Lebensdaten
1841 bis 1899
Geburtsort
Antoniny (Russisch-Wolhynien)
Beruf/Funktion
Zionist ; Mitarbeiter Herzls ; Journalist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138232547 | OGND | VIAF: 88279917
Namensvarianten
  • Newlinski, Philipp Michael von
  • Newlinski, Michael von
  • Newlinski, Philipp Michael von

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Zitierweise

Newlinski, Michael von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138232547.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus verarmter poln. Adelsfam.

  • Leben

    N. studierte in St. Petersburg Rechtswissenschaften und begann 1865 eine journalistische Tätigkeit für russ. Zeitungen. 1872 wurde er von Außenminister Gyula Gf. Andrassy (1823–90) in das Österr.-Ungar. Ministerium für Auswärtiges berufen. 1876/77 im diplomatischen Dienst der Botschaft in Konstantinopel, unterhielt er gute Kontakte zum osman. Herrscherhaus. Als sein Förderer Andrassy 1879 zurücktrat, verließ N. den Staatsdienst und betätigte sich in Paris und Wien wieder als Journalist. In Wien übernahm er die Chefredaktion der Zeitung „Correspondance de l'Est“ und schrieb als Korrespondent für franz. Zeitungen, u. a. für „Journal des Débats“ und „Temps“. In beiden Städten gab er Hefte zu politisch-historischen Themen heraus, darunter zum Malteserorden, zur Nationalitätenfrage in Ungarn und zu den Beziehungen zwischen Polen und dem Haus Habsburg.

    1896 nahm Theodor Herzl (1860–1904) mit N. Kontakt auf und gewann ihn, an der Verwirklichung der zionistischen Idee mitzuarbeiten. Zunächst ließ sich N. sich seine journalistischen Bemühungen honorieren, doch unter Herzls Einfluß wurde er zum uneigennützigen Kämpfer für dessen Bewegung. Eine regelmäßige Kolumne seiner Zeitung war fortan zionistischen Angelegenheiten gewidmet. N.s vielfältige diplomatische Missionen hatten zum Ziel, sich des Wohlwollens prominenter Persönlichkeiten – darunter Fürst Bismarck und Papst Leo XIII. – für den Zionismus zu versichern. Er begleitete Herzl als diplomatischer Berater auf dessen erstem Besuch in Konstantinopel. Eine Audienz Herzls beim Sultan, zu dessen Herrschaftsbereich Palästina gehörte, vermochte N. nicht zu erwirken, sondern lediglich eine Auszeichnung. Erfolgreicher war er auf dem Balkan, wo er eine Audienz Herzls bei Kronprinz Ferdinand von Bulgarien vermitteln konnte. N. selbst traf mit dem serb. König zusammen und konnte dessen Unterstützung für die zionistische Bewegung gewinnen. 1899 sandte ihn Herzl nach Konstantinopel, wo er vom Sultan empfangen wurde; auf der Rückkehr von dieser Reise starb er.

  • Literatur

    L. Eisenberg, Das geistige Wien, I, 1893, S. 379;
    Th. Herzl, Briefe u. Tagebücher 1866-1904, bearb. v. J. Wachten u. a., 6 Bde., 1983-93;
    N. M. Gelber, in: Herzl Year Book 2, 1959, S. 113-52;
    A. Bein, Theodor Herzl, 1983;
    Enc. Jud. 1971. |

  • Quellen

    Qu Haus-, Hof- u. StA Wien; Kopien in Central Zionist Archives, Jerusalem.

  • Autor/in

    Martha Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Martha, "Newlinski, Michael von" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 194 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138232547.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA