Lebensdaten
um 1497 bis 1550
Geburtsort
Langendorf bei Hammelburg (Landkreis Bad Kissingen)
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Buchdrucker in Basel ; Druckerverleger in Nürnberg
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 118740334 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Petreius, Johann
  • Petrejus, Johannes
  • Peter, Johannes
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Zitierweise

Petreius, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740334.html [21.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    1) Nürnberg um 1523 Barbara ( 1545), T d. Kürschners Stephan Neudörf(f)er, Schw d. Schreib- u. Rechenmeisters Johann Neudörf(f)er d. Ä. (1497–1563, s. NDB 19), 2) Nürnberg 1545 Anna ( 1568), Wwe d. Händlers Leonhard Dürnhofer ( 1544) in N., T d. Hans Baur, aus Prappach b. Königsberg (Unterfranken);
    1 S aus 1) (früh †), 3 T aus 1) (2 früh †) Margaretha (* um 1530, Gabriel Hain, erw. 1550-64, Buchdrucker u. -händler in N.);
    1 Stief-S aus 2) Lorenz Dürnhofer (1532–95), Pfarrer an St. Egidien in N.; Verwandte (?) Adam Peter (Petri, 1454–1527, s. NDB VIII*; L), Heinrich v. Henricpetri (Petri, 1508–79, Reichsadel 1556), beide Buchdrucker in Basel (s. NDB VIII; L).

  • Leben

    P. wurde im Wintersemester 1512/13 in Basel immatrikuliert, wo er 1517 den Grad eines Magister artium erwarb und 1519 als Korrektor in der Offizin von Adam Petri (1454–1527) nachweisbar ist. Am 16.5.1523 erhielt er das Nürnberger Bürgerrecht. Seine ersten Drucke, in denen allerdings sein Name noch nicht genannt wird, entstanden in diesem Jahr; die frühesten firmierten Drucke datieren von 1524. Sein Unternehmen nahm – auch durch die Einführung der Reformation in Nürnberg, die er mit mehr als 40 Drucken publizistisch begleitete – erheblichen Aufschwung. Bereits 1525 brachte P. ein Schriftmusterblatt heraus, mit dem er seinen Kunden 12 verschiedene Typenalphabete, darunter ein griech. und zwei hebr., anbot. Seit 1526 wird er im „Ämterbüchlein“ des Stadtrats als Buchdrucker verzeichnet. Spätestens nach dem Tod von Friedrich Peypus (um 1485–1535) war P. der wichtigste Drucker in Nürnberg. Als Buchhändler ist er 1534-50 nachgewiesen in einem von der Stadt gemieteten Laden unter den Gewölben des Rathauses. Wohnung und Werkstatt befanden sich am Ölberg.

    P. publizierte neben zahlreichen tagesaktuellen Kleindrucken („Neue Zeitungen“) über 550 (derzeit nachweisbare) Drucke. Schwerpunkte waren ev. Theologie, Philologie und Humanismus, Naturwissenschaften und Musik. Einige seiner Bücher sichern ihm einen hervorragenden Platz in der Wissenschaftsgeschichte, z. B. eine von Gregor Meltzer (Haloander) besorgte Ausgabe des „Codex iuris civilis“, die P. auf ein Gutachten von Willibald Pirckheimer hin und finanziell abgesichert durch eine Beteiligung der Stadt Nürnberg 1529-31 herausbrachte, ferner die reformationsgeschichtlich wichtige „Brandenburg-Nürnbergische Kirchenordnung“ (mit Friedrich Peypus, 1533) und die deutsche Erstausgabe von Vitruvs „De Architectura“ (1548). Das aus heutiger Sicht wichtigste Werk aus seiner Offizin ist Nikolaus Kopernikus' „De revolutionibus orbium coelestium“ (1543).

  • Literatur

    ADB 25;
    H. Grimm, Die Buchführer d. dt. Kulturbereichs u. ihre Niederlassungsorte in d. Zeitspanne 1490 bis um 1550, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens VII, 1967, Sp. 1153-1772 (P);
    J. C. Shipman, J. P., Nuremberg publisher of scientific works, 1524-1550, in: Hommage to a bookman, Essays written for Hans P. Kraus, 1967, S. 147-62 (W-Verz., P);
    J. Benzing, Humanismus in Nürnberg 1500-1540, in: Albrecht Dürers Umwelt, hg. v. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg, 1971, S. 225-99 (W-Verz.);
    H.-O. Keunecke, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 69, 1982, S. 110-29;
    M. Teramoto, Kat. d. Musikdrucke d. J. P. in Nürnberg, 1993;
    Benzing, Buchdrucker;
    Berühmte Nürnberger;
    LGB2;
    Stadtlex. Nürnberg. – Zu Adam Petri u. Heinrich v. Henricpetri (Petri): F. Hieronymus, 1488 Petri – Schwabe 1988, Eine traditionsreiche Basler Offizin im Spiegel ihrer frühen Drucke, 1997.

  • Portraits

    Medaille v. J. Daeschler, 1545 (Nürnberg, German. Nat.mus.), Abb. in: G. Habich, Die dt. Schaumünzen d. 16. Jh., 1931, I/2, Tafel 167, Nr. 3.

  • Autor/in

    Hans-Otto Keunecke
  • Empfohlene Zitierweise

    Keunecke, Hans-Otto, "Petreius, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 262-263 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740334.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Petrejus: Johann P. (Hans Peterlein), berühmter und gelehrter Buchdrucker Nürnbergs im 16. Jahrhundert. Er war um das Jahr 1497 zu Langendorf bei Hammelburg in Franken geboren, ist also jedenfalls mit der in Bafel ansässigen Buchdruckerfamilie Petri (s. u. S. 520) verwandt. Zu Wittenberg hatte er sich die Würde eines Magister artium erworben und trat dann um 1524 zu Nürnberg als Buchdrucker aus, wo er nach Kobergers Tod als der|bedeutendste und unterrichtetste Vertreter seines Faches galt. Nicht nur, daß ihn seine wissenschaftliche Vorbildung hierzu besonders befähigte, kamen ihm auch seine Kenntnisse der Mechanik zu statten, mit deren Hilfe er alle Instrumente und Sachen, die er zur Druckerei nöthig hatte, eigenhändig anfertigen konnte. Er druckte viele deutsche, lateinische und griechische Bücher, die von den Gelehrten sehr geschätzt wurden und die ihm die Freundschaft manches hervorragenden Mannes, so z. B. Melanchthons, erwarben. Unter seinen Verlagswerken wären zu erwähnen: sechs verschiedene Bibelausgaben, ein Corpus juris, nach dem Florentiner Codex von Gregor Haloander herausgegeben, zu dessen Herstellung (1529/1530) ihm der Rath von Nürnberg einen Zuschuß gewährte, ein Vitruvius, den er auf eigene Kosten ins Deutsche übersetzen und unter Aufsicht seines Schwagers, des Rechen- und Schreibmeisters Johann Neudörfer (A. D. B. XXIII, 481) im Jahre 1548 erschienen ließ. Auch Musikwerke sind aus seiner Druckerei hervorgegangen; so noch zu seinen Lebzeiten die drei ersten Theile der berühmten Liedersammlung von Georg Forster (s. A. D. B. VII, 164), die Liedersammlung von Wolfgang Schmeltzel 1544, die Trium vocum cantiones centum a praestantissimis diversarum nationum ac linguarum musicis compositae, 1541; die Harmonias poëticae Pauli Hofheymeri (Compositionen horazischer Oden) 1539 u. A. Petrejus wohnte seit 1533 in einem eigenen Hause unter der Beste an der alten Schmiedgasse. Sein Druckerzeichen ist ein zweischneidiges nach oben gerichtetes Schwert von Flammen umgeben. Er starb hochgeehrt und geachtet am 18. März 1559, sein Grabstein auf dem Johanniskirchhof (Nr. 772) trägt die in Erz gegossene Inschrift:

    „Innumeras clarus novit Petreius artes, Et coluit vera religione Deum. Profuit ofticio multis et vixit .... Nunc cubat hic corpus, spiritus astra colit.“

    Die Druckerei ging in den Besitz seines Schwiegersohnes Gabriel Hayn über, der sie unter demselben Zeichen fortführte.

    • Literatur

      Neudörfer, Nachrichten von Künstlern und Werkmeistern Nürnbergs, herausg. von G. W. K. Lochner. Wien 1875. (Quellenschriften zur Kunstgeschichte Bd. X). — Will und Nopitsch, Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon.

  • Autor/in

    Pallmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pallmann, Heinrich, "Petreius, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 25 (1887), S. 518-519 unter Petrejus, Johann [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740334.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA