Lebensdaten
1833 bis 1891
Geburtsort
Göttingen
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Germanist
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 100790305 | OGND | VIAF: 100184021
Namensvarianten
  • Oesterley, Hermann
  • Oestherley, Hermann

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Zitierweise

Oesterley, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100790305.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1802–58), Dr. iur., Syndikus, Bgm. in G. (s. ADB 24), S d. Georg Heinrich (s. Gen. 1);
    M Mathilde Scharlach (1806–89), aus Münden;
    Ov Carl (s. 1);
    B Emil (1835–1925), Kaufm. in London, Georg v. O. (1838-1929, preuß. Adel 1896), preuß. Gen. d. Infanterie;
    N Hermann v. O. (* 1868), ltd. Reichsvertreter b. d. Zweigstelle Stuttgart d. Reichsentschädigungsamts, Fritz v. O. (* 1879), Oberst.

  • Leben

    O. studierte Philosophie sowie Musik und promovierte in Göttingen mit einer Dissertation über die Geschichte des philosophischen Gottesbeweises; 1858-61 war er Privatdozent für theoretische Musik an der Univ. Kiel. 1862-72 arbeitete er als Gehilfe bzw. Sekretär bei der Bibliothek in Göttingen, 1873-91 als Kustos bei der Bibliothek in Breslau. Nach einigen musikwissenschaftlichen und poetologischen Arbeiten markiert seine Edition von „Schimpf und Ernst von Johannes Pauli“ (1866, Nachdr. 1967) die Hinwendung zur Herausgabe von Sammlungen kurzepischer, auf internationalem Erzählgut beruhender Texte aus verschiedenen Literaturen (u. a. Sanskrit, wohl aufgrund von Übersetzungen, Mittellatein, ma. und frühneuzeitl. Deutsch). In seinen letzten Lebensjahren publizierte er zudem historiographische Handbücher. Teilweise konnte er bei seinen Editionen auf Vorarbeiten Adelbert v. Kellers (Gesta Romanorum, Steinhöwels Äsop) und Karl Goeriekes (Schimpf u. Ernst) aufbauen; vielfach gelang es ihm, in Luxemburg, London, Wolfenbüttel und Innsbruck neue wichtige Handschriften zu entdecken. Editionsmethodisch bearbeitete O. die Texte nach dem Leithandschriftenprinzip. Auf der Grundlage der Edition konstruierte er die „Literärgeschichte“ der Texte, in der er vorrangig an der Aufdeckung stoffgeschichtlicher Bezüge interessiert war. Zeitgemäß stand für O. das Sammeln im Vordergrund, weniger die Analyse. Trotz Wiedergabefehler, ungenauer kritischer Apparate und Quellenverweise sowie einer überdehnten Vorstellung von „Motivparallelen“ sind manche seiner Editionen bis heute von Wert.|

  • Auszeichnungen

    Prof. (1883).

  • Werke

    Weitere W Abriss d. Gesch. d. phil. Beweise f. d. Sein Gottes, Diss. Göttingen 1855;
    Akad. Vorlesungen üb. Theorie d. Musik, 1861;
    Hdb. d. musikal. Liturgik in d. dt. ev. Kirche, 1863;
    Der Gottesdienst d. engl. u. d. dt. Kirche, Vergleiche u. Vorschläge, 1863;
    Hist.-geograph. Wb. d. dt. MA, 1883, Nachdr. 1962;
    Wegweiser durch d. Lit. d. Urkk.slgg., 2 Bde., 1885;
    Hg.:
    Shakespeare's Jest Book, A hundred mery talys, from the only perfect copy known, 1866, Nachdr. 1970;
    Kirchhofs Wendunmuth, 1869, Nachdr. 1980;
    Romulus, Die Paraphrasen des Phaedrus u. die aesop. Fabel im MA, 1870;
    Die Dichtkunst u. ihre Gattungen, Ihrem Wesen nach daxgest. u. durch e. nach d. Dichtungsarten geordnete Muster-Slg. erl., Mit e. Vorrede v. K. Goedeke, 1870;
    Niederdt. Dichtung, 1871 (K. Goedeke, Dt. Dichtung im MA, 2. Aufl.);
    Gesta Romanorum, 1872, Nachdr. 1963;
    Steinhöwels Äsop, 1873;
    Baitál Pachísí od. d. fünfundzwanzig Erzz. e. Dämon, 1873;
    Iohannis de Alta Silva, Dolopathos sive de rege et Septem sapientibus, 1873 (hierzu: G. Paris, in: Romania 2, 1873, S. 481-503);
    Hans v. Schweinichen, Denkwürdigkeiten, 1878;
    – Textausgg. v. schles. Autoren d. Barock, u. a. M. Opitz, P. Fleming, A. Olearius, S. Dach u. dessen Freundeskreis, in: Dt. Nat.-Litteratur, o. J.

  • Literatur

    F. Milkau, Die Kgl. u. Univ.-Bibl. zu Breslau, 1911;
    R. Senf, Die Oesterleys in Göttingen, in: Norddt. Fam.kde 1, 1952, S. 33-39;
    K. Oesterley, Die Fam. O. im Hause d. Väter 1852–91, in: Hann. Gesch.bll. NF 11, 1957, S. 95-153;
    E. Alberti, Lex. d. Schleswig-Holstein-Lauenburg. u. Eutin. Schriftst. v. 1829 bis Mitte 1866, II, 1868 (irrtüml. unter Heinrich O.), bzw. v. 1866-1882, II, 1886;
    K. Bader, Lex. dt. Bibliothekare im Haupt- u. Nebenamt b. Fürsten, Staaten u. Städten, 1925;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Enz. d. Märchens (in Vorbereitung).

  • Autor/in

    André Schnyder
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnyder, André, "Oesterley, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 461 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100790305.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA