Lebensdaten
1749 bis 1829
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Königsberg (Preußen)
Beruf/Funktion
Pharmazeut ; Chemiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 11637943X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hagen, Karl Gottfried
  • Hagen, Carl Gottfried
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Zitierweise

Hagen, Carl Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11637943X.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1709–72), Apotheker u. Ratsherr in Schippenbeil, dann Hofapotheker u. Medizinalassessor in K., Vf. chem.-pharmazeut. u. botan. Arbb. (s. Altpreuß. Biogr.), S d. Buchbinders Gottfried in Schippenbeil u. d. Christine Stendel;
    M Maria Elis. (1723–1807), T d. Joh. Georgesohn ( 1752), Kauf- u. Handelsherr im Kneiphof, Hofapotheker in K., u. d. Cath. Elisabeth Heeling;
    B Joh. Heinrich (1738–75), Apotheker in K., beschäftigte sich mit Pflanzengiften u. unterirdisch fließenden Gewässern (s. Pogg. I; Ferchl), Frdr. Ludwig (s. Gen. 3);
    - Königsberg 1784 Joh. Maria (1764–1829), T d. Hofgerichtsadvokaten Gottfried Rabe in K. u. d. Marg. Dorothea Teske;
    9 K (4 früh †), u. a. Carl Heinr. (s. Gen. 4), Joh. Frdr. (1788–1865), Hofapotheker u. Stadtrat in K., August (s. 1), Johanna ( Frdr. Wilh. Bessel, 1846, Astronom, s. NDB II, Nachkommen nennen sich z. T. Bessel-Hagen), Louise Florentine ( Franz Ernst Neumann, 1798–1895, Prof. d. Physik u. Mineralogie in K.);
    N Gotthilf (s. 3);
    E Herm. Aug. (s. 4), Robert Herm. Heinr. (1815–58), Lehrer am Cölln. Realgymnasium in Berlin, Vf. mineralog. u. chem. Schrr. (s. Pogg. I, III), Karl Neumann (1832–1925), Prof. d. Math.;
    Ur-E Ernst (s. 2).

  • Leben

    H., der Ahnherr einer verbreiteten Gelehrtenfamilie, trat 1763, erst 14 Jahre alt, als Lehrling in die väterliche Hofapotheke in Königsberg ein, in der er 1766-69 auch als Geselle tätig war. 1769-72 war er stud. med. der Universität Königsberg. 1772, nach des Vaters Tode, übernahm er die Hofapotheke (die er bis 1816 leitete) und legte 1773 in Berlin die Prüfung als Apotheker ab. Auf Veranlassung der Professoren J. A. Orlovius und Ch. Th. Büttner wandte er sich neben seiner praktischen Tätigkeit der Laufbahn des Hochschullehrers zu, erwarb 1775 in Königsberg den medizinischen Doktorgrad und die Venia docendi, wurde 1779 außerordentlicher Professor, 1783 Adjunkt und 1788 ordentlicher Professor der Medizinischen Fakultät. Als 1807 die Naturwissenschaften der philosophischen Fakultät eingegliedert wurden, wurde H. als Ordinarius für Physik, Chemie und Naturgeschichte in diese übernommen und auch zum Dr. phil. ernannt. Er trug Physik, Chemie, Mineralogie, Pharmazie, Botanik und Zoologie vor. 1789 wurde er Assessor, 1800 Medizinalrat des Provinzial-Sanitätskollegiums. Er wurde durch mancherlei Gunstbeweise der königlichen Familie (der er während ihres Aufenthaltes in Königsberg 1808/09 näher getreten war) geehrt. In der Botanik ist Galeopsis Hagenii, in der Zoologie Mytilus Hagenii nach ihm benannt worden. Die Hagen-Bucholz-Stiftung zur Förderung wissenschaftlicher Arbeit junger Apotheker bewahrt seinen Namen im Bereiche der Pharmazie.

    H. ist weniger wegen einzelner wissenschaftlicher Forschungsergebnisse als durch seine 53 Jahre währende vorbildliche Lehrtätigkeit besonders für die Entwicklung der Pharmazie von hoher Bedeutung geworden. In seinem vorzüglich ausgestatteten Apothekenlaboratorium hielt er für seine Hörer praktische Übungen in der Chemie ab und leitete die Studierenden zu eigenen Versuchen und experimentellen Arbeiten an. Dadurch wies er dem Hochschulunterricht in der Chemie, der so lange fast überall im wesentlichen sich auf theoretische Vorlesungen oder experimentelle Vorführungen des Dozenten beschränkt hatte, neue Bahnen. Sein Beispiel fand schnell an anderen Hochschulen Nachahmer und förderte vor allem auch die damals einsetzende Universitätsausbildung der Pharmazeuten. H. unterstützte seine Unterrichtsmethodik durch eine Reihe von Lehrbüchern, die in vielen Auflagen weite Verbreitung fanden und großen Einfluß ausübten. Im „Lehrbuch der Apothekerkunst“ (Königsberg 1778, 81829) bemühte er sich, die Pharmazie nach dem Stande seiner Zeit erstmalig in einem Lehrbuche wissenschaftlich zu behandeln. Er festigte damit die wissenschaftliche Grundlage für den bis dahin vielfach nur handwerklich ausgeübten Beruf des Apothekers. Den „Grundriß der Experimentalchemie zum Gebrauch bey dem Vortrage derselben“ (Königsberg 1786, ab 3. Auflage, 1796 unter dem Titel „Grundsätze der Experimentalchemie“, 41815) bezeichnete Kant, zu dessen Tafelrunde H. gehörte, als „ein logisches Meisterstück“.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. vieler gel. Ges., Roter Adlerorden II. Kl. mit Eichenlaub.

  • Werke

    Weitere W u. a. Grundriß d. Experimentalpharmacie, Königsberg 1790;
    Preußens Pflanzen, 2 Bde., 1818;
    Chloris Borussica, 1819.

  • Literatur

    ADB X;
    K. G. H., Lehrb. d. Apothekerkunst, 81829, S. III-XII (W, P);
    F. P. Dulk, Der Medicinalrath Dr. H., 1849;
    Aug. Hagen, K. G. H., Leben u. Wirken, in: Neue Preuß. Provinzial-Bll. 9, 1850, S. 46-86, 116-36;
    [Heinr. Hagen], Aug. Hagen, Eine Gedächtnisschr., 1897, S. 3-16;
    H. Matthes, 150 J. pharmazeut. Chemie an d. Univ. Königsberg, in: Pharmazeut. Ztg. 73, 1928, S. 1041-52 (W, P);
    G. Wallrabe, ebd. 74, 1929, S. 285-87 (P);
    G. E. Dann, Die Apotheker d. Fam. Hagen, ebd. 101, 1956, S. 371-76 (P auch f. Fam., Stammtafel);
    H. Valentin, K. G. H. u. Kant, in: Die Vorträge d. Hauptverslg. d. Internat. Ges. f. Gesch. d. Pharmazie in Hamburg-Harburg 1949, 1950, S. 75-84;
    Pogg. I;
    Ferchl;
    Altpreuß. Biogr.

  • Portraits

    in: O. Zekert, Berühmte Apotheker, 1955;
    Büste v. Wichmann (Univ. Königsberg), Abb. b. Dann, s. L.

  • Autor/in

    Georg Edmund Dann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dann, Georg Edmund, "Hagen, Carl Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 473 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11637943X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hagen: Karl Gottfried H., geboren in Königsberg 1749, daselbst 1829. Er war Apotheker, habilitirte sich bei der medicinischen Facultät 1775, wurde im J. 1779 zum Extraordinarius und 1788 zum Ordinarius in dieser Facultät ernannt. Später, 1807 wurde er Professor der Chemie, Physik und Naturgeschichte bei der philosophischen Facultät. Er ist vorzüglich bekannt geworden durch sein „Lehrbuch der Apothekerkunst", das im J. 1778 erschien, sehr viele Auflagen erlebte (die 8. erschien 1829) und einen großen Einfluß auf die chemische Bildung des Apothekers ausübte. Von größeren Schriften veröffentlichte er außerdem einen „Grundriß der Experimentalchemie", 1786, welcher in 3. Auflage 1796 unter dem Titel „Grundsätze der Chemie durch Versuche erläutert“ erschien, und einen „Grundriß der Experimental-Pharmacie“, 1786. Von seinen Experimentaluntersuchungen ist wenig zu berichten; erwähnenswerth ist nur, daß er mit zur Unterscheidung des Natrons vom Kali beitrug.

  • Autor/in

    Ladenburg.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ladenburg, Albert, "Hagen, Carl Gottfried" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 340 unter Hagen, Karl Gottfried [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11637943X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA