Lebensdaten
1926 – 1993
Geburtsort
Würzburg
Sterbeort
Dortmund
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 143095900 | OGND | VIAF: 160739067
Namensvarianten
  • Neumann, Wilhelm Paul
  • Neumann, Wilhelm
  • Neumann, Wilhelm Paul
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Zitierweise

Neumann, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143095900.html [20.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1898–1965) aus Berlin, Dr. med. Dr. phil., o. Prof. f. Pharmakol. u. Toxikol. in W. (s. Pogg. VII a);
    M Margarete Bertram, Lehrerin;
    1) 1957 Mechthild Maier ( 1978), 2) 1983 Gerda Deutskens;
    1 S, 2 T aus 1).

  • Biographie

    N. besuchte das humanistische Gymnasium in Würzburg und wurde 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. 1945 holte er in Abendkursen das Abitur nach und begann 1946 in Würzburg das Chemiestudium, das er mit dem Diplomexamen (1950) und der Promotion zum Dr. rer. nat. (1952) abschloß. Die Dissertation „Über die Synthese von Homopurinen, ihre Ultraviolett-Absorption und Fluoreszenz“ führte er unter der Anleitung des Würzburger Organikers und Biochemikers Fritz Gottwalt Fischer (1902–60) durch (Liebigs Ann. d. Chem. 572, 1951, S. 230-40). Während des Studiums und der Promotionszeit war N. Assistent am Würzburger chemischen Institut. Die anschließenden eigenen Forschungsarbeiten in Kooperation mit Fischer sowie dem Pharmakologen und Toxikologen E. Habermann widmeten sich einer neuen Harnsäuresynthese (Chem. Berr. 82, 1952, S. 752-60) sowie der Analyse, Isolierung und Strukturaufklärung verschiedener tierischer Gifte (u. a. Honigbiene u. Klapperschlange). 1955 wechselte N. an das MPI für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr, wo er von Karl Ziegler (1898–1973) in die Metallorganische Chemie eingeführt wurde und Arbeiten zur aluminium- und zinnorganischen Chemie durchführte. 1959 habilitierte er sich an der Univ. Gießen für das Fach Chemie mit einer Schrift „Über organische Molekülverbindungen von Aluminium-Alkylen“. 1959 wechselte N. als Privatdozent und Assistent an das Institut für Organische Chemie der Univ. Gießen zu Fritz Kröhnke (1903–81), wo er 1965 zum apl. Professor und Abteilungsleiter ernannt wurde. Hier führte er seine bereits in Mülheim begonnenen, grundlegenden Arbeiten zur Darstellung und Reaktivität von Zinnorganylen fort. Neben zahlreichen|Publikationen entstand in dieser Zeit auch die Monographie „Die Organische Chemie des Zinns“ (1967, engl. 1970). 1969 folgte N. einem Ruf auf den ersten Lehrstuhl für Organische Chemie an der 1968 neu eröffneten Univ. Dortmund (Dekan 1975/76, Emeritierung 1992). Er dehnte seine Arbeiten zur Organischen Chemie des Zinns auf Germanium und Blei aus und wandte sich zunehmend dem Studium reaktiver Zwischenstufen zu (Reaktive und stabilisierte freie Radikale, Radikalreaktionen von Organozinnhydriden und Organozinnalkylen sowie deren schwerere Analoga). Die weitere wissenschaftliche Forschungstätigkeit galt eingehenden mechanistischen, spektroskopischen und präparativen Untersuchungen zur Chemie der freien Radikale und der schweren Carben-Analoga des Zinns und Germaniums (Stannylene und Germylene) sowie der Herstellung und Anwendung polymer-fixierter Zinnreagenzien. N. veröffentlichte 265 wissenschaftliche Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Fachzeitschriften, darunter mehrere Übersichtsartikel und Handbuchbeiträge.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Kuratoriums d. MPI f. Ernährungs- und Systemphysiologie Dortmund;
    Ehrenmitgl. d. Argentin. Ges. f. Forsch. (1987);
    Fellow d. Japan Soc. for the Promotion of Science (1988).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über Organozinn-Hydride, in: Angew. Chemie 73, 1961, S. 542 ff.;
    Neues aus d. Chemie d. Organozinn-Verbindungen, ebd. 75, 1963, S. 225-35;
    Neuere Ergebnisse in d. organ. Chemie d. Zinns u. Bleis, ebd. 80, 1968, S. 48 ff.;
    Methoden z. Darstellung v. Verbindungen d. Zinns, in: Methodicum Chimicum 7, 1976, S. 355 ff.;
    The Stannylenes R2Sn-New Interpretation of their Past, Present Development and Preview, in: M. Cielen u. P. G. Harrison (Hg.), The Organometallic and Coordination Chemistry of Germanium. Tin and Lead, 1978, S. 51 ff.;
    Di-, Poly- and Cyclostannanes, in: A. L. Rheingold (Hg.), Heteroatom Rings, Chains and Macromolecules of Main Group Elements, 1977;
    Zur wachsenden Bedeutung d. metallorgan. Chemie, in: Die Naturwiss. 55, 1968, S. 553 ff.;
    Die organ. Verbindungen v. Germanium, Zinn u. Blei, ebd. 68, 1981, S. 354 ff.;
    Tri-n-butyltin Hydrides as Reagent in Organic Synthesis, in: Synthesis 1987, S. 665-83;
    Germylenes and Stannylenes, in: Chemistry Review 91, 1991, S. 311 ff.;
    Tin for Organic Synthesis, in: Journal of Organometallic Chemistry 437, 1992, S. 23 ff.;
    Organotin Intermediates for Organic Synthesis, in: V. G. Kumar Das, Ng Seik Weng and M. Gielen (Hg.), Chemistry and Technology of Silicon and Tin, 1991, S. 151 ff.;
    Preparation and Investigation of a Polystyrene-Based Organotin Hydride as a Versatile Multiple-Use Reagent in Organic Synthesis, in: Reactive Polymers 20, 1993, S. 189.

  • Literatur

    Nachrr. aus Chemie, Technik u. Laboratorium 34, 1986, S. 1104 (P);
    Chemiker Ztg. 110, 1986, S. 380 (P);
    Wi. 1994;
    Who's Who in the World?, 111993/94;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1966–96, Nekr.

  • Autor/in

    Peter Eilbracht
  • Zitierweise

    Eilbracht, Peter, "Neumann, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 163-164 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143095900.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA