• Leben

    C. wirkte vor allem in Frankreich, besonders Lyon. In zwei polemischen Abhandlungen gegen Luther (1523) bekämpfte er als erster in Frankreich den Reformator. 1524 veröffentlichte er die „Colloquia“ des Erasmus von Rotterdam in einer von ihm zum Teil gehässig überarbeiteten Fassung, was ihm die Gegnerschaft des großen Humanisten eintrug. Er mußte seinen Orden verlassen und trat am 2.11.1525 bei den Regularklerikern in Saint Amable zu Riom ein. Mit ziemlicher Sicherheit ist C. als Verfasser der 1538 zu Ehren Franz' I. geschriebenen „Oratio laudatoria pro Francisco Valesio rege Francorum“ anzusehen.

  • Werke

    u. a. Heptacolon in summam scripturam sacrilegae Martini Lutheri in Apologia eius contentam, Paris 1523;
    Apologia in Martinum Lutherum, haereseos acephalorum ac sacrilegorum antesignanum, ebenda 1523.

  • Literatur

    ADB III;
    J. Quétif-J. Echard, Scriptores Ordinis Praedicatorum II, Paris 1721, S. 52ff.;
    A. Roersch, Un Contrefacteur d'Erasme: L. C., in: Gedenkschr. z. 400. Todestage d. Erasmus v. R., 1936, S. 113 ff.;
    M.-H. Laurent, Autour de la controverse luthérienne en France: L. C., In: Revue d'hist. ecclésiastique 35, Löwen 1939, S. 283 ff.: Dict. Hist. Géogr. XI, 1949, Sp. 649.

  • Autor/in

    Gundolf Gieraths OP
  • Empfohlene Zitierweise

    Gieraths OP, Paul-Gundolf, "Campester, Lambert" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 112 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12485026X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Campester: Lambert C., ein deutscher Dominicanermönch, dessen Name in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts mehrfach erwähnt wird, lebte, nachdem er sein Vaterland verlassen, in Frankreich, besonders zu Lyon. Er beschäftigte sich mit der Ueberarbeitung, Verbesserung und Erklärung von Schriften ehemaliger Dominicaner, unter ihnen mehrerer des Thomas v. Aquino, wie die „Summa theologica“, die „Catena aurea“, die „Enarrationes in Job“, die „Problemata“, welche er wol sämmtlich 1520 zu Lyon herausgab. Er scheint identisch zu sein mit demjenigen Lambertus C., über den Erasmus 1525 und 1526 in seinen Briefen an Johannes Selva, ersten Präsidenten des Pariser Senates, und an Andere klagt, daß er seine „Colloquia“ mit Correcturen und Interpolationen im Sinne der katholischen Kirche, ja sogar mit einer Vorrede unter des Erasmus Namen in Paris bei Petrus Gromors herausgegeben habe. Höchst ärgerlich darüber nennt ihn Erasmus einen Windbeutel und beschuldigt ihn, er habe seinen Beschützer um 300 Goldkronen bestohlen und sei lustig zechend unter seinen scorta ergriffen worden. — Ob auch von Lambert C. das unter diesem Namen zu Paris 1523 bei Simon Coliné (Colinaeus) erschienene „Heptacolon in Summam scripturae sacrilegae Martini Lutheri in apologia ejus contentam“ verfaßt sei, läßt sich nicht bestimmen. — Uebrigens ist er nicht zu verwechseln mit Laurentius Campester aus Brabant und mit L. (? ) Campester, dem Verfasser der „Oratio laudatoria pro Francisco Valesio rege Francorum christianissimo pacis et belli artium peritissimo“, die seine Zeitgenossen waren.

    • Literatur

      Echard, Scriptores ordinis Praedicatorum recensiti etc. Paris. 1719 u. 1721. Tom. II. p. 52 ss.

  • Autor/in

    Brecher.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brecher, Adolf, "Campester, Lambert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 739 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12485026X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA