Lebensdaten
1859 bis 1944
Geburtsort
München
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Geograph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117076376 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Oberhummer, Eugen

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Zitierweise

Oberhummer, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117076376.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mathias (1816–87), Kaufm., Bes. d. Garn- u. Weißwarengeschäfts Roman Mayr in M. (s. L);
    M Anna Bandler;
    B Hugo (1844–1905), KR, u. Roman (1845–1905) führten d. väterl., in e. GmbH umgewandelte Unternehmen in M. weiter;
    - 1888 Hermine, T d. Karl Drächsler, Industrieller in W.;
    4 S u. a. Ernst (* 1892), Bankier, Wilfried (* 1900), Dr. phil., organ. Chemiker, wiss. Beamter an d. Österr. Ak. d. Wiss. (s. Pogg. VII a), 1 T;
    N Roman (1871–1944), Warenhausbes., Marie Anna (1875–1960, Albert Jodlbauer, 1871–1945, Pharmakologe u. Toxikologe, s. NDB X).

  • Leben

    O. studierte seit 1877 an der Univ. München Naturwissenschaften und klassische Philologie, sowie Geographie und Geologie an der Technischen Hochschule und wurde 1882 zum Dr. phil. promoviert. Nach weiteren Studien in München (ägypt. Altertumskunde) und Berlin (röm. Geschichte) führten ihn Reisen durch Deutschland, Österreich, Italien, Griechenland, den Vorderen Orient und Ägypten. 1887 folgte die Habilitation für alte Geschichte und historische Geographie an der Univ. München. Bald verlegte O. seinen Schwerpunkt ganz auf die Geographie und konnte 1892 die neugeschaffene ao. Professur für Geographie an der Univ. München übernehmen. Nach dem Tod von Wilhelm Tomaschek (1841–1901) wurde O. an die Univ. Wien berufen, wo er 1903-31 die historischkulturgeographische Lehrkanzel innehatte. Als Kollege von Albrecht Penck (bis 1906) und dessen Nachfolger Eduard Brückner (bis 1927) vertrat O. in Wien die historische und politische Geographie als o. Professor und baute diese durch die Berücksichtigung abendländischer und orientalischer Quellen aller Zeiten entsprechend aus. Er verfaßte die erste deutschsprachige Landeskunde der Insel Cypern (1903), Abhandlungen zur historischen Geographie von Griechenland und der Türkei sowie zur Geschichte der Entdeckungen. Als altphilologisch gebildeter Kulturgeograph begründete O. auch die kartographiegeschichtliche Forschung an der Univ. Wien und trat mit vielbeachteten Beiträgen hervor, die lange unüberholt blieben. Seine Faksimile-Publikationen wichtiger historischer Karten (1906, 1924) machten schwer erreichbare oder heute verlorene Originale der Forschung zugänglich. 1904 reiste O. in die Vereinigten Staaten, wo er an verschiedenen Universitäten Lehrveranstaltungen abhielt, 1910 nach Kanada und 1912 nach Mexiko.|

  • Auszeichnungen

    ao. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1898); korr. (1906), wirkl. Mitgl. (1920) d. Ak. d. Wiss. Wien; Präs. d. Geogr. Ges. in Wien (1908, 1921 u. 1927), seit 1933 Ehrenpräs.; Dr. h. c. (Athen 1927); Ehrenmitgl. d. Royal Geographical Soc. in London (1930); Vors. d. Zentralausschusses München d. Dt. u. Österr. Alpenver. (DÖAV, 1898–1900); Vors. d. Geograph. Ges. München (1898–1903).

  • Werke

    Constantinopolis, 1899;
    Die Entstehung d. Alpenkarten, in: Zs. d. DÖAV 32, 1901;
    Die Entwicklung d. Alpenkarten im 19. Jh., ebd. 33-36, 1902-05;
    Die Insel Cypern, Eine Landeskde. auf hist. Grundlage, 1903;
    Österr.-Ungarn im Kartenbild d. Renaissance, in: Mitt. d. Geogr. Ges. in Wien 50, 1907;
    Eine Reise nach Griechenland, ebd. 54, 1911;
    Eisernes Tor, ebd. 59, 1916;
    Siam, Eindrücke u. Stud., ebd. 72, 1929;
    Österr. u. Australien, ebd. 76, 1933;
    Österr. Polarforsch., ebd. 77, 1934;
    Armen. Geogr., ebd. 79, 1936;
    China im hist. Kartenbild, ebd. 80, 1937;
    Dtld. u. d. Erdkde., ebd. 83, 1940;
    Die ältesten Karten v. Dtld., ebd. 84, 1941;
    Erinnerungen an berühmte Forscher, ebd. 84, 1941;
    Cypern u. England, ebd. 85, 1942;
    Venezian. Weltkarten d. 16. Jh., ebd. 85, 1942;
    Die Brixener Globen von 1522, in: Denkschrr. d. Ak. d. Wiss. Wien, phil.-hist. Kl., Bd. 67, 1926;
    „Austria“ u. „Australia“, in: FS d. 57. Verslg. Dt. Philologen in Salzburg, 1929;
    Geogr. u. Sprachenkde., in: H. Wagner-Gedächtnisschr., 1930;
    Die Weltreligionen, in: K. Haushofer, Raumüberwindende Mächte, 1934. – Hg.: Aventins Karte v. Bayern 1523, 1899;
    Wolfgang Lazius, Karten d. österr. Lande u. d. Kgr. Ungarn aus d. J. 1545-1563, 1906 (mit F. v. Wieser);
    Die Weltkarte d. Pierre Descelliers v. 1553, 1924 (Schwarzweißreproduktion d. im Original verlorenen reich dekorierten Weltkarte d. Diepper Schule). |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Österr. Ak. d. Wiss., Komm. f. Gesch. d. Math., Naturwiss. u. Med.

  • Literatur

    E. Bernleithner, Das Geogr. Inst. d. Univ. Wien, in: Geogr. J.ber. aus Österr. 25, 1955, S. 143;
    ders., 600 J. Geogr. an d. Wiener Univ., in: Stud. z. Gesch. d. Univ. Wien 3, 1965, S. 109;
    ÖBL;
    Wi. 1908;
    Festschrr. zum 60., 70 u. 80. Geb.tag ohne biogr. Nachrr.Zu Mathias: 100 J. Romall Mayr, München, Warenhaus GmbH 1827-1927.

  • Autor/in

    Ingrid Kretschmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kretschmer, Ingrid, "Oberhummer, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 388 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117076376.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA