Lebensdaten
1852 bis 1926
Geburtsort
Hopfau bei Erbendorf (Oberpfalz)
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Flugzeugbauer ; Maschinenbauer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11883035X | OGND | VIAF: 20477305
Namensvarianten
  • Rieppel, Anton Johann (bis 1906)
  • Rieppel, Anton von
  • Rieppel, Anton Johann (bis 1906)
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Zitierweise

Rieppel, Anton von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883035X.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Albert R. (* 1814), Oekonomie- u. Hammergutsbes. in H.;
    M Theresia Schrembs, aus Grätschenreuth;
    Ov Ferdinand R. (1818-82), Maler, gründete 1869 e. Anstalt f. Kunststickerei in München (s. ADB 28);
    5 Geschw;
    – ⚭ Emilie N. N. (* 1856), aus N;
    K u. a. Paul R., Dr.-Ing., Prof. (s. W), Emmy R. (⚭ Heinrich v. Kühlewein, Dr., Min.rat).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Gewerbeschule in Wunsiedel und der Industrieschule in München (1867–70) durchlief R. eine Ausbildung am Münchner Polytechnikum (1871–74), wo er Assistent des Geodäten Carl Max Bauernfeind war. Seit 1874 arbeitete er bei der „Süddt. Brückenbau-Aktiengesellschaft“ München. 1876 wurde er Betriebsleiter, 1885 Direktor der „Brückenbauanstalt Gustavsburg“ bei Mainz. Als seine größte Ingenieurleistung gilt die Eisenbahnbrücke über die Wupper bei Müngsten, die erste dt. Stahlbogenbrücke im Freivorbau mit einer Spannweite von 170 m und einer Höhe von 107 m (1893-97).

    Seit 1889 Vorstandsmitglied der „Maschinenbau AG Nürnberg“, wurde R. 1892 zum alleinigen Vorstand berufen. Durch Modernisierung der Produktionsanlagen (u. a. Werksneubau 1898-1901), Erweiterung des Produktionsprogramms auf den Maschinenbau (u. a. Bau von Großgasmaschinen seit 1902) und Rationalisierungsmaßnahmen gelang ihm die Konsolidierung des seit Mitte der 1870er Jahre in einer schweren Krise befindlichen Unternehmens. Nach der von R. betriebenen und organisierten Fusion mit der „Maschinenfabrik Augsburg“ 1898 teilten sich R. (Nürnberg) und Heinrich v. Buz (Augsburg) die Leitung der neuen „Maschinenfabriken Augsburg-Nürnberg AG“ (MAN), bevor R. 1913 nach dem Ausscheiden von Buz als Generaldirektor bestellt wurde, eine Position, die er 1920 mit dem Anschluß des Unternehmens an die Gutehoffnungshütte niederlegte. Unter seiner Führung wurden 1915 der Bau von Lastkraftwagen und 1916/17 die Entwicklung von Zweitakt-Schiffsdieselmotoren aufgenommen.

    Im eigenen Unternehmen und in mehreren Verbänden gab R. der bayer. Wirtschafts- und Sozialpolitik wichtige Impulse: Die Gründung einer fabrikeigenen Lehrlingsfortbildungsschule (1890) machte ihn zu einem Pionier der selbständigen industriellen Lehrlingsausbildung in Deutschland; beispielgebend war seine Initiative zur doppelten Arbeitszeitkontrolle am Werkeingang und am Arbeitsplatz (1901–05). Als Vorsitzender des Verbandes Bayer. Metallindustrieller war er während des Metallarbeiter-Streiks 1905 führend am Kampf gegen die Tarifverträge beteiligt. Die Gründung der Gartenstadt Werderau in Nürnberg 1911 geht auf seine Anregung zurück.|

  • Auszeichnungen

    R.sche Stiftung, um befähigten Arbeitern d. MAN d. Besuch v. Werkschulen zu ermöglichen (Nürnberg 1899);
    Grashof-Gedenkmünze (1899);
    Verw.ratsvors. d. Bayer. Landesgewerbeanstalt u. d. Gewerbemus. (1899–1922);
    Dr.-Ing. E. h. (TH Darmstadt 1902, TH München 1903), Dr. phil. h. c. Göttingen 1905);
    Geh. Baurat (1911);
    Verw.rat d. German. Nat.mus. Nürnberg (1917–21);
    Vors. d. VDI (1915–17);
    Reichsrat d. Krone Bayerns (1916);
    Denkmal v. W. Nida-Rümelin (Nürnberg-Werderau).

  • Werke

    u. a. Talbrücke b. Müngsten, in: VDI-Zs. 41, Nr. 47, 1897, S. 1321-29 mit Tafel XXV (T. 1), 41, Nr. 49, 1897, S. 1373–78, mit Textbl. 7-9 (Forts.), 41, Nr. 50, 1897, S. 1421 f. mit Textbl. (Schluß);
    Der Ing. als Förderer d. Volksbildung, ebd. 60. Nr. 1, 1916, S. 2-5;
    Richtlinien f. d. Zukunftsaufgaben d. dt. Ingenieure, ebd. 61, Nr. 1, 1917, S. 1-5;
    Ing. u. öff. Leben, ebd. 61, Nr. 50, 1917, S. 987-92;
    Konstruktion neuerer dt. Brückenbauten, in: Zs. f. Architektur u. Ing.-Wesen 1898, H. 7/8, Sp. 561-86;
    Lehrlingsausbildung u. Fabrikschulen, in: Technik u. Wirtsch., Mschr. d. VDI, 1911, H. 3;
    Die Erziehung d. Ind.arbeiters, ebd., 1913, H. 7;
    zu Paul:
    Versuche über d. Verwendung v. Teerölen z. Betrieb d. Dieselmotors, Mitt. über Forschungsarbeiten auf d. Gebiet d. Ing.wesens, H. 55, 1907;
    Ford-Betriebe u. Ford-Methoden, 1925, 21926.

  • Literatur

    VDI-Zs. 70, Nr. 13, 1926, S. 425-28 (P);
    F. Büchner, Hundert J. Gesch. d. Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, 1940;
    G. Strössner, Die Fusion d. Aktienges. Maschinenfabrik Augsburg u. d. Maschinenbau-Actien-Ges. Nürnberg im J. 1898, in: ZUG 3, 1960, S. 97-117;
    G. Elbert, Unternehmenspol. Nürnberger Maschinenbauer (1835–1914), 1979, bes. S. 147-81;
    K. Bosl, in: S. Färber (Hg.), Bed. Oberpfälzer, 1981;
    H.-J. Rupieper, Arbeiter u. Angest. im Za. d. Industrialisierung, Eine soz.geschichtl. Stud. am Beisp. d. Maschinenfabriken Augsburg u. Nürnberg (M.A.N.) 1837-1914, 1982;
    Stadtlex. Nürnberg (P).|

  • Quellen

    Qu Hist. Archiv d.|MAN AG Augsburg (enthält auch Nachlaß, P, Liste aller Ehrungen).

  • Portraits

    Ölgem. v. W. Firle, um 1920 (MAN Mus., Augsburg).

  • Autor/in

    Jürgen Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Jürgen, "Rieppel, Anton von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 604-605 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11883035X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA