Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
mecklenburgisches Adelsgeschlecht
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11893631X | OGND | VIAF

Orte

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Zitierweise

Moltke, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11893631X.html [21.11.2017].

CC0

  • Leben

    Das meckl. Adelsgeschlecht ist seit der Mitte des 13. Jh. urkundlich nachweisbar. Gebhard (1567–1644) war meckl. Geh. Ratspräsident (s. ADB 22), Gustav Bernhard (1634–1710) hann. Gesandter in Wien (s. Dipl. Vertr. I).|Von der weitverzweigten Familie wurden verschiedene Linien in den Reichsgrafen- bzw. dän. Lehensgrafenstand erhoben (1776 bzw. 1750).

    Viele Angehörige des Geschlechts nahmen hohe Stellungen in Dänemark ein: Adam Gottlob Gf. (1710–92), Oberhofmarschall, Präses der Stockholmer Bank, der Asiat. Handelsgesellschaft und der Akademie der Maler, Bildhauer und Architekten, Mitglied der Leopoldina, Adam Ludwig Gf. (1743–1810), General, Magnus Gf. (1741–1813), Generalleutnant, Joachim Godske Gf. (1746–1818), Finanzminister, Adam Gottlob Ferdinand Gf. (1748–1820), Admiral, Werner Jasper Andreas Gf. (1755–1838), Geh. Rat und Oberpräsident von Kopenhagen, Adam Gottlob Detlev Gf. (1765–1843), Politiker, Mitarbeiter an der eigenen Verfassung Schleswig-Holsteins, Schriftsteller (s. L), Otto Joachim Gf. (1770–1853), Staatsminister und Präsident der Schleswig-Holstein-Lauenburg. Kanzlei bis 1842, Carl Emil Gf. (1773–1858), Gesandter, Magnus Gf. (1783–1864), Landrat in Schleswig, seit 1836 Präsident der schleswig. Provinziallandstände, Ludwig Gf. (1790–1864), Gesandter, Wilhelm Gf. (1785–1864), Finanzminister bis 1852, Carl Gf. (1798–1866), Vertreter der dän. Interessen in Schleswig-Holstein-Lauenburg, Staatsminister für Schleswig 1851–54, Frederik Gf. (1825–75), Außenminister, Léon Gf. M.-Hvitfeld (1829–96), seit 1860 Gesandter in Paris, Carl Gf. (1869–1935), Gesandter in Berlin, Außenminister (s. Wi. 1928), Adam Gf. (* 1908), Botschafter.

    In preuß. Diensten standen der Generalfeldmarschall Helmuth Gf. (s. 1), sein gleichnamiger Neffe (s. 2), Chef des Generalstabs 1906–14, ferner Kuno Gf. (1847–1923), Generalleutnant und Generaladjutant von Kaiser Wilhelm II. (s. Wi. 1908; DBJ V, Tl.), Conrad Gf. (1861–1937), Generalmajor und Heinrich Gf. (1854–1922), Vizeadmiral (s. DBJ IV, Tl.). Otto Gf. (1847–1928) war Mitglied des Reichstags und des Abgeordnetenhauses seit 1893 (freikonservativ) (s. Wi. 1928; DBJ X, Tl.), Friedrich Gf. (1852–1927), Oberpräsident von Ostpreußen 1903–07, Minister des Innern 1907-10 und Oberpräsident von Schleswig-Holstein 1914-19 (s. Altpr. Biogr. II). Harald Gf. (1871–1960) betätigte sich als Porträt- und Landschaftsmaler (s. ThB; Vollmer); Hans Adolf (1884–1943) war Botschafter in Warschau 1934–39, dann in Madrid. Der Widerstandskämpfer und Gründer des Kreisauer Kreises, Helmuth James Gf. (s. 3), Urgroßneffe des Generalfeldmarschalls, wurde 1945 hingerichtet.

    Aus einer außerehelichen Verbindung des Leutnants Carl (1754–1838), später mecklenburg-strelitz. Kammerherr und Oberjägermeister, stammt Maximilian Leopold Moltke (1819–94), Buchhändler, 1841-49 in Siebenbürgen; er dichtete 1846 die „Nationalhymne“ der Siebenbürger Sachsen („Siebenbürgen, Land des Segens, Land der Fülle und der Kraft“), beteiligte sich am Freiheitskampf 1848 und war später Bibliothekar in Leipzig, Shakespeare-Übersetzer und Herausgeber der Zeitschrift „Deutscher Sprachwart“ (s. ADB 52; ÖBL; Killy). Sein Sohn Siegfried (1869–1955) war sein Nachfolger als Bibliothekar der Industrie- und Handelskammer in Leipzig (s. Wi. 1912–35; Rhdb.).

  • Literatur

    H. H. Langhorn, Hist. Nachrr. üb. d. dän. M., 1871;
    NND;
    Kosch, Biogr. Staatshdb. II;
    Danmarks Adels-Aarbog;
    Dansk Biogr. Leks. X, 1982, S. 13-38. – Zu Adam Gottlob Detlev: ADB 22;
    A. Pontopjedan, A. G. D. Grewe M., 1939;
    Killy. – Zu Maximilian Leopold: J. Arndt, Eine bürgerl. Linie d. Fam. Moltke, in: Der Herold, Bd. 10, 24. Jg., 1981, S. 49-58 (L, P).

  • Autor

    Hans Körner
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Körner, Hans, "Moltke" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 12 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11893631X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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