Lebensdaten
1906 bis 1990
Geburtsort
Gänserndorf (Niederösterreich)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119491869 | OGND | VIAF: 115556379
Namensvarianten
  • Noll, Rudolf
  • Noll, R.
  • Noll, Rudolph

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Zitierweise

Noll, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119491869.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Hugo (1876–1958), Bahndir. in G. u. Salzburg; MElla Sandtner (1881–1972);
    Salzburg 1933 Valerie (1906–93), T d. Johann Farka, Tabakregiedir., u. d. Therese Loula, Lehrerin;
    1 S Helmut (* 1941), Dr. iur., Richter in Tulln, Lektor an d. Univ. Wien.

  • Leben

    Nach der Matura am Salzburger Akademischen Gymnasium studierte N. an der Univ. Wien Klassische Philologie, Klassische Archäologie und Alte Geschichte. Zu seinen Lehrern zählten u. a. Emil Reisch, bei dem er dissertierte (Studien zu d. Anfängen d. Karikatur in d. griech. Vasenmalerei, ungedr.), Emanuel Löwy, Arnold Schober und vor allem Rudolf Egger, der N. bei verschiedenen Grabungen (u. a. in Virunum) als Mitarbeiter einsetzte. Nach der Promotion 1930 wurde N. von Fritz Eichler (1887–1971) an die Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien geholt. Dort bearbeitete er u. a. seit 1938 den ein Jahr zuvor im westl. Niederösterreich geborgenen und anschließend in die Antikensammlung gelangten Dolichenusfund. Die wissenschaftliche Erschließung dieses durch einige verstreute Objekte später ergänzten Fundes beschäftigte ihn sein Leben lang und führte zu der grundlegenden Monographie „Das Inventar des Dolichenusheiligtumes von Mauer an der Url (Noricum) “ (1980).

    1947 kehrte N. invalid aus jugoslaw. Kriegsgefangenschaft nach Wien zurück, konnte allerdings den Museumsdienst zunächst nicht wieder aufnehmen, da er mangels einer freien Planstelle aus dem Dienst ausgeschieden wurde. Obwohl er den Lebensunterhalt für seine Familie zum Teil als Kinobilleteur verdienen mußte, gehören die Nachkriegsjahre wissenschaftlich mit zu seinen fruchtbarsten. Er befaßte sich mit dem frühen Christentum in Österreich. Mit der 1951 begonnenen Herausgabe des Nachrichtenblattes „Pro Austria Romana“ (PAR) schuf er eines der wichtigsten Instrumentarien für die Erforschung der röm. Epoche in Österreich. Besonders wertvoll ist die hierin von N. edierte lückenlose Bibliographie seit dem Zweiten Weltkrieg. Aktuelle Forschungs-, vor allem Grabungsergebnisse wurden in PAR sehr rasch den Kollegen bekannt gemacht.

    Erst 1952, nachdem Eichler in den Ruhestand versetzt worden war, konnte N. wieder in die Antikensammlung eintreten; 1958 wurde er deren Leiter (1963 Direktor). In dieser Zeit wurden von ihm Studiensammlungen (z. B. das Lapidarium) und ständige themenbezogene Ausstellungen eingerichtet. Auch das berühmte Heroon von Gölbasi-Trysa (Türkei) wurde durch seine Bemühungen erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Vervollständigt wurden diese musealen Aktivitäten durch die Herausgabe ausführlicher Kataloge.|

  • Auszeichnungen

    Honorarprof, (Univ. Wien 1963);
    Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (korr. 1966, wirkl. 1970), d. Österr. (1955) u. d. Dt. Archäolog. Inst. (1961);
    Ehrenmitgl. d. Österr. Ges. f. Ur- u. Frühgesch. (1972);
    Würdigungspreis f. Wiss. d. Landes Niederösterr. (1972);
    Wilhelm-Hartel-Preis d. Österr. Ak. d. Wiss. (1983);
    Gedenktafel am Bahnhof Gänserndorf(1996).

  • Werke

    Der gr. Dolichenusfund v. Mauer a. d. Url, 1938;
    Kunst d. Römerzeit in Österreich, 1949;
    Eugippius, Das Leben d. hl. Severin, 1947, Neubearb. 1963, ND 1981;
    Frühes Christentum in Österr., 1954;
    Röm. Siedlungen u. Straßen zw. Inn u. Enns, 1958;
    Das röm. Gräberfeld v. Salurn, 1963. Unbek. Briefe d. rhein. Altertumsfreundin Sibylle Mertens-Schaaffhausen, SB Österreich, phil.-hist. Kl. 450, 1985. – Kat.: Griech. u. lat. Inschrr. d. Wiener Antikenslg. 1962, 21986;
    Vom Altertum z. MA, 1958, 21974;
    Das Heroon v. Gölbasi-Trysa 1971, 21984.

  • Literatur

    Jb. d. Akadem. Gymnasiums Salzburg 1967, S. 184-86 (autobiogr. Skizze, P);
    Röm. Österreich 4, 1976 (FS anläßl. d. 70. Geb.tages, P);
    Zum Abschied, PAR 30, 1980, S. 27;
    ebd. 40, 1990, Sonderh. (W-Verz.);
    H. Vetters, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 140, 1990, S. 365-79 (W-Verz., P);
    H. Haupt, Das kunsthist. Mus., 1991, S. 123 (P);
    I. O. Höfler, R. N., Mensch u. Wissenschaftler, Gedenkschr. z. 90. Geb.tag, 1997 (W-Verz.).

  • Autor/in

    Manfred Kandler
  • Empfohlene Zitierweise

    Kandler, Manfred, "Noll, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 331 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119491869.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA