Lebensdaten
1863 bis 1943
Geburtsort
Koblenz
Sterbeort
Ahaus (Westfalen)
Beruf/Funktion
Reichsminister ; Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129918598 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Guérard, Theodor von
  • guerard, theodor von

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Zitierweise

Guérard, Theodor von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129918598.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (1825–82), Obergerichtsprokurator in K., dann 1. Staatsanwalt in Düsseldorf, S d. Theodor (1797–1874), Dr. med., Geh. Sanitätsrat in Elberfeld, zuletzt in Berlin, u. d. Kunigunde Bollermann aus Würzburg;
    M Eleonore (1829–1905), T d. Joh. Kehrmann (1788–1863), GKR, Finanzpräs. in K., u. d. Anna Maria Wollersheim;
    Urur-Gvv Bernhard v. G. (1734-84), kam aus Lothringen 1769 n. Dtld., Dr. med., Gen.-stabs-Wund- u. Garnisonsarzt, Prof. d. Geburtshilfe in Düsseldorf, Gründer d. ersten rhein. Hebammenlehranstalt (s. BLÄ);
    Ur-Gvv Karl (1765–1828), Dr. med., Medizinalrat in Elberfeld (s. NND VII, S. 857);
    Schw Kunigunde ( Max v. Stockhausen, 1862–1944, preuß. Gen.-Major);
    - Düsseldorf 1891 Hedwig (1871–1950), T d. Albert Mooren (1828–99), Dr. med., Prof., bekannter Augenarzt (s. BLÄ), u. d. Theodora Oldenkott;
    2 S, 2 T;
    N Max v. Stockhausen (* 1890), persönl. Referent d. Reichskanzlers 1923–28, Reg.präs. in Arnsberg bis 1937.

  • Leben

    Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften trat G. in den preußischen Verwaltungsdienst ein, war 1898-1905 Landrat in Monschau, anschließend war er im Oberpräsidium Koblenz tätig. Als Zentrumsabgeordneter für den Wahlkreis Koblenz-Trier gehörte er 1920-30 dem Reichstag an, wo er zunächst dem konservativen Flügel zugezählt wurde und vor allem in Angelegenheiten der besetzten Gebiete, juristischen und verkehrswirtschaftlichen Fragen hervortrat. Im Anschluß an die Wahlen 1924 setzte er sich für eine Koalition mit den Deutschnationalen ein, verfocht jedoch spätestens nach der Übernahme des geschäftsführenden Vizepräsidiums seiner Fraktion im Mai 1926 eine Linksorientierung. Nach dem von ihm als Fraktionsvorsitzendem (seit Dezember 1927) mitherbeigeführten Scheitern des „Bürgerblocks“ trat G. 1928 als Minister für Verkehr und besetzte Gebiete in die Regierung Müller ein, bei deren Umbildung ihm das Justizministerium übertragen wurde. Brüning, als dessen intimer Gegner G. mit Wirth galt, berief ihn 1930 wieder in das Verkehrsministerium, aus dem er auf Drängen Hindenburgs im Herbst 1931 ausschied. Eine größere Rolle hat er danach nicht mehr gespielt. In breiten Kreisen seiner Partei wurde er als Vertreter einer nach dem Sturz der Monarchie zum Zentrum gestoßenen Schicht beurteilt, die ohne innere Beziehungen zur Partei wie der Weimarer Republik blieb.

  • Werke

    Die große Steuerreform d. J. 1922, = Schrr. z. dt. Pol., H. 4, 1922 (mit H. Lange-Hegermann u. P. Schulz-Gahmen);
    Das besetzte Gebiet, in: Pol. Jb., hrsg. v. G. Schreiber, 1925, 1926, 1927/28 (im letzten Jg. mit Herm. Hofmann), 1926-28.

  • Literatur

    M. v. Stockhausen [N], Sechs J. Reichskanzlei, Von Rapallo bis Locarno, Erinnerungen u. Tagebuchnotizen 1922–27, bearb. u. hrsg. v. W. Görlitz, 1954 (P);
    J. Becker, Jos. Wirth u. d. Krise d. Zentrums während d. IV. Kabinettes Marx (1927–28), in: ZGORh 109, 1961.

  • Portraits

    in: G. Stresemann, Vermächtnis III, 1933.

  • Autor/in

    Josef Becker
  • Empfohlene Zitierweise

    Becker, Josef, "Guérard, Theodor von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 280 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129918598.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA