Lebensdaten
1897 – 1969
Geburtsort
Hermannstadt (Siebenbürgen)
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Theaterleiter
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 126309418 | OGND | VIAF: 13297505
Namensvarianten
  • Ongyerth, Gust
  • Ongyerth, Gustav
  • Ongyerth, Gust
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Orte

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Zitierweise

Ongyerth, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126309418.html [23.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Michael, Kaufmann;
    M N, N.

  • Biographie

    Nach dem Schulbesuch in Hermannstadt, Kronstadt und Mediasch nahm O. als Freiwilliger bei den Tiroler Kaiserjägern am 1. Weltkrieg und 1919 als rumän. Soldat am Feldzug gegen die ungar. Räterepublik teil. Danach studierte er in Klausenburg und Wien Wirtschaftswissenschaften. Bei einer Kronstädter Versicherungsgesellschaft war er als Prokurist tätig, bevor er gemeinsam mit dem Schriftsteller Heinrich Zillich (1898–1988) den Klingsor-Verlag gründete, dem ein Kunstsalon und eine Theater- und Konzertagentur angeschlossen waren. Während Zillich die Zeitschrift „Klingsor“ (1924-39) zum führenden Kultur- und Literaturorgan Siebenbürgens machte, betätigte sich O. 1933-44 als Theaterleiter, der zuvor schon renommierte deutsche Theaterensembles nach Rumänien hatte verpflichten können. Nachdem die deutschen Stadttheater in Hermannstadt und Czernowitz im Zuge nationalistischer rumän. Zwangsmaßnahmen 1922 bzw. 1923 ihre Tätigkeit einstellen mußten, war die Fortsetzung einer jahrhundertealten Theatertradition in Siebenbürgen in Frage gestellt. O. gehörte zu den Mitbegründern der Deutschen Theatergemeinschaft, die 1933 das für alle deutschen Siedlungsgebiete Rumäniens zuständige Deutsche Landestheater in Hermannstadt eröffnete. Er leitete es bis 1944;|seit 1940 war es der Deutschen Volksgruppe unterstellt, was beträchtliche Subventionen sicherte, aber zu einer ideologischen Bevormundung führte. Gastspielreisen führten außerhalb Rumäniens von Odessa bis Belgrad und Sarajevo. O. hat sich durch zahlreiche Klassiker-Aufführungen, durch die Förderung der regionalen Dramatik (Franchy, Reimesch, Lienert) und rumän. Bühnenautoren (Blaga, V. I. Popa, Sân Giorgiu) sowie durch erfolgreiche Opernaufführungen verdient gemacht. Bis zur letzten Inszenierung, „Wallensteins Tod“, sahen 1,4 Mio. Zuschauer die 3476 Vorstellungen des Deutschen Landestheaters. Auf dessen Traditionen fußend und mit vielen seiner ehem. Mitglieder konnten 1953 und 1956 die deutschen Staatsbühnen in Temeswar und Hermannstadt ihre Tätigkeit beginnen. – Gemeinsam mit dem Schriftsteller Franz Karl Franchy (1896–1972) 1945 Rundfunkjournalist in Wien, floh O. vor der russ. Besatzung nach Innsbruck. 1949-56 leitete er hier die Exl-Bühne, 1957-63 arbeitete er beim Innsbrucker Verkehrsverein und initiierte verschiedene Kulturprogramme. Während der Winterolympiade 1964 wurde er mit der Organisation des kulturellen Rahmenprogramms betraut.

  • Werke

    Von Zeit zu Zeit, in: Südostdt. Heiraatbll. 6, 1957, Nr. 1, S. 27-33;
    Das Dt. Landestheater in Rumänien, in: Südostdt. Vj.bll. 12, 1963, Nr. 3, S. 121-28. – Hg. Theaternachrr., 1933-35;
    Zehn J. Dt. Landestheater in Rumänien 1933-1943, 1943.

  • Literatur

    H. Zillich, G. O., Der bedeutendste südostdt. Theaterdir., in: Südostdt. Vj.bll. 19, 1970, Nr. 1, S. 23 f.;
    H. Schuschnig, Hermannstadt u. d. dt. Theater, in: Epoche d. Entscheidungen, Die Siebenbürger Sachsen im 20. Jh., 1983, S. 141-50;
    Siebenbürger Sachsen (P).

  • Autor/in

    Horst Fassel
  • Zitierweise

    Fassel, Horst, "Ongyerth, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 541-542 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126309418.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA