Lebensdaten
um 1450 bis 1521
Sterbeort
Riesenburg
Beruf/Funktion
Bischof von Pomesanien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123001269 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dobeneck, Job von
  • Hiob von Dobeneck
  • Job von Dobeneck
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Zitierweise

Dobeneck, Hiob von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123001269.html [20.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus vogtländischem Uradel;
    V Johannes (Jan) ( v. 1486) auf Blintendorf;
    M v. Zedtwitz;
    N Georg ( 1561), Deutschordenskomtur zu Liebstedt, Crispine ( 1564, Melchior v. Ossa, 1557, sächsischer Kanzler).

  • Leben

    D. wurde 1489 Propst und Archidiakon des Deutschordenshauses Zschillen (Wechselburg) bei Rochlitz in Sachsen. Er gehörte zu der sächsischen Gesandtschaft, die im Frühjahr 1498 die Wahl des Herzogs Friedrich von Sachsen zum Hochmeister vorbereitete. Dem neuen Hochmeister, der sich mit einem sächs. Gefolge umgab, wurde D. ein vertrauter und einflußreicher Ratgeber. Auf Betreiben des Hochmeisters wurde D. 1501 zum Bischof von Pomesanien gewählt, und, wenn|auch zögernd, 1502 gezwungen, die Pfründe in Zschillen aufzugeben. Auch nach der Übersiedlung nach Preußen war D. als Gesandter viel unterwegs. Den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn erreichte er 1507, als der Hochmeister bei seiner Übersiedlung nach Sachsen eine vierköpfige Regierung in Preußen einsetzte, in der D. die erste Stelle einnahm. Nach dem Tode Friedrichs (1510) hat D. die Wahl des Hochmeisters Albrecht von Brandenburg entscheidend gefördert. Auch in den ersten Jahren Albrechts behielt D. seine Stellung als oberster Ratgeber und war nach wie vor 1510 zu wichtigen Gesandtschaften besonders nach Polen oft von seinem Bistum abwesend. Er vertrat mit Entschiedenheit und Geschick die vom Hochmeister Friedrich eingeleitete und von Albrecht fortgesetzte Politik des Widerstandes gegen Polen und somit der Ablehnung des Thorner Vertrages von 1466. Als Ende 1515 Dietrich von Schönberg in Preußen erschien und die Gunst des jungen Hochmeisters gewann, trat D. anscheinend freiwillig aus seiner führenden Stellung zurück und widmete sich mehr der Verwaltung seines Bistums, dessen Besiedlung er förderte. Erst kurz vor dem Ausbruch des Krieges mit Polen trat D. Ende 1519 wieder in den Vordergrund, jetzt im Sinne einer Friedenspolitik. Als sein Bistum von Polen besetzt wurde, mußte er sich unterwerfen, ohne sein Verhältnis zum Deutschen Orden zu lösen. Sein letztes Werk war die Vermittlung des Waffenstillstandes in Thorn vom 5.4.1521. – Der Name D.s hat besonderen Glanz erhalten durch seine Beziehungen zum Humanismus. Helius Eobanus Hessus hat 1509-13 am Hofe D.s in Riesenburg geweilt, Erasmus Stella hat ihm Schriften gewidmet. Die quellenmäßig nicht sicher belegte Gründung einer literarischen Gesellschaft in Riesenburg (vergleiche Hessus, Heroiden) ist nicht unwahrscheinlich, doch kann sie nur kurze Zeit bestanden haben, und der Kreis ihrer Mitglieder ist unsicher.

  • Literatur

    H. Cramer, Gesch. d. vorm. Bistums Pomesanien, in: Zs. d. Hist.Ver. Marionwerder 12, 1884, S. 194-216;
    E. Joachim, Die Pol. d. letzten Hochmeisters in Preußen, Albr. v. Brandenburg (1510–25), 3 Bde., 1892-95, = Publ. a. d. preuß. Staatsarchiven 50, 58 u. 61;
    A. Frhr. v. Dobeneck, Gesch. d. Fam. v. D., 1906, S. 252-69;
    W. C. Pfau, Grundriß d. Chronik üb. d. Kloster Zschülen, 1909;
    K. Forstreuter, Vom Ordensstaat z. Fürstentum, 1951;
    Altpreuß. Biogr.Qu.: Sächs. Landeshauptarchiv u. Staatsarchiv Königsberg.

  • Autor/in

    Kurt Forstreuter
  • Empfohlene Zitierweise

    Forstreuter, Kurt, "Dobeneck, Hiob von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 4 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123001269.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA