Lebensdaten
1868 bis 1938
Geburtsort
Budapest
Sterbeort
Hadersdorf-Weidlingau bei Wien
Beruf/Funktion
Physiker ; Volksbildner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118832352 | OGND | VIAF: 37713284
Namensvarianten
  • Lampa, Anton

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Zitierweise

Lampa, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118832352.html [06.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Maschinen-Ing., Insp. d. Staatsbahn;
    M Klara Bausek;
    1895 Emma Seidel.

  • Leben

    L. begann sein Studium 1887 an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, ehe er sich 1888 an der Univ. Wien der Physik zuwandte. Seine Lehrer waren F. Exner und V. v. Lang, bei dem er 1891 Assistent wurde. Nach der Promotion (1894) war er Lehrer an einem Gymnasium, dann Dozent am Technologischen Gewerbemuseum und 1896 erneut Assistent an der Univ. Wien (1897 Privatdozent, 1904 ao. Professor für Physik). Seit 1909 wirkte er als o. Professor für Experimentalphysik und Vorstand des Physikal. Instituts an der Deutschen Univ. Prag (Dekan 1917/18).

    L.s zahlreiche physikalische Publikationen betreffen die klassische Physik des 19. Jh. und hier vor allem die Elektrodynamik. Für seine grundlegenden Arbeiten über den Brechungsquotienten verschiedener Substanzen gegenüber sehr kurzen elektrischen Wellen (1896) konstruierte er eine einfache, jedoch leistungsfähige Apparatur zur Erzeugung und Messung extrem kurzer, nur bis 4 mm langer elektromagnetischer Wellen, indem er einen P. Lebedews Angaben nachgebauten Funkensender mit einem Kohärer nach E. Branly vereinte. In weiteren Untersuchungen befaßte sich L. mit dem Beugungsverhalten elektrischer Wellen, mit molekulartheoretischen Problemen von anisotropen Dielektrika sowie mit der Färbung und der Teilchengröße kolloidaler Lösungen. 1910 trat er wirksam für die Berufung Albert Einsteins auf die Lehrkanzel für Theoretische Physik, dessen erstes Ordinariat, ein.

    L.s Karriere als Prager Hochschullehrer endete abrupt nach dem 1. Weltkrieg: Um weder Bürger noch Beamter des neuen tschechoslowak Staates zu werden, legte er sein Lehramt 1919 nieder und kehrte nach Wien zurück. Obwohl er 1920-36 die Venia legendi in Wien erneut innehatte (1921 o. Professor), widmete er sich von nun an hauptsächlich der Erwachsenenbildung (1919–22 Referent im Volksbildungsamt), wie er dies schon früher im Wiener Volksbildungsverein (Verz. aller Vorträge während 17 Jahren in: Zbl. f. Volksbildungswesen 4, 1904, S. 129 f.), im Arbeiter-Bildungsverein und ähnlichen Institutionen mit zahlreichen Vorträgen getan hatte. 1901 war er einer der Mitbegründer des „Volksheims“, der ersten Wiener Volkshochschule, 1900-16 war er Herausgeber des „Zentralblattes für Volksbildungswesen“ und 1917-23 des hieraus hervorgegangenen „Volksbildungsarchivs“; 1923 wurde er Mitarbeiter der Wiener Urania und war 1927-36 deren Präsident. Er gehörte als einziger Österreicher dem Hohenrodter Bund an und erreichte, daß sich im öffentlichen Bibliothekswesen Österreichs die sog. „neue Richtung“ des Leipziger Bibliothekars Walter Hofmann, mit dem er eng befreundet war, weitgehend durchsetzte|.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. österr. Normal-Eichungskomm. u. d. Leopoldina.

  • Werke

    u. a. Über d. Brechungsquotienten einiger Substanzen f. sehr kurze elektr. Wellen, in: SB d. kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien, Math.-naturwiss. Cl. 2 a, 105, 1896;
    Lehrb. d. Physik z. Gebrauch f. Studierende, 1908, 21919;
    Die Physik in d. Kultur, 1925;
    Kritisches z. Volksbildung, in: Volk u. Geist, H. 9, 1927.

  • Literatur

    W. Hofmann, in: Werk u. Wille, Zs. z. Bücherei- u. Kulturarbeit d. Dt. Schulver. Südmark 5, 1938, S. 33-36 (P);
    R. v. Ettenreich, in: Elektrotechnik u. Maschinenbau 56, 1938, S. 76;
    Nature (London) 141, 1938, S. 586;
    A. L., in: Bildung, Freiheit, Fortschritt, Gedanken österr. Volksbildner, bearb. v. H. Altenhuber u. A. Pfniß, 1965, S. 165-70;
    A. Kleinert, A. L. 1868-1938, 1976 (vollst. W-Verz., P);
    ders., in: Bibliothekar. Arbeit zw. Theorie u. Praxis, Festgabe f. Wolfg. Thauer, 1976, S. 119-28;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1925-35;
    Wi. 1908 f.;
    Pogg. V-VII a;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Andreas Kleinert
  • Empfohlene Zitierweise

    Kleinert, Andreas, "Lampa, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 453 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118832352.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA