Lebensdaten
1894 bis 1954
Geburtsort
Lambach (Oberösterreich)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116990910 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Newald, Richard

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Zitierweise

Newald, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990910.html [22.01.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., RA in Linz;
    M N. N. Edlbacher;
    Schw Fanny, Malerin in Linz;
    um 1924 Helene Burger 1973), Dr. phil., Philologin; kinderlos.

  • Leben

    Als Schüler des Benediktinergymnasiums Kremsmünster (1904–12) erhielt N. eine vorzügliche Ausbildung in den klassischen Sprachen und der antiken Geisteswelt. Das Studium der Deutschen Philologie, 1913 in München begonnen, wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen und nach langer russ. Gefangenschaft (in Wladiwostok) erst 1921 mit der Promotion aufgrund seiner Arbeit „Beiträge zur Soldatensprache“ abgeschlossen. Einflußreiche Lehrer waren u. a. Karl Borinski und Friedrich Wilhelm, bei dem sich N. 1926 in Freiburg (Breisgau) habilitierte. 1930 wurde er nach Fribourg (Schweiz) als ao. Professor berufen (o. Prof. 1933). 1945 seines Amtes enthoben und im Juli aus der Schweiz ausgewiesen, ging N. nach Freiburg (Br.). Mit der Unterbrechung einer Gastprofessur an der dortigen Univ. (1950/51), lehrte N. seit 1950 an der FU Berlin (zunächst Gastprof., 1951 ao., 1954 persönl. o. Prof.).

    N. gehört zu den bedeutendsten deutschen Philologen und Literarhistorikern in der Mitte des 20. Jh. In seinem umfangreichen Werk verbanden sich profunde Kenntnisse der antiken Welt mit philologischen und historischen Fähigkeiten, Phänomene der Welt des Mittelalters, der Frühen Neuzeit, der Neuzeit und der Moderne zu erforschen und anschaulich darzustellen. Zu N.s überdauernden wissenschaftlichen Leistungen gehört die mit Helmut de Boor konzipierte „Geschichte der Deutschen Literatur“, in der er nur die Bände 5 (1951, 61967, Nachdr. 1975) und 6/1 (1957, 71985) selbst erarbeiten konnte; sie leiteten eine intensive Neuerforschung von Barock und Aufklärung ein. Ein weiteres großes Forschungsgebiet war das Nachleben bzw. die Rezeption der antiken Welt in der deutschen Literatur seit dem Mittelalter. Viele Publikationen (Editionen, Abhandlungen, Berichte) beleuchten das für N. zentrale Gebiet des Humanismus; N.s Erasmus-Biographie (1947) gilt bis heute als Standardwerk Das dritte, der germanischen Philologie gewidmete Unternehmen, das „Corpus der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahr 1300“ (1943 ff.), das N. mit Friedrich Wilhelm seit den 20er Jahren aufbaute und dann allein weiterführte, findet erst jetzt mit einem Wörterbuch seinen Abschluß.

  • Werke

    Weitere W u. a. Goethe u. d. Antike, 1932;
    Eduard Duller, Ein dt. Journalistenleben aus d. Vormärz, 1934;
    Elsäss. Charakterköpfe aus d. Za. d. Humanismus, 1944;
    Vier Gestalten aus d. Za. d. Humanismus, 1946;
    Humanitas, Humanismus, Humanität, 1947;
    Erasmus Roterodamus, 1947;
    Einf. in d. Wiss. d. dt. Sprache u. Lit., 1947;
    Die dt. Lit. v. Späthumarnsmus z. Empfindsamkeit, 1951;
    Von Klopstock bis zu Goethes Tod, 1. T.: Ende d. Aufklärung u. Vorbereitung d. Klassik, 1957;
    Nachleben d. antiken Geistes im Abendland bis z. Beginn d. Humanismus, 1960;
    Probleme u. Gestalten d. dt. Humanismus, Stud., hg. v. H.-G. Roloff, 1963 (W-Verz., Würdigung).

  • Literatur

    J. Quint, in: ZDP 74, 1955, S. 77-80;
    Teichl;
    Biogr. Lex. v. Oberösterr., 6. Lfg., 1960;
    Kosch, Lit.-|Lex.3;
    Internat. Germanistenlex. 1800-1950 (in Vorbereitung).

  • Autor/in

    Hans-Gert Roloff
  • Empfohlene Zitierweise

    Roloff, Hans-Gert, "Newald, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 193 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990910.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA