Lebensdaten
1862 bis 1940
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Eisenhüttenkundler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13986315X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Osann, Bernhard

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Zitierweise

Osann, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13986315X.html [22.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammt aus d. Harz u. brachte Pastoren, Naturwissenschaftler u. Eisen-Technologen hervor. – V Friedrich (1838–1909), Ing. im Eisenhüttenwesen, Finanzass., Geh. Oberbergrat in H., S d. Gottfried Wilhelm (1797–1866), Physiker u. Chemiker in Dorpat, Erlangen, Jena u. Würzburg (s. ADB 24; Pogg. II-III);
    M N. N., T d. Friedrich Koch (1799–1852), Bergrat (s. Braunschweig. Biogr. Lex.);
    Ur-Gvv Friedrich Heinrich (1753–1803), hzgl. weimar. Reg.rat;
    Ur-Gvm Amalie Hufeland ( 2] Christian Gottlob v. Voigt, 1743–1815, hzgl. weimar. Staatsmin., s. ADB 54);
    Gr-Ov Emil (1787–1842, Julie Hufeland, s. NDB X*), Prof. d. Med. u. Dir. d. Poliklinik in Berlin, Mitgl. d. Leopoldina (s. Pogg. II-III; BLÄ), Friedrich Gotthilf (1794–1858), ao. Prof. d. Philol. in Jena, seit 1825 o. Prof. in Gießen (beide s. ADB 24);
    Delligsen 1894 Else Bode;
    S Bernhard (1895–1974), Dr.-Ing., 1926-29 Hilfsdoz. am Eisenhüttenmänn. Inst. d. Bergak. Clausthal (s. W);
    Vt Carl Alfred (1859–1923), aus Hofheim (Unterfranken), Dr. phil., 1900-06 Prof. d. Mineralogie u. Petrographie in Basel, Heidelberg u. Freiburg (Br.), Geh. Hofrat (s. Pogg. IV u. VI; DBJ V, S. 290-94; Drüll, Heidelberger Gel.lex. I).

  • Leben

    Nach seinem Studium bei Hermann Wedding an der Berliner Bergakademie trat O. 1887 seine erste Stellung an der Hubertushütte in Beuthen (Oberschlesien) an. 1889-93 wirkte er an der Carlshütte in Delligsen b. Gandersheim, die Verwandten seiner Mutter gehörte. Hier bekam er viele wertvolle Anregungen zum Hochofen- und Gießereiwesen. So wirkte O. beim Entwurf von Kuppel und Dachtragwerk des Berliner Reichstagsgebäudes mit, deren Gußstücke aus Holzkohleeisen die Carlshütte liefern sollte. 1894 wurde O. Oberingenieur und Inspektor bei den Kgl. Hüttenwerken in Malapane (Oberschlesien), wo er Siemens-Martin-Öfen baute und eine Stahlgießerei betrieb. 1898-1901 leitete er das Hochofenwerk der Concordia-Hütte in Bendorf als technischer Vorstand. 1902 habilitierte sich O. an der Bergakadmie Berlin und wurde 1903 als Professor für Eisenhüttenkunde an die Bergakademie Clausthal berufen, wo er das Institut für Eisenhüttenwesen aufbaute, das zahlreiche Studenten anzog. O. wollte keine Spezialisten heranziehen, sondern Ingenieure mit guter hüttenmännischer Allgemeinbildung. Er veranstaltete Seminare, Studienfahrten und seit 1910 regelmäßige Ferienkurse, die er zu Gießerei-Semestern für Maschinenbauer erweiterte. Nach einer Studienreise durch die USA 1903/04 begann er mit der Abfassung von erfolgreichen Lehrbüchern über das gesamte Eisenhütten- und -gießereiwesen, die sein Sohn bis in die 70er Jahre weiterführte. Während des 1. Weltkriegs zunächst beim Grenzschutz, kehrte O. 1916 nach Clausthal zurück (Rektor 1920–27).|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (1915 TH Breslau); Geh. Bergrat; Ehrenmitgl. d. Vereins Dt. Gießereifachleute VDG (1935), d. 1962 e. „Bernhard Osann-Medaille“ stiftete; Ehrenbürger d. Bergak. Clausthal (1932); Adolf-Ledebur-Denkmünze (1935).

  • Werke

    Lehrb. d. Eisen- u. Stahlgießerei, 1912, 51922;
    Lehrb. d. Eisenhüttenkde., 2 Bde., 1915/22, 21923/26;
    Reduktion u. Kohlung im Hochofen, 1911;
    Rückblicke u. Ausblicke im Eisenhüttenwesen u. Eisenhütten-Hochschulwesen, 1925;
    Die Hochofenvorgänge im Lichte d. Sinterung u. d. Kohlenstoffausscheidung, in: Archiv f. Eisenhüttenwesen 2, 1928, H. 3;
    Kurzgefaßte Eisenhüttenkde., 1929, 1932, 21939, 51949 (bearb. v. S Bernhard);
    Moderne Stahlgießerei, 1936;
    Das Gattieren in d. Eisengießerei, 1937;
    Leitfaden f. Gießereilaboratorien, 1915, 31928;
    Hütte, Tb. f. Eisenhüttenleute, 1928;
    Temperstahlguß, in: Stahl u. Eisen, 1903, Nr. 1;
    Aus d. Gesch. d. Harzer Eisenhüttenwesens, in: Gießerei-Ztg. 1921, S. 119;
    Erfinderschicksale im Eisenhüttenwesen, in: Techn. Bll. 1930 (Dt. Bergwerksztg.).

  • Literatur

    Stahl & Eisen 60, 1940, S. 495 f. (P);
    Gießerei 27, 1940, S. 176 (P);
    ebd. 1962, S. 478-80;
    ebd. 46, 1959, S. 621 (P);
    ebd. 74, 1987, S. 567 ff.;
    VDI-Nachrr. 16, 1962, Nr. 35, S. 10;
    Mitt. d. Bergak. Clausthal 1962, H. 5, S. 12-14;
    Otto 1918-29;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1925;
    Braunschweig. Biogr. Lex., 1996.

  • Autor/in

    Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß
  • Empfohlene Zitierweise

    Seherr-Thoß, Hans Christoph Graf von, "Osann, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 606 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13986315X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA