Lebensdaten
1788 bis 1860
Geburtsort
Naumburg
Sterbeort
Kösen bei Naumburg
Beruf/Funktion
Arzt ; Homöopath
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 115644768 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Philalethes (Pseudonym)
  • Stapf, Johann Ernst
  • Philalethes (Pseudonym)
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Zitierweise

Stapf, Johann Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115644768.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gottfried (Gothofredus), Prediger, erster Pfarrer an Maria Magdalena in N.;
    M N. N. Gernhard; Verwandte (?) Johann Gottlieb, Amtsaktuar in N., Johann Ernst, Kaufm. in N. (beide s. Ch. F. Möller, Verz. d. in d. beiden Städten Zeitz u. Naumburg gebohrnen Künstler, Gelehrten u. Schriftst., 1805), August Gotthilf Gernhard (1771–1845, Conrector in Naumburg, seit 1811 in Freiberg (Sachsen), 1820 Dir. d. Gymn. in Weimar (s. ADB IX).

  • Leben

    |Nach Schulbesuch in Pforta studierte S. seit 1806 in Leipzig Medizin und wurde dort 1810 promoviert (De antagonismo organico meletemata). Er ließ sich kurzzeitig in Zeitz nieder und praktizierte seit 1811 in Naumburg. Nach Lektüre des „Organon der rationellen Heilkunde“ (1810) wandte sich S. der Homöopathie zu und knüpfte bald enge Verbindungen zu deren Begründer Samuel Hahnemann (1755–1843). 1812 wurde S. Mitglied einer Gruppe, die homöopathische Arzneimittel prüfte, und veröffentlichte v. a. während der 1820er Jahre die Ergebnisse weiterer eigener Arzneimittelprüfungen, z. B. von Kaffee, Sturmhut, Herbstzeitlose, Fliegenpilz und Schwefelsäure. Er publizierte außerdem zu Fragen der Säuglingspflege und Diätetik. S. war Mitgründer und 1822–48 Hauptherausgeber der Zeitschrift „Archiv für die homöopathische Heilkunst“, des wichtigsten Publikationsorgans in der Frühzeit der Homöopathie. Er gab 1829 auch Hahnemanns „Kleine medizinische Schriften“ heraus, wurde 1832 Präsident des „Homöopathischen Zentralvereins“ und blieb bis in die 1850er Jahre eine Schlüsselfigur der Homöopathie. S. behandelte in Altenstein (Thüringen) und 1835 auch in England die Gemahlin des brit. Kg. Wilhelm IV., Adelheid von Sachsen-Meiningen (1792–1849). 1841–56 aktualisierte er den von Konstantin Hering (1800–80) 1837 erstmals publizierten Patientenratgeber „Homöopathischer Hausarzt“ für die homöopathische Selbstbehandlung. Durch seine ärztliche Tätigkeit, die vielen Arzneimittelprüfungen und v. a. seine Tätigkeit als Herausgeber sorgte S. maßgeblich für die frühe Verbreitung der Homöopathie. Seine Buchpublikationen beziehen sich auf die Diätetik, ein eher konventionelles Feld.

  • Auszeichnungen

    A sachsen-meining. Med.rat (1831).

  • Werke

    Über d. vorzüglichsten Fehler im Verhalten d. Schwangern, Wöchnerinnen u. Säugenden, 1818;
    Anweisung zu e. naturgemäßen Lebensordnung sowohl f. Kranke ( . . . ) als f. Gesunde, 1824;
    Btrr. z. reinen Arzneimittellehre, 1836;
    Hg.:
    Kleine med. Schrr. Hahnemanns, 2 Bde., 1829, Nachdr. 1971.

  • Literatur

    ADB 35;
    G. Puhlmann, in: Leipziger Populäre Zs. f. Homöopathie 27, H. 3/4, 1896, S. 27 f. (P);
    R. Haehl, Samuel Hahnemann, Sein Leben u. Schaffen, Bd. 1, 1922, S. 421–25;
    BLÄ;
    Lex. Homöopathen;
    Qu
    Archiv d. Inst. f. Gesch. d. Med. d. Robert Bosch Stiftung, Stuttgart (Korr. mit Hahnemann).

  • Autor/in

    Martin Dinges
  • Empfohlene Zitierweise

    Dinges, Martin, "Stapf, Johann Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 58-59 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115644768.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Stapf: Johann Ernst St., Arzt und hervorragender Vertreter der sogenannten homöopathischen Heilmethode, geboren zu Naumburg am 9. September 1788, 1860, besuchte seit 1800 die Schulpforta, studirte seit 1806 in Leipzig, erlangte daselbst mit der Inaugural-Dissertation „De antagonismo organico meletemata“ die Doctorwinde, ließ sich 1811 in Naumburg nieder, wandte sich als einer der ersten promovirten Aerzte der bekanntlich von Samuel Hahnemann begründeten Homöopathie zu, versuchte 1820 die homöopathische Behandlung der ägyptischen Augenentzündung, gab seit 1822 im Verein mit einigen anderen Berufsgenossen und Anhängern der genannten Methode das „Archiv für homöopathische Heilkunst“ heraus, das bis 1848 erschien, behandelte 1830 den Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen, wofür er von diesem 1831 den Titel eines Medicinalraths erhielt, und 1834 zu Altenstein die damals regierende Königin von England, deren Heilung er 1835 in England vollendete, und schrieb außer zahlreichen Aufsätzen für sein Archiv und andere der homöopathischen Propaganda gewidmeten Zeitschriften noch ein Schriftchen „Ueber die vorzüglichsten Fehler in|Behandlung der Schwangeren, Wöchnerinnen und Säugenden, sowie in Behandlung der Kinder im ersten Lebensjahre“ etc. (Berlin 1818).

    • Literatur

      Vgl. Callisen's med. Schriftstellerlexicon XVIII, 305 und XXXII, 413.

  • Autor/in

    Pagel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagel, Julius Leopold, "Stapf, Johann Ernst" in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 449-450 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115644768.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA