Lebensdaten
1897 bis 1979
Geburtsort
Hamburg
Beruf/Funktion
Physiologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 138366276 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Necheles, Heinrich
  • Necheles, H.

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Zitierweise

Necheles, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138366276.html [16.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Fabian (* 1861) aus Zloczów (Galizien), Kaufm., seit 1894 in H.;
    M Rosche Laufer (* 1866) aus Lemberg, Kauffrau in H.;
    B Johann (John) (1896–1979), Dr. med., Ernst (Ernest) (1900–88), Dr. med., beide in Chicago;
    N. N.

  • Leben

    Nach dem Abitur begann N. 1915 das Medizinstudium in Berlin. Er mußte es wegen des Kriegsdienstes 1916-19 unterbrechen und setzte es in Kiel, Hamburg, Freiburg (Br.) und wieder in Hamburg fort. Nach seinem Physikum 1920 trat er als Doktorand Otto Kestners in das Physiologische Institut der neu gegründeten Univ. Hamburg ein. 1922 bestand er das medizinische Staatsexamen, 1923 wurde er zum Dr. med. promoviert. N. entwickelte eine Apparatur zur Dialyse des strömenden Blutes von lebenden Tieren, mit dem Ziel, die Lebensdauer eines solchen Tieres durch häufigere Dialyse zu verlängern und durch Dialyse nennenswerte Mengen von stickstoffhaltigen Körpern aus dem urämischen Blut zu eliminieren. Schon 1914 wurde von J. J. Abel, L. G. Rowntree und B. B. Turner ein als „artificial kidney“ (künstliche Niere) bezeichneter Apparat zur Dialyse vorgestellt. N. setzte sich in seiner Arbeit mit dieser Konstruktion auseinander. Obwohl ihm damit nicht die Priorität zukommt, steht er doch am Anfang der über mehrere Jahrzehnte gehenden Entwicklung der künstlichen Niere und kann für sich in Anspruch nehmen, daß sein Apparat den Anstoß für die ersten Therapieversuche am Menschen gab. 1924 wurde N. mit einer Arbeit: „Über die Wärmeregulation bei wechselwarmen Tieren“ zum Dr. rer. nat. promoviert. 1924 ging er mit einem Stipendium der Rockefeller-Stiftung nach Peking. An der dortigen Universität lehrte er Physiologie und arbeitete über die Wärmeregulation bei Insekten. 1931 verließ N. China und ging in die USA, wo er zunächst am Physiologischen Institut der Univ. Chicago arbeitete. 1932 ernannte ihn die med. Fakultät der Univ. Hamburg zum ständigen Mitarbeiter des Physiologischen Instituts; in seiner Antrittsvorlesung führte N. die niedrigere Stoffwechselrate der Chinesen, verglichen mit der der Europäer, auf einen geringeren Muskeltonus zurück. Wegen der NS-Zeit entwickelten sich aus dieser Mitgliedschaft keine Konsequenzen für seine Karriere. Er blieb als ao. Professor am Michael-Reese-Hospital in Chicago, wo er bald Direktor der Abteilung für Gastroenterologie wurde. Sowohl in physiologischen, pathophysiologischen als auch klinischen Belangen leistete er auf diesem Forschungsfelde in mehr als 500 Publikationen wesentliche Beiträge. Besonders hervorzuheben sind seine Arbeiten über die Sekretin- und Cholecystokinin-Wirkung auf die Galleproduktion in der Leber.|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Hamburg, 1967)

  • Werke

    u. a. Über Dialysieren d. strömenden Blutes am Lebenden, in: Klin. Wschr. (Berlin) 2, 1923, S. 1257;
    Über Wärmeregulation bei wechselwarmen Tieren, Ein Btr. z. vgl. Physiologie d. Wärmeregulation, in: Archiv f. d. gesamte Physiologie 204, 1924, S. 71-86;
    Isolation of gastric and pancreatic secretory excitants from circulation by vividialysis, in: Chinese Journal of Physiology 2, 1928, S. 415-34 (mit R. K. S. Lim);
    Über d. Stoffwechsel d. Chinesen, ebd. 6, 1932, S. 153-73;
    Characteristics of fat-splitting enzymes in health and disease, in: American Journ. of Gastroenterology 27, 1957, S. 479 (mit S. Katz);
    Relationship between hepatic and pancreatic function, ebd. 40, 1963, S. 148.

  • Literatur

    Enc. Jud. 1971.

  • Autor/in

    Ekkehart Rumberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Rumberger, Ekkehart, "Necheles, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 19 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138366276.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA