Lebensdaten
1816 bis 1894
Geburtsort
Hildesheim
Sterbeort
Hildesheim
Beruf/Funktion
Geologe ; Museumsgründer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11917670X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Roemer, Hermann
  • Roemer, Georg Carl Hermann
  • Roemer, Georg Karl Hermann

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Zitierweise

Roemer, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11917670X.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Friedrich Adolf (s. 1), Ferdinand (s. 3); – ledig.

  • Leben

    Die naturwissenschaftlichen Interessen des durch eine liberale, kulturell offene Familie geprägten R. wurden auf dem Gymnasium Andreanum in Hildesheim weiter gefördert. In Göttingen und Heidelberg studierte er 1836-39 Jura, daneben – seiner Neigung folgend – Geologie und Paläontologie. Das Erlebnis der Verfassungskrise 1837 beeinflußte seine in der Folge antiwelfische politische Haltung, die einen liberalen Verfassungsstaat mit konstitutioneller Monarchie unter preuß. Führung befürwortete. Seit 1840 am Stadtgericht in Hildesheim, wurde R. 1852 zum rechtskundigen Senator gewählt und diente seiner Heimatstadt bis 1882 in dieser Funktion. 1867-90 für die Nationalliberale Partei im Reichstag, setzte er sich (u. a. in d. Komm. f. d. RTbau) für kulturelle Belange ein.

    Als für das Bauressort verantwortlicher Kommunalpolitiker entwickelte er Richtlinien für eine institutionalisierte Denkmalpflege, setzte sich erfolgreich für den Erhalt und Wiederaufbau bedeutender Baudenkmäler (z. B. St. Michael) ein und weckte das Bewußtsein für den ästhetischen Wert der Hildesheimer Holzarchitektur. Geschickt nutzte er sein juristisches und historisches Wissen, seine überzeugende Öffentlichkeitsarbeit und gute Kontakte zu Fachleuten wie dem Hannoveraner Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818–1902). Als Geologe publizierte er die erste „Geognostische Karte vom Kgr. Hannover“ (1852-59) und erstellte 1850-87 zahlreiche geologische und bodenkundliche Gutachten für Behörden und Wirtschaftsunternehmen.

    Bleibendes Verdienst kommt R. v. a. als Mitbegründer des Hildesheimer Museums (heute Roemer- u. Pelizaeus-Mus.) zu. Mit vier weiteren Bürgern, u. a. Hermann Adolf Lüntzel (1799–1850), rief er 1844 den „Verein für Kunde der Natur und Kunst im Fürstenthume Hildesheim und in der Stadt Goslar“ ins Leben mit dem Zweck, zur Förderung und Vermittlung naturwissenschaftlicher, historischer und ästhetischer Kenntnisse ein Museum zu schaffen. Unter R.s Leitung entstand 1850-94 ein Universalmuseum, dessen Bestände aus Naturkunde, Völkerkunde, Archäologie und Kunst ein nach damaligem Verständnis umfassendes „Bild der Welt“ vermittelten; das Museum war dem Bildungsideal Humboldts ebenso verpflichtet wie dem Volksbildungsgedanken. R.s Beispiel regte viele Bürger zu mäzenatischem Sammeln und Stiften an, darunter auch Wilhelm Pelizaeus (1851–1930), der R.s Werk durch die Schenkung einer Altägypten-Sammlung 1907 vollendete. R. kann als die prägende Persönlichkeit für die kulturpolitische und kulturelle Entwicklung Hildesheims im 19. Jh. bezeichnet werden.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. Stadt Hildesheim (1882); Dr. phil. h. c. (Göttingen 1882).

  • Werke

    Die Michaeliskirche in Hildesheim u. d. Liebfrauenkirche in Halberstadt, in: Hann. Magazin v. 23.10.1847;
    Prähist. Kunde im Hildesheimischen, o. J.;
    Geognost. Karte d. Kgr. Hannover, Sektion 47/49/55/60/63;
    Eine Besteigung der Cima de Jazi, [1863];
    Geognost. Karte d. Stadt Hildesheim u. deren nächster Umgebung, Maßstab 1:25000, 1868 (als Ms. vervielfältigt);
    Das städt. Mus. in Hildesheim, in: Nordwest 1, 1878, S. 10-14;
    Die Kunstdenkmäler Hildesheims, Vortrag, in: Hans. Gesch.bll., Jg. 1880/81, S. 25-36;
    Die geol. Verhältnisse d. Stadt Hildesheim, hg. v. d. Kgl. Preuß. geol. Landesanstalt, 1883;
    Der Gypsfußboden im Dome zu Hildesheim, 1886;
    Der tausendj. Rosenstock am Dome zu Hildesheim in seiner botan. Bedeutung u. in seiner Beziehung z. Sage, 1892.

  • Literatur

    R. Zoder, in: Niedersächs. Lb. III, 1957, S. 201-26 (P);
    H. R.s Reise in d. Land der Pharaonen, hg. v. R. Zoder, Zs. d. Mus. zu Hildesheim NF 22, 1970;
    H. R., Geologe, hg. v. M. Boetzkes, 1991 (P);
    Ges. Welten, Das Erbe d. Brüder R. u. d. Mus.kultur in Hildesheim (1844–1994), hg. v. R. W. Keck, 1998 (P). – Eigene Archivstudien: StadtA Hildesheim (Nachlaß;
    hierzu Findbuch z. Bestand 345 d. StadtA Hildesheim, bearb. v. Th. Gießmann, 1994, P);
    Roemer- u. Pelizaeus-Mus.

  • Portraits

    Denkmal mit Bronzebüste v. F. Hartzer, 1895 (Hildesheim, vor d. Roemer- u. Pelizaeus-Mus.)

  • Autor/in

    Bettina Schmitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitz, Bettina, "Roemer, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 722-723 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11917670X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA