Lebensdaten
1809 bis 1869
Geburtsort
Hildesheim
Sterbeort
Clausthal
Beruf/Funktion
Geologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119490455 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Römer, Friedrich Adolph
  • Roemer, Friedrich Adolf
  • Römer, Friedrich Adolph
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Roemer, Friedrich Adolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119490455.html [09.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Friedrich (1776–1821), aus Halherstadt, Tribunalrichter, JR in H., S d. Johann Christian (1743–1841), Kaufm., u. d. Sophie Henriette Meyer ( 1815);
    M Charlotte Wilhelmine (1786–1843), T d. Christoph Friedrich Lüntzel (1749–1826), Kaufm., Bgm. v. H., u. d. Dorothea Caroline Koken (1765–1833);
    Om Carl Christoph Lüntzel (1779–1854), Stadtsyndikus, 1843-48 Bgm. v. H., Hermann Lüntzel (1799–1850), JR, Hist., Sammler, Abg. d. Frankfurter NV 1848/49 (s. Biogr. Hdb. Frankfurter NV);
    7 Geschw, u. a. Hermann (s. 2), Ferdinand (s. 3); – ledig.

  • Leben

    R. lernte schon während seiner Gymnasialzeit in Hildesheim auf Wanderungen mit seinen Lehrern und seinen Brüdern Hermann und Ferdinand Gesteine und Versteinerungen kennen. Seit 1826 studierte er Jurisprudenz in Göttingen und Berlin (1831 Dr. phil.) und wurde anschließend Amtsassessor in Hildesheim, wo er dem hann. Kg. Ernst August den Huldigungseid verweigerte. Seit 1840 war R. Amtsleiter im Amt Bovenden bei Göttingen. Als Autodidakt untersuchte er die geolog. Verhältnisse um Hildesheim, speziell des Jura. 1835-38 erschien das umfangreiche Werk „Die Versteinerungen des norddt. Oolith-Gebirges“ mit selbstgezeichneten Fossil-Tafeln. In seiner Arbeit über „Die Versteinerungen des norddt. Kreidegebirges“ (1841) zog er einen Vergleich mit engl. Schichten; sein Bruder Ferdinand konnto bei seinen späteren Kartierungsarbeiten seit 1841 darauf aufbauen. Angeregt durch die Arbeiten von Roderick Murchison (1792–1871) und Adam Sedgwick (1785–1873) in England, begann R. mit umfangreichen Untersuchungen an den geschieferten und tektonisch kompliziert gelagerten paläozoischen Sedimenten des Harzes und beschrieb deren Fossilinhalt (Die Versteinerungen d. Harzgebirges, 1843; Btrr. z. geolog. Kenntniß d. nordwestl. Harzgebirges, 5 Lieferungen zu d. „Palaeontographica“, 1850-66). Die Arbeiten R.s waren für die Regionalgeologie Nordwestdeutschlands und des Harzes von grundlegender Bedeutung.

    1844 wurde R. zum Bergamtsassessor am Oberbergamt Clausthal, 1851 zum Bergrat und zum Leiter der Bergschule Clausthal ernannt. Er legte für die Bergschule eine umfangreiche Mineraliensammlung an und stellte eine große Privatkollektion von Mineralien und Fossilien zusammen, die er später seiner Heimatstadt Hildesheim schenkte. Hier gründete er auch eine Stiftung zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 1862 wurde die Bergschule zur Bergakademie erhoben und R. zu deren Direktor bestellt. Aus gesundheitlichen Gründen legte er sein Amt 1867 nieder.

  • Werke

    Weiteres W Synopsis d. Mineral, u. Geol., 1853 (3. Abt. d. Synopsis d. drei Naturreiche, hg. v. J. Leunis).

  • Literatur

    ADB 29;
    H. v. Dechen, in: Verhh. d. Naturhist. Ver. d. Preuß. Rheinlande 27, 1870, S. 23-35;
    Ferdinand Roemer, in: Zs. d. Dt. geolog. Ges. 22, 1870, S. 96-102;
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937, S. 123 f.;
    E. Böckh, H. J. Martini u. A. Pilger, in: Geolog. Jb. d. Bundesanstalt f. Geol. 76, 1959, S. XXI-XXVIII (W-Verz., P);
    Ges. Welten, Das Erbe d. Brüder R. u. d. Mus.kultur in Hildesheim (1844–1994), hg. v. R. W. Keck, 1998, bes. S. 104-51 (P);
    Pogg. VII a Suppl.;
    DSB XI.

  • Portraits

    Abb. in: Das akad. Dtld. I, 1930, S. 611.

  • Autor/in

    Peter Krüger
  • Empfohlene Zitierweise

    Krüger, Peter, "Roemer, Friedrich Adolf" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 722 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119490455.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Roemer: Friedrich Adolph R., Vorstand der Bergschule in Clausthal, verdienstvoller Geologe, war am 14. April 1809 in Hildesheim geboren und widmete sich nach dem Besuch des Gymnasiums seiner Vaterstadt auf den Universitäten Göttingen und Berlin dem Studium der Jurisprudenz, beschäftigte sich aber auch aus Liebhaberei eifrig mit Botanik, in der er es zu nicht gewöhnlichen Kenntnissen brachte. Nach bestandenem juristischem Examen erhielt er eine Anstellung als Justizbeamter zuerst in Hildesheim, dann am Amte Bovenden bei Göttingen 1840. Erst seit seiner Anstellung in Hildesheim regte sich in ihm der Drang, auch das Steinreich näher kennen zu lernen und bald stellte er sich, obwol ganz Autodidact auf diesem Gebiete, die für ihn schwierige Aufgabe, die geologischen Verhältnisse der Umgebung seiner Vaterstadt genauer zu erforschen und namentlich den norddeutschen Jura gründlich zu untersuchen. Sein beharrlicher Eifer und ein angeborener Scharfblick förderten seine Studien so erfolgreich, daß er bereits 1836 das umfangreiche Werk.: „Die Versteinerungen des norddeutschen Oolith-Gebirges“ mit zahlreichen Tafeln von ihm selbst gezeichneter Abbildungen herausgeben konnte. Damit legte R. den Grund für die Kenntniß der Jurabildungen des N. W. Deutschlands, auf welchen alle späteren Forschungen sich stützen. Besonders wichtig war die Ausscheidung eines bis dahin unbekannten Schichtengliedes, des sog. Hilsthons, über dem Portlandtalk, dessen richtige Zuweisung zur cretacischen Reihe freilich erst später ermittelt wurde. Ein drei Jahre später erschienener Nachtrag gibt Kenntniß von einem neuen Schichtengliede zwischen Portland und Wälderthon, dem sog. Serpulit, den R. mit dem englischen Purbeckkalk in Parallele stellte. Schon nach wenigen Jahren (1841) erschien dann ein weiteres Werk: „Die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges“ mit 16 Tafeln, welches seinem wissenschaftlichen Werthe nach mindestens dem ersteren nicht nachsteht und bei der bis dahin herrschenden Unkenntniß und Verwirrung in Bezug auf diese Kreidebildungen über deren Verhältnisse befriedigende Aufklärung gab. R. wies darin den verschiedenen Schichten im Vergleiche zu England ihre richtige Stellung an und legte damit auch in dieser Richtung den Grund zu weiterer Erforschung der norddeutschen Kreideablagerungen. Die dritte Hauptleistung auf geologischem Gebiet umfaßt die zahlreichen Arbeiten Römer's, welche sich auf die Untersuchung des Harzes beziehen. Angeregt durch die damals neuen und glänzenden Forschungen Murchison's und Sedgwick's im sog. Uebergangsgebirge Englands, machte sich R. nunmehr an die Untersuchung der bei de: außergewöhnlichen Armuth an Versteinerungen, der gestörten und verwickelten Lagerung ungemein schwierig zu entwirrenden geologischen Verhältnisse der Harzer Uebergangsgebirgsschichten, in denen er auch nach und nach gegen 500 Arten von organischen Ueberresten entdeckte. Dadurch wurde es ihm möglich, trotz einiger irrthümlicher Annahmen eine gewisse Klarheit in die Erkenntniß des Gebirgsbaues auch dieses Gebiets zu bringen und für spätere Forschungen das Fundament zu legen. Die diesbezüglichen Publicationen begannen 1843 mit der Schrift „Die Versteinerungen des Harzgebirges“, der noch vielfache Fehlgriffe anhaften, welche aber durch ein zweites Werk: „Beiträge zur geologischen Kenntniß des NW. Harzgebirges“, in fünf Abtheilungen von 1850—66 in der Palaeontographica von Dunker und H. v. Meyer erschienen, nach und nach berichtigt worden sind. Außer diesen Hauptarbeiten Römer's auf geologischem Gebiete liegt noch eine Reihe anderer Publicationen desselben vor, insbesondere eine durch knappe und übersichtliche Behandlung des Stoffs sich auszeichnende „Synopsis der Mineralogie und Geognosie“ als dritte Abtheilung der von Leunis herausgegebenen Synopsis der drei Naturreiche, 1853 und kleinere Aufsätze in Leonhard's und Bronn's N. Jahrbuch. Inzwischen war R. (1844) zum Bergamtsassessor und seit 1851 zum Vorstand der Bergschule in Clausthal ernannt morden, an welcher Anstalt er eine 24jährige erfolgreiche Thätigkeit entfaltete und wesentlich zur Blüthe derselben beitrug. Er stellte eine sehr werthvolle Mineraliensammlung an der Bergschule|her und legte selbst privatim eine umfangreiche Sammlung an Mineralien und Versteinerungen an, welche er später seiner Vaterstadt zum Geschenk machte. Auch gründete er hier eine reiche Stiftung zur Verbreitung Naturwissenschaftlicher Kenntnisse. In den letzten Jahren seines Lebens war seine Wissenschaftliche Thätigkeit durch wiederholte Gichtanfälle gestört, denen er am 25. November 1869 in Clausthal erlag.

    • Literatur

      Nekrolog in der Zeitschr. d. d. geol. Gesellsch. 1870. 96.

  • Autor/in

    v. Gümbel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Gümbel, Wilhelm von, "Roemer, Friedrich Adolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 29 (1889), S. 120-122 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119490455.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA