Lebensdaten
1628 bis 1706
Geburtsort
Mecheln
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Würzburger Hofmaler
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 123164664 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Öngers, Oswald
  • Ongers, Oswald
  • Onger, Oswald
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Zitierweise

Onghers, Oswald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123164664.html [13.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Oswald;
    M Katharina Verbeeck;
    Würzburg 1663 Maria Katharina ( 1718), T d. Metzgermeisters u. Würzburger Bürgers Johann Zinckh;
    1 S, 4 T, u. a. Christina (eigtl. Maria Elisabeth, Jacob van der Auwera, 1672–1760, Würzburger Hofbildhauer, s. ThB);
    E Johann Wolfgang van der Auwera (1708–56), Würzburger Hofbildhauer (s. NDB I).

  • Leben

    O., einer der bedeutendsten fränk. Barockmaler des 17. Jh., erhielt seine Ausbildung bei Jean le Saive d. J. (* 1597). Der Eintrag über den Beginn seiner Lehre vom 8.7.1641 stellt zugleich die letzte urkundliche Nachricht über den 1621 zum Meister ernannten Lehrherrn selbst dar. Näheres über O.s Ausbildung, seine ersten Schaffensjahre sowie über Anlaß und Jahr der Übersiedlung nach Franken ist nicht bekannt. 1650 soll er in Mainz Hofmaler von Kurfürst-Erzbischof Johann Philipp v. Schönborn (1605–73) geworden sein; frühe Altargemälde sind in Ellingen 1648 und Forchheim (ursprünglich Bamberg) 1653 belegt. Seit 1658 war O. wahrscheinlich in Würzburg ansässig. In diesem Jahr erhielt er den Auftrag für sein frühestes Würzburger Bild, die (nicht erhaltene) „Enthauptung St. Johannes' d. Täufers“ im Dom. Weitere Altarblätter für den Dom und für Kirchen des Würzburger und Bamberger Stiftslandes folgten und machten ihn rasch berühmt. Bei seiner Vermählung 1663 wird O. als Hofmaler genannt; Paten seiner Kinder waren Angehörige höherer Beamten- oder angesehener Bürgerfamilien. 1671 kaufte er von seiner Schwiegermutter und deren Angehörigen das Haus „zum gülden Löwen“ (ehem. Gresserviertel, dann Karmelitengasse Nr. 45), das er bis zu seinem Tod bewohnte. 1686 reiste O. im Auftrag des Würzburger Domkapitels nach Antwerpen, um mit dem Fabrikanten Balthasar Bosmans über die Herstellung von Gobelins für den Dom zu verhandeln. Diese Teppiche entsprachen jedoch nicht den Erwartungen des Kapitels. Seit 1677 befand sich O. häufig in Geldnöten; erst 1704 konnte er die fällige Stadtsteuer für 1696 begleichen.

    Das Œuvre, das (vor allem in Würzburg) kriegsbedingt stark dezimiert und kunsthistorisch noch nicht bearbeitet ist, umfaßte ehedem ca. 200 Werke. Neben Porträts waren es überwiegend Altarbilder, so die verbrannten 17 Gemälde für das Stift Haug in Würzburg. Der Einfluß von Van Dyck und Rubens ist, wie auch bei seinem stärksten Konkurrenten Johann Baptist de Rüll (de Ruel) (1634–85), unverkennbar. Wie dieser kannte O. die fläm. Malerei aus eigener Anschauung wie über die Druckgraphik. Die Umsetzung ist in dem in seiner Qualität schwankenden Œuvre O.s unterschiedlich ausgefallen; Wiederholungen bestimmen das Spätwerk.

  • Literatur

    ADB 24;
    E. Kainz, O. O., Sein Leben u. seine Werke, Ein Btr. z. Gesch. d. fränk. Barockmalerei, 1915 (W-Verz);
    ThB.

  • Autor/in

    Andreas Tacke
  • Empfohlene Zitierweise

    Tacke, Andreas, "Onghers, Oswald" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 541 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123164664.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Onghers: Oswald O., Maler, geb. 1628 zu Mecheln in Brabant, kam frühzeitig nach Deutschland, indem bereits mit dem Jahre 1653 ein Stich des Jakob Sandrart bezeichnet ist, der nach dem Gemälde unseres Künstlers den Mainzer Kurfürsten Johann Philipp v. Schönborn darstellt. Da dieser Prälat zugleich Bischof von Würzburg war, so deutet das allerdings schon auf eine gewisse Beziehung Ongher's zu Würzburg, wohin übrigens nach C. Becker. Deutsches Kunstblatt, 1851, S. 414, und A. Niedermayer, Kunstgeschichte der Stadt Wirzburg, 1860, S. 361, der Künstler erst 1660 gekommen ist. O. wurde fürstbischöflicher Hofmaler zu Würzburg, erhielt 1667 das Bürgerrecht und blieb 30 Jahre Bürgerhauptmann. Niedermayer nennt ihn den fruchtbarsten Schnellmaler Würzburgs und fügt bei, er habe rastlos gemalt, sich viel Geld und den Namen des „reichen Malers“ verdient und sei mit dem Pinsel in der Hand am 27. December 1706 gestorben. Würzburg besitzt noch viele Werke von ihm, so die Hochaltarblätter im Stifte Hang (eine „Himmelfahrt der Maria“ trug ihm 3329 fl. ein, für die vier Passionsbilder im Chor erhielt er 500 fl.), in St. Peter, St. Burkhard, in der Minoritenkirche, in der Liebfrauencapelle in der Stadt und auf dem Berge und zu St. Gertraud. Im Dome zeigt man von O. „Die Himmelfahrt und Reinigung der Maria". „Christus am Oelberg", „Die Verspottung Christi", „Das Pfingstfest“ und „Das Martyrthum des heil. Kilian“. Auch zu Bamberg hatte er, Beziehungen, er malte das Brustbild des Bischofs Philipp Valentin (gestochen von J. Sandrart) und in Bamberger Kirchen fanden sich Gemälde von ihm. Auch die Schleißheimer Galerie bewahrte Arbeiten von O., darunter ein Bild von 1675 (vgl. Ch. v. Mannlich, Beschreibung der kurpfalzbairischen Gemäldesammlungen zu München und Schleißheim, 1805, S. 311, der auch eine etwas eigenthümliche Charakteristik des Malers gibt). O. gehörte den Ausläufern der Rubens'schen Richtung an, verdarb aber sein unstreitiges Talent durch Schnellmalerei und Mangel an Vertiefung. Niedermayer urtheilt von ihm: „O. hat Gutes und Schlechtes gemalt. Oft zeigt er eine Transparenz in seinen Schatten und eine Reinheit der Töne in den Lichtern, welche an Rubens gemahnen möchte. Manche Köpfe sind ganz charakteristisch, die Gewandung häufig tadellos. Er ist immerhin zu den besseren Malern seiner Zeit zu rechnen.“

  • Autor/in

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Onghers, Oswald" in: Allgemeine Deutsche Biographie 24 (1887), S. 359 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123164664.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA