Lebensdaten
1901 bis 1963
Geburtsort
Hamburg-Harvestehude
Sterbeort
Bad Mergentheim
Beruf/Funktion
Zeitungswissenschaftler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118735055 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Münster, Hans Amandus
  • Münster, Hans
  • Münster, Hans Amandus

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Zitierweise

Münster, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735055.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1868–1926), Architekt in H., S d. Jakob (1841–77) u. d. Wilhelmine Fedder (1844–75);
    M Käthe (1873–1955), T d. Ferdinand Paap (1838–76) u. d. Sophia N. N. (1845–1922);
    1) Koblenz 1927 Melanie (1889–1946), T d. Hermann Schott (1852–1920) u. d. Anna Josefine Schauber (1848–1920), 2) Starnberg 1948 Ruth (1923–88), Dr. phil, Publizistikwissenschaftlerin, seit 1982 Leiterin d. Praxisreferats am Inst. f. Kommunikationswiss. d. Univ. München (s. L), T d. Richard Göldner (1887–1949) u. d. Annemarie N. N. (1896–1978);
    3 Stief-S (alle ⚔) aus 1), 1 S, 1 T aus 2), Anne-Marie Whiting (* 1949), Dr. rer. pol., Soziologin in Starnberg, Carsten (* 1953), Dipl.-Ing., Architekt in Starnberg.

  • Leben

    Der Oberrealschüler aus Hamburg-Eppendorf leistete 1918 beim 1. Westfäl. Jungmannen-Etappen-Kommando in Nordfrankreich Landarbeit; 1919/20 gehörte M. einem Zeitfreiwilligenkorps an und beteiligte sich am Kapp-Putsch. Nach dem Abitur (1920) studierte er in Köln, Hamburg, Berlin und Kiel Nationalökonomie, Staatsphilosophie, Soziologie und Zeitungskunde. 1924 promovierte er bei Ferdinand Tönnies mit einer Arbeit über „Die öffentliche Meinung in Johann Josef Görres' politischer Publizistik“. Im selben Jahr ging er als Lokalberichterstatter zur „Ostpreuß. Zeitung“ in Königsberg. 1925 amtierte er kurz als Hauptgeschäftsführer der Fichte-Gesellschaft in Hamburg. Im selben Jahr wurde M. Assistent Wilhelm Kapps am Seminar für Publizistik und Zeitungswesen der Univ. Freiburg (Breisgau), Anfang 1927 Mitarbeiter Martin Mohrs am Deutschen Institut für Zeitungskunde (DIZ) in Berlin. 1928 gehörte er dem von Karl d'Ester geleiteten historischwissenschaftlichen Ausschuß der Kölner „Pressa“ an und war an der Neuherausgabe von Görres' „Rheinischem Merkur“ beteiligt. Seit 1930 gab M. mit Emil Dovifat zeitungskundliche Kurse an der Volkshochschule Berlin, 1931-33 am DIZ Zeitungskurse für Lehrer; Medienpädagogik betrieb er überdies praktisch als Schriftleiter der Halbmonatsschrift „Der Zeitspiegel“ sowie forschend in seiner Monographie „Jugend und Zeitung“ (1932). Im Juli 1933 wurde M. im DIZ zum Stellvertreter des Direktors Dovifat bestellt. Nachdem Erich Everth aus politischen Gründen beurlaubt und im Herbst 1933 emeritiert worden war, vertrat M. im Wintersemester 1933/34 dessen Lehrstuhl für Zeitungswissenschaft an der Univ. Leipzig und wurde 1934 zum o. Professor und Direktor des Leipziger Instituts berufen. Verkürzte er schon in seiner Antrittsvorlesung die Zeitungswissenschaft programmatisch auf politische Publizistik, so vermengte M. Wissenschaft und nationalsozialistische Überzeugung vollends in nachfolgenden Veröffentlichungen wie „Zeitung und Politik“ (1935) und „Publizistik“ (1939). Gleichzeitig gab er dem Fach jedoch auch sozialwissenschaftliche Impulse, u. a. durch Leserforschung auf dem Dorf. Ein Exponent heftiger innerfachlicher Auseinandersetzungen, wurde M. 1944 zum Leiter des Fachkreises Publizistik in der Reichsdozentenführung berufen.

    Nach Kriegsende im Lager Ludwigsburg interniert, kam M. 1948 nach Starnberg (Oberbayern) und betätigte sich dort zunächst in der Lokalpresse und als heimatkundlicher Schriftsteller. Sein Versuch, an die Universität zurückzukehren, scheiterte. Seit 1950 lehrte er am Werbefachlichen Institut München (auch: Werbewissenschaftl. Institut). Seit 1956 bearbeitete M. in der neugegründeten Fachzeitschrift „Publizistik“ das Sachgebiet Werbung, 1959-63 gab er die Fachzeitschrift „Verlags-Praxis“ heraus. In seinem Werk „Die moderne Presse“ (1955/56) stellte er das Zeitungs- und Zeitschriftenwesen im In- und Ausland umfassend dar; zahlreiche weitere Publikationen befaßten sich mit Marktforschung und Werbung. Sein letztes Buch „Die Presse – Trumpf in der Werbung“ (1963) führte die beiden Gegenstandsbereiche noch einmal zusammen.

  • Literatur

    U. G. Albrecht, in: Ztg.wiss. 8, 1933, S. 407 f.;
    W. Haacke, in: Publizistik 6, 1961, S. 110 f.;
    Wirtsch. u. d. Werbung 17, 1963, S. 95 (P);
    R. Fröhner, in: Publizistik 8, 1963, S. 117-24 (W-Verz.);
    ders., in: Zs. f. Markt- u. Meinungsforschung 6, 1963, S. 1481-88 (W-Verz.);
    S. Straetz, H. A. M. (1901-63), sein Btr. z. Entwicklung d. Rezipientenforschung, Mag.arb. München 1983 (ungedr.);
    Von d. Ztg.kde. z. Publizistik, hrsg. v. R. vom Bruch u. O. B. Roegele, 1986;
    J. Heuser, Ztg.wiss. als Standespol., 1994;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1935, 1940-41, 1961. |

  • Quellen

    Qu. Bundesarchiv Koblenz (Lebenslauf). – Zu Ruth: C. Holtz-Bacha u. A. Kutsch, in: Publizistik 34, 1989, S. 158 f.

  • Autor/in

    Heinz Starkulla jr.
  • Empfohlene Zitierweise

    Starkulla jr., Heinz, "Münster, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 538 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735055.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA