Lebensdaten
1900 bis 1972
Geburtsort
Oberplanitz (Sachsen)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Montanwissenschaftler ; Markscheider
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 132557436 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Neubert, Karl
  • Neubert, K.
  • Neubert, Carl

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Zitierweise

Neubert, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132557436.html [17.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Hermann, Steiger im Zwickauer Steinkohlenbergbau;
    M Bertha Minna Müller;
    1931 Helene Charlotte Hornig;
    2 K.

  • Leben

    Nach dem Abitur in Zwickau arbeitete N. ein Jahr im dortigen Steinkohlenbergbau und studierte seit 1920 Bergbau an der Bergakademie Freiberg. Er erwarb Diplome als Markscheider (1923) und Bergingenieur (1924) und war anschließend ein halbes Jahr Assistent bei →Karl Kegel. 1925 wurde er beim Gruhl-Werk im linksrhein. Braunkohlenbergbau als Steiger eingestellt. 1926/27 war N. als Projektingenieur auch für die markscheiderischen Arbeiten dieses Unternehmens verantwortlich. 1927-38 arbeitete er als Chefmarkscheider auf Billiton im indones. Zinnerzbergbau. Dabei oblag ihm auch der Aufbau eines neuen Lagerstättenarchivs als Grundlage der Rentabilitätsnachweise der Aufbereitung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse waren richtungsweisend für N.s spätere wissenschaftliche Tätigkeit auf diesem Gebiet. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst als Assistent bei Karl Lehmann in Essen und 1940-42 als Mitarbeiter der Rhein. Stahlwerke, Abteilung Bergbau. In dieser Zeit erwarb er die Konzession als Markscheider beim Sächs. Oberbergamt Freiberg (1941) und|beim Preuß. Oberbergamt Halle (1941). Seine Tätigkeit erstreckte sich vorrangig auf Projektierungsarbeiten unter Berücksichtigung von Gebirgs- und Bodenbewegungen als Folge des Untertageabbaus.

    Mit seiner Dissertation „Fluchtentafeln als Hilfsmittel markscheiderischer und bergbautechnischer Berechnungen“ an der Bergakademie Freiberg (1942) leistete N. einen praxisorientierten Beitrag zur Nomographie, insbesondere zu ihrer Anwendung in den Ingenieurwissenschaften. 1943 habilitierte er sich mit dem Thema „Abbaugestaltung im Sicherheitspfeiler des Verschiebebahnhofes Osterfeld-Süd und der Schleuse III des Rhein-Herne-Kanals zur Erzielung möglichst gleichmäßiger Absenkung“. Wegweisend hierbei waren seine Vorschläge zur Vorausberechnung der Horizontalkomponente des Bodenbewegungsvorganges in Realisierung der sog. Trogtheorie von K. Lehmann. 1943 folgte N. dem Ruf seiner Heimatstadt Zwickau, an der dortigen Bergschule eine Vermessungssteiger-Klasse einzurichten, die er bis 1949 führte. 1945-51 leitete er als Gruppenmarkscheider die Markscheidereien im Zwickauer Steinkohlenbergbau, die vorher verschiedenen Kapitalgemeinschaften angehört hatten. Er entwickelte das bergmännische Riß- und Kartenwerk weiter und erstellte neue Flözeigenschaftskarten und ein modernes Flözregister mit Flözkartei. 1949 wurde N. als o. Professor und Direktor des Instituts für Markscheidewesen und Bergschadenkunde an die Bergakademie Freiberg berufen. Seine Arbeiten trugen dazu bei, Maßnahmengegen plötzliche Entspannungen im Gebirgskörper. zur Ermittlung von Gefahrenherden sowie besonders bei der Einführung neuer Abbaumethoden im Kalibergbau bei möglichst gleichmäßiger Absenkung des Hangenden zu realisieren. Von gleicher Bedeutung sind seine Entwicklungsarbeiten zum Lagerstättenkataster mit dem Ziel, ein auf möglichst lange Sicht gleichmäßig zusammengesetztes Fördergut für die Aufbereitung und die weitere Rohstoffverarbeitung zu garantieren.

  • Werke

    u. a. Markscheidewesen, 2 Bde., 1961/64.

  • Literatur

    FS K. N. z. Vollendung seines 65. Lebensj., 1965 (W-Verz., P);
    J. Lahl, in: Bergak. 17, 1965, S. 703 f. (P);
    H. Meixner, in: Bergbautechnik 20, 1970, S. 334 (P);
    ders., in: Neue Bergbautechnik 2, 1972, S. 798 f. (P);
    J. Leonhardt, in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 80, 1973, H. 2 (P);
    Pogg. VII a. – Eigene Archivstud. (Hochschularchiv Bergak. Freiberg;
    Fam.archiv Dr. Mergner, Freiberg).

  • Portraits

    Abb. in: Bergak. Freiberg – FS z. ihrer Zweihundertjahrfeier II, 1965.

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Neubert, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 104 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132557436.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA