Lebensdaten
1878 bis 1964
Geburtsort
Nakskov (Insel Falster, Dänemark)
Sterbeort
Kopenhagen
Beruf/Funktion
Industrieller ; Gründer von DKW
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128831715 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rasmussen, Jörgen Skafte
  • Rasmussen, Jørgen Skafte

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Zitierweise

Rasmussen, Jörgen Skafte, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128831715.html [21.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Fam., seit ca. 1800 auf Falster urkundl. erwähnt (Rasmus);
    V Hans Peter (1834–69), Reeder in N.;
    M Karen Johanne Skafte (1841–97);
    Leipzig 1904 Therese (1884–1973), T d. Emil Clemens Liebe (* 1852) u. d. Johanna Caroline Grosse (* 1862);
    3 S, 1 T, u. a. Hans Werner (1906–45), techn. Dir. u. Geschäftsführer d. „Framo-Werke GmbH“ in Hainichen (Sachsen), Ove (1909–95), Dr. oec. publ., Dr. rer. pol., 1937-45 Alleinvorstand d. „Metallwerke Zöblitz AG“, 1949 Gründer d. „Rasmussen GmbH“ in Hochstadt/Maintal.

  • Leben

    R. kam 1900 nach Sachsen und absolvierte das Technikum Mittweida als Maschinenbauer. 1904 gründete er in Chemnitz eine Firma zur Herstellung von Dampfarmaturen, aus der 1907 die „Zschopauer Maschinenfabrik“ hervorging, die seit 1913 als GmbH organisiert war. 1914 gründete R. zusammen mit Georg Günther ( 1945) die „Elite Motorenwerke AG“ in Brand-Erbisdorf b. Freiberg (Sachsen). Mit Ove Mathiesen baute er 1916/17 Dampfkraftwagen, daher die Marke „DKW“. 1918 begann er die Serienfertigung eines 38 ccm Zweitakt-Spielzeugmotors mit 1/4 PS und 1919 eines 118 ccm Fahrrad-Hilfsmotors von 1 PS. 1919 entstanden die „Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen“ (1923 AG). 1921 brachte R. den ersten dt. Motorroller („Gnom“) auf den Markt, 1922 das „Lomos“-Sesselrad. Seit 1921 lieferte er auch Zweitaktmotoren zum Einbau in andere Markenmotorräder (z. B. an „Ernst Eichler u. Co.“ in Berlin). 1922 erzeugte seine Firma 10 000 Leichtkrafträder mit 1 PS und 200 ccm Hubraum. Im selben Jahr übernahm Carl Hahn (1894–1961) den Vertrieb. 1926 bot R. ein volles Motorradprogramm mit Motoren von 250-500 ccm Hubraum an. R.s erster Konstrukteur war Hugo Ruppe (1897–1949); in der Konstruktion wirkten u. a. Arnold Zoller (1882–1934) und Richard Küchen (1897–1974). Von Anfang an unterhielt R. eine Versuchs- und Rennabteilung, die mit ihren Erfolgen DKW auch international bekanntmachen sollte. 1922 errang Walter Ebstein (1881–1956) mit einem DKW-Motorrad den ersten Rennsieg auf der Avus. 1927 stellte R. August Prüssing (1896–1967) ein, der den Hochleistungszweitakter bis 1940 weiterentwickelte. Gleichzeitig kaufte er die „Rickenbacker Motor Comp.“ in Detroit (Michigan) und verlagerte sie nach Scharfenstein im Erzgebirge, wo in seiner „Dt. Kühl- u. Kraftmaschinen GmbH“ auch Preßteile für den Fahrzeugbau sowie Kühlschränke hergestellt wurden. 1928 übernahm er die „Audi-Werke AG“ in Zwickau.

    R. befaßte sich schon früh auch mit dem Automobilbau. 1919-26 baute er ca. 1000 Elektrowagen, erstmals mit Sperrholzkarosserie. Konstrukteur war Rudolf Slaby (1880–1963), der Elektro-Taxis für die AEG und die „Accumulatorenfabrik AG“ (AFA) in Berlin-Spandau baute. 1927 begann R. in Spandau den Automobilbau unter DKW-Zeichen mit einem Zwei- und Viersitzer aus Sperrholz mit Kunstlederbezug und Zwei- bzw. Vierzylinder-Zweitaktmotoren. 1931 kam ein nach dem Muster von Jean-Albert Grégoire (1899–1992) konzipierter Serienwagen mit Frontantrieb („DKW-Front“, seit 1933 „Reichsklasse“) auf den Markt. 1936 produzierte DKW 100 000 Autos, 1939 255 000 sowie eine halbe Million Motorräder. 1932 brachte R. die Betriebe in Zschopau, Berlin-Spandau und|Zwickau in die im selben Jahr gegründete „Auto Union AG“ ein, in deren Vorstand er das Ressort Technik übernahm. Differenzen R.s mit dem übrigen Vorstand verhinderten bei der Hauptversammlung 1934 seine Entlastung. Daraufhin schied R. aus der Auto Union AG aus und widmete sich den zehn von ihm gegründeten bzw. übernommenen Firmen seiner Söhne, die im Fahrzeugbau, in der Zulieferindustrie und im Kühlschrankbau tätig waren (z. B. die „Framo GmbH“ in Hainichen, 1925, und die „Metallwerke Zöblitz“, 1922). Seit 1938 lebte er in Saarow bei Berlin, seit 1948 in Kopenhagen. R.s Konzern gehörte als größter Motorrad- und zweitgrößter Automobil-, Einbaumotoren- und Kühlschrankhersteller zu den bedeutendsten Unternehmen im Dt. Reich.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Dresden 1938).

  • Literatur

    Allg. Automobil-Ztg. 1930, Nr. 8;
    Automobiltechn. Zs. 41, 1938, S. 436 f. (P), 55, 1953, S. 259 (P), 65, 1963, S. 252 (P);
    A. Christ, in: Das Schnauferl, 1958;
    H. Ch. v. Seherr-Thoß, Die dt. Automobilind., 21979;
    S. Rauch, DKW, 1981 (P);
    Findbuch zu d. Beständen d. Auto Union AG, Horchwerke AG, Audi-Automobilwerke AG u. Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG, bearb. v. M. Kukowski, hg. v. Sächs. StA Chemnitz, 2000.

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Rasmussen, Jörgen Skafte" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 162-163 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128831715.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA