte, in Anton Koburgers Officin in Nürnberg und gründete dann zwischen 1475 und 1480 eine Druckerei in Basel, die ihm unter den Gelehrten in Deutschland bald einen berühmten Namen machte. „Am mitwuchen post inventionem crucis“ (5. Mai) 1484 erhielt er das Bürgerrecht in Basel. Durch eigene Gelehrsamkeit befähigt und von Reuchlin, Wimpheling, Leontorius, Pellican, Conon u. A. unterstützt, hat er sich namentlich durch seine trefflichen Ausgaben des Augustin, Hieronymus und andrer Kirchenväter neben zahlreichen sonstigen Drucken ein großes Verdienst erworben. Für manche Arbeiten verband er sich mit Froben, z. B. für die erst 1516—1526 unter seinen Söhnen in 9 Bänden Fol. erschienene Ausgabe des Hieronymus. Er war einer der ersten, welcher die lateinische Type an Stelle der gothischen verwandte und seine beim Augustin gebrauchte Type ist lange Zeit mustergültig geblieben. — Verheirathet mit Barbara Ortenberg, geb. 1453, 1513, hatte er außer 2 Töchtern 3 Söhne: Bruno, geb. 1485, 12. Oct. 1519, der, nachdem er zu Paris Theologie studirt, im väterlichen Hause den Wissenschaften lebte; Basilius, Magister und Buchdrucker zu Basel, geb. 1488, 1535 und Bonifacius, geb. 1495 (s. d.)

    • Literatur

      Fechter in den Beiträgen z. Baseler Gesch. Bd. 2. (1843) 169 f. und ders. im Baseler Taschenb. v. 1863 S. 255 f. Stockmeyer und Reber, Baseler Buchdruckergesch. S. 30. Didot, essai sur la typographie: Maintaire, annales typogr. Bd. I. 140.

    • Korrektur

      Korrektur: Die Angabe, daß Joh. Amerbach zu Reutlingen geboren sei, ist falsch. Sie geht auf eine unrichtige Correctur zurück, welche Jean de la Caille in seiner Histoire de l'Imprimerie etc., 1689, an der freilich falschen Mittheilung J. Saubert's (Historia bibliothecae reipublicae Noribergensis, 1643, p. 117) vornahm, wonach ein Joh. de Auerbach 1469 in Reutlingen gedruckt hätte. Vgl. des Unterzeichneten Aufsatz: Ist Joh. Amerbach ... von Reutlingen gewesen? im Centralblatt für Bibliothekswesen III, 1886, S. 345 fgg. Steiff.

  • Autor/in

    Mühlbrecht.,
  • Empfohlene Zitierweise

    Mühlbrecht, Otto, "Amerbach, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 398 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123073189.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA