Lebensdaten
vor 1400 bis 1442
Geburtsort
Petronell (Niederösterreich)
Sterbeort
Klosterneuburg (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Propst von Klosterneuburg ; Diplomat ; Astronom
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137901003 | OGND | VIAF: 86069359
Namensvarianten
  • Muestinger, Georg I.
  • Muestinger, Georg
  • Muestinger, Georg I.
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Muestinger, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137901003.html [27.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Reinprecht, S d. Peter;
    M Anna, T d. Chunrat Harmanstorffer.

  • Leben

    Unter M.s Regentschaft 1418-42 erlebte dasChorherrenstift Klosterneuburg kulturell wie wissenschaftlich einen ersten Höhepunkt. M. trug maßgeblich zur Blüte des Buchwesens in Klosterneuburg bei und reformierte die Stiftsschule, die die Scholaren auf das Studium an der Univ. Wien vorbereiten sollte. Mit dem dort tätigen Astronomen und Mathematiker Johannes von Gmunden wohl persönlich befreundet, betätigte sich M. selbst als Astronom und – möglicherweise – als Hersteller von Himmelsgloben, welche jedenfalls zu seiner Zeit in Klosterneuburg entstanden. Hier wurde auch die lat. Fassung der „Geographia“ des Ptolemäus rezipiert und zwischen 1440 und 1442 ein bedeutendes Kartenwerk – wohl eine Mappa mundi – erstellt, von dem heute nur noch Koordinatenlisten von 703 Orten und Gewässerverlaufsskizzen Mitteleuropas in einem Münchener Codex (Bayer. Staatsbibl., Clm 14504, fol.26r) erhalten sind. Diese kartographische Arbeit ist mutmaßlich auf eine Initiative M.s zurückzuführen und – wohl unter Mitarbeit des Johannes von Gmunden – vermutlich von Reinhard Gensfelder (Reinhard von Prag), einem aus Nürnberg stammenden, an der Univ. Prag und in Italien wirkenden Magister, geschaffen worden. Der Null-Strahl dieser Rumbenkarte wurde wahrscheinlich M. zu Ehren neben einem Ort südlich von Salzburg durch Klosterneuburg gelegt.

    M., der auch Generalvikar der Erzdiözese Salzburg war, stand bei Kg. Albrecht II. in diplomatischen Diensten und vertrat diesen 1439 als Sprecher auf dem Mainzer Reichstag. Mit den Abgesandten der Wiener Theologischen Fakultät hielt sich M. auch auf dem Basler Konzil auf.

  • Literatur

    M. Fischer, Merkwürdigere Schicksale d. Stiftes u. d. Stadt Klosterneuburg, 1815, I, S. 200-08;
    A. Starzer, Gesch. d. landesfürstl. Stadt Klosterneuburg, 1900;
    D. B. Durand, The Vienna Klosterneuburg Map Corpus of the Fifteenth Century, 1952, S. 56-61;
    H. Grössing, Humanist. Naturwissenschaft, Zur Gesch. d. Wiener math. Schulen d. 15. u. 16. Jh., 1983, S. 76-78;
    F. Wawrik, Österr. kartograph. Leistungen im 15. u. 16. Jh., in: SB d. Österr. Ak. d. Wiss., phil.-hist. Kl., 497, 1988, S. 103-18;
    M. Herkenhoff, Vom langsamen Wandel d. Weltbildes, Die Entwicklung v. Kartographie u. Geographie im 15. Jh., in: Focus Behaim Globus, Ausst.kat. Nürnberg 1992, S. 143-55, bes. S. 149.

  • Autor/in

    Helmuth Grössing
  • Empfohlene Zitierweise

    Grössing, Helmuth, "Muestinger, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 562 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137901003.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA