Lebensdaten
1868 bis 1927
Geburtsort
Esslingen am Neckar
Sterbeort
Berlin-Charlottenburg (Selbstmord)
Beruf/Funktion
sozialistischer Wirtschaftspolitiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 121647722 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Calwer, Richard
  • Calwer, R.

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Calwer, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121647722.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Herm., Lokomotivführer;
    M Fanny Lang;
    ⚭ Gertrud Gnadenfeld ( 1927).

  • Leben

    C. war ein Pionier auf dem Gebiet der Wirtschaftskunde und gehörte um die Jahrhundertwende zu den namhaftesten Vertretern des Reformismus in der deutschen Sozialdemokratie. Nachdem er an den Universitäten Tübingen, München und Berlin zunächst Theologie, dann Nationalökonomie studiert hatte, trat er 1891 in die Redaktion des Arbeiterblattes „Braunschweiger Volksfreund“ ein. 1895 ließ er sich als freier Schriftsteller in Berlin nieder und wurde 1898 im Wahlkreis Braunschweig-Holzminden in den Reichtag gewählt. 1903 und 1907 kandidierte er erneut, unterlag aber in der Stichwahl. Da er seine reformistischen Ansichten, die er unabhängig von Ed. Bernstein entwickelt hatte, in freimütiger Weise außerhalb der Parteiorganisation vertrat, geriet er in Konflikt mit der Parteileitung, dem er sich 1909 durch seinen Austritt aus der SPD entzog. Dessen ungeachtet blieb er mit der Arbeiterbewegung weiterhin eng verbunden. 1908-13 leitete er die wirtschaftliche Rundschau der Korrespondenzblätter der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und wirkte nach 1918 als Lehrer an den gewerkschaftlichen Unterrichtskursen in Berlin.

    Nach seiner wirtschaftspolitischen Lehre sollte der Schwerpunkt der Arbeiterpolitik bei den Gewerkschaften und Genossenschaften liegen, für deren Zentralisierung sich C. einsetzte. Die Vergesellschaftung des Privateigentums hielt er nicht für das Allheilmittel, vielmehr sah er im Sozialismus in erster Linie eine Frage der Produktivität und der Verteilung, womit er moderne Stufen sozialistischen Denkens vorweggenommen hat.

  • Werke

    Das Kommunist. Manifest u. d. heutige Soz.demokratie, 1894;
    Einführung in d. Sozialismus, 1896;
    Arbeiterkatechismus, 1896;
    Die Kirche im Dienst d. Unternehmertums, 1899;
    Arbeitsmarkt u. Arbeitsnachweis, 1899;
    Arbeitsmarkt u. Handelsvertretung, 1901;
    Die Berufsgefahren d. Steinarbeiter, 1901;
    Die Meistbegünstigung d. Vereinigten Staaten v. Nordamerika, 1902;
    Das Kost- u. Logiswesen im Handwerk, 1908;
    Wschft.-lehre u. Wschft.pol., 1913;
    Das soz.demokr. Progr., 1914;
    Produktionspol., 1918.

  • Literatur

    A. Winnig, R. C., in: Münchner Neueste Nachrr. v. 16.6.1927;
    A. Lansburgh, Fall R. C., in: Die Bank, 2. Halbbd., 1927, S. 414-16.

  • Autor/in

    Paul Mayer
  • Empfohlene Zitierweise

    Mayer, Paul, "Calwer, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 102 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121647722.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA