Lebensdaten
1883 bis 1945
Geburtsort
Radolfzell (Baden)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Jesuit ; Sozialpädagoge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117054909 | OGND | VIAF: 17989624
Namensvarianten
  • Noppel, Constantin
  • Noppel, Costantino
  • Noppel, Konstantin
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Noppel, Constantin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117054909.html [26.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Konstantin (1836–1914), Kaufm. u. Bgm. in R., bad. LT- u. RT-Abg. (nat.liberal), S d. Dominikus (1806–70), Kaufm. u. Bgm. in R., u. d. Ursula Würthenberger (1810–78);
    M Anna Maria Kürzel;
    Schw Anna (* 1880), Lehrerin, Ordensfrau in Kloster Zofingen (Schweiz), Rosa (* 1882), Ordensfrau in Brasilien.

  • Leben

    N. besuchte das Gymnasium in Konstanz und wohnte im bischöflichen Internat Conradihaus, das der spätere Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872–1948) leitete. Auf dessen Empfehlung ging N. 1902 an das von Jesuiten geleitete Collegium Germanicum in Rom, um Theologie zu studieren. Dort empfing er 1908 die Priesterweihe, promovierte in Philosophie und Theologie und trat 1909 in Tisis bei Feldkirch (Vorarlberg) in den Jesuitenorden ein. 1911-13 studierte N. in Valkenburg (Holland) und Berlin Soziologie. Danach leitete er in Berlin die kath. Fürsorge für gefährdete und straffällige Jugendliche, errichtete ein Wohnheim für junge Obdachlose, beschäftigte sich mit der Organisation der Caritas und veröffentlichte Beiträge zur Wohlfahrtspflege. Aufgrund seiner „Denkschrift über den Ausbau der kath. Caritasorganisation“ (1915), wurde der von Lorenz Werthmann (1858–1921) gegründete Caritasverband von der Fuldaer Bischofskonferenz anerkannt und gefördert. Anfang 1919 kam N. nach München, wo er in der kath. Jugendbewegung und Jugendfürsorge arbeitete und sich um die Organisation der Caritas sowie den Ausbau der Wohlfahrtspflege in Bayern kümmerte. 1924 beteiligte er sich aktiv an der Ausarbeitung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes, 1920-36 gehörte er zur Schriftleitung der „Stimmen der Zeit“, 1922-32 war er Landescaritasdirektor in Bayern. 1932 wurde N. als Rektor des Collegiums Germanicum nach Rom berufen, wo er wertvolle Mittlerdienste zwischen dem Deutschen Caritasverband und der Kurie leistete. Gleichzeitig hielt er Vorlesungen in Pastoraltheologie. Weil er den deutschen Verbandskatholizismus unterstützte, wurde N. 1935 auf diplomatischen Druck des Dritten Reiches von seinem Amt abgelöst und als Hausgeistlicher ans Sanatorium der Bamherzigen Brüder nach Freiburg (Breisgau) versetzt. Neben seiner Mitarbeit beim Caritasverband verfaßte er Bücher über Wesen und Organisation christlicher Nächstenliebe, über Priestertum und Seelsorge sowie Aufbau und Zusammenleben der christlichen Gemeinde. Mit der Begründung, N. habe in seinen Aufsätzen zur Friedenserziehung und als geistiger Führer des Friedensbundes deutscher Katholiken pazifistische Ziele in extremer Form verfolgt, untersagte ihm die Reichsschrifttumskammer 1941 jede schriftstellerische Tätigkeit. 1944 übernahm N. als Superior die Leitung des bischöflichen Studienheims Stella Maris in Stuttgart. Auf Wunsch des Deutschen Caritasverbandes verfaßte er 1945 eine Caritas-Enzyklika, mit welcher der Papst die Katholiken auf die furchtbaren Folgen des 2. Weltkrieges hinweisen und zu christlicher Nächstenliebe aufrufen sollte. Der Entwurf dieses Rundschreibens, das nicht veröffentlicht wurde, befindet sich im Nachlaß N.s.

  • Werke

    Jugendzeit, Ein Btr. z. Wiederaufbau Dtld.s, 1921;
    Aedificatio Corporis Christi, 1937, 21949;
    Einf. in d. Caritas, 1938;
    Die neue Pfarrei, 1939;
    Das Sakrament d. Priesterweihe, 1939;
    Aufss. u. a. in: Stimmen aus Maria Laach, 1912–14, u. Stimmen d. Zeit, 1915-42.

  • Literatur

    Korr.bl. f. d. Alumnen d. Collegium Germanicum-Hungaricum, 1945, S. 35-38;
    Caritas 47, 1946, S. 51 f.;
    Mitt. aus d. dt. Provinz 16, 1946-48, S. 409 f.;
    Jugendwohl 29, 1948, S. 34;
    H.-J. Wollasch, Ein Kaufmannssohn aus Radolfzell als Pionier f. Jugendpflege u. Seelsorge, in: Hegau 40, 1983, S. 7-58 u. in: ders., Sociale Gerechtigkeit u. christl. Caritas, 1996, S. 366-444;
    ders., Nat.soz. Kirchenpol. im Ausland: Rom 1935/36, in: Caritas 83, 1982, S. 343-51;
    ders., Eine Caritas-Enzyklika aus d. J. 1945, ebd. 86, 1985, S. 329-40 u. in: ders., Sociale Gerechtigkeit u. christl. Caritas, 1996, S. 352-56;
    Koch;
    Bad. Biogrr. NF II.

  • Autor/in

    Julius Oswald SJ
  • Empfohlene Zitierweise

    Oswald SJ, Julius, "Noppel, Constantin" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117054909.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA