Lebensdaten
1900 bis 1974
Geburtsort
Utrecht
Beruf/Funktion
Photochemiker ; Kino- und Filmingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116883073 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Narath, Albert

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Zitierweise

Narath, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116883073.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1864–1924), aus Wien, Prof. d. Chirurgie in U. u. Heidelberg, GHR (s. ÖBL; Drüll, Heidelberger Gel.lex. I), S d. Friedrich Albert (1827–1908) u. d. Johanna Bauer;
    M Anna (1876-n. 1924), T d. Theodor Wilhelm Engelmann (1843–1909), Prof. f. Physiologie in U. u. Berlin (s. NDB IV), u. d. Emma Brandes (* 1854), Pianistin;
    B Rudolf (* 1903), Dr., Astronom.

  • Leben

    N. besuchte in Heidelberg die Schule, studierte dort Physik, Chemie und Mathematik und promovierte 1926 bei Max Trautz. 1925-27 war er Assistent von →Adolf Miethe am Photochemischen Institut der TH Berlin und trat dann als Entwicklungsingenieur in das Forschungslabor der AEG ein, wo er innerhalb von zwei Jahren ein praxisreifes, insbesondere von den Triergon-Patenten von Hans Vogt, Joseph Massolle und Jo Engl unabhängiges Tonfilmverfahren entwickelte und gemeinsam mit dem Laborleiter Hugo Lichte zahlreiche Patente erhielt. Diese waren mitentscheidend dafür, daß sich AEG und Siemens nicht an der Gründung des deutschen Tonfilmsyndikats (Tobis) beteiligten und 1928 die Klangfilm GmbH gründeten. 1931 wurde das Tonfilmlaboratorium der AEG von Telefunken übernommen, wo N. bis 1945 beschäftigt war, zuletzt als Laborleiter. 1941-45 leitete er zusätzlich das Forschungslaboratorium der Klangfilm GmbH. 1936 habilitierte er sich an der TH Berlin und wurde 1939 Dozent am Institut für Angewandte Photochemie. Nach dem Kriege schuf N. in Babelsberg auf dem Ufa-Gelände ein Forschungsinstitut für Kinematographie und Tonfilmtechnik und bemühte sich gleichzeitig um den Wiederaufbau des zerstörten Instituts für Angewandte Photochemie, das 1947 den Betrieb wieder aufnahm. 1946 wurde er Dozent, 1948 ao. Professor für Angewandte Photochemie an der TU Berlin. 1956 nahm erden Ruf auf eine o. Professur an der TH Aachen an, kehrte aber im selben Jahr in gleicher Stellung an die TU Berlin zurück. Es gelang ihm, dem Lehrstuhl erneut internationale Anerkennung zu verschaffen. Nach N.s Emeritierung 1965 wurde das Institut für Angewandte Photochemie und Filmtechnik aufgelöst.

    N. leistete wichtige Beiträge zur Entwicklung der Filmtechnik; neben photochemischen und technischen Problemen untersuchte er auch theoretische Fragen. So befaßte er sich mit dem Auflösungsvermögen photographischer Emulsionen, dem elektrooptischen Kerr-Effekt, dem Schwarzschild-Effekt und der Theorie des Rauschens. Weitere Arbeiten galten der photographischen Strahlendosismessung, der Photochemie von Emulsionen, der Untersuchung und Herstellung von Kernspuremulsionen sowie von Emulsionen für die Autoradiographie, wie auch der Entwicklung automatisch arbeitender Auswerteapparaturen. Auch die Film- und Lichttechnik und die photographische Optik wurden am Institut gepflegt. Große Aufmerksamkeit schenkte N. den Reproduktionsverfahren, besonders der Mikroreproduktion, deren Wert für die wissenschaftliche Dokumentation er früh erkannte und propagierte.|

  • Auszeichnungen

    Vors. (1951), Ehrenvors. (1971) d. Dt. Kinotechn. Ges. f. Film u. Fernsehen; Oskar-Messter-Medaille d. Dt. Kinotechn. Ges. f. Film u. Fernsehen (1961).

  • Werke

    Weitere W u. a. Die innere Reibung v. Gasen u. ihr Zusammenhang mit d. Komplexbildung d. Molekeln, Diss. Heidelberg 1926;
    Physik u. Technik d. Tonfilms (m. H. Lichte), 1941, 31945;
    Der gegenwärtige Stand d. Filmtechnik, 1957;
    Über d. Herstellung v. Kernspuremulsionen, 1961;
    Berlin u. seine Bedeutung f. d. Photochemie in Wiss. u. Technik, für d. Photoindustrie u. für d. Photowirtsch., 1964 (mit J. Eggert u. H.-G. Kindermann);
    Oskar Messter, d. Begründer d. dt. Kino- u. Filmindustrie, in: Kinotechnik 20, 1966.

  • Literatur

    100 J. Lehrstuhl u. Inst. f. Angew. Photochemie u. Filmtechnik d. TU Berlin 1863-1963, 1963;
    Kinotechnik 19, 1965. Nr. 2, S. 28;
    Fotoprisma 21, 1970, S. 190;
    H. Jossé, Die Entstehung d. Tonfilms, 1984, S. 250 ff.;
    Pogg. VII a. – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Michael Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Michael, "Narath, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 734 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116883073.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA