Lebensdaten
erwähnt 13. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Minnesänger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10124522X | OGND | VIAF: 12067001
Namensvarianten
  • Wachsmut von Mühlhausen
  • Mülnhausen, Wachsmuot von
  • Wachsmuot von Mülnhausen
  • mehr

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Zitierweise

Wachsmut, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10124522X.html [25.04.2024].

CC0

  • Biographie

    Unter dem Namen W. sind in der Großen Heidelberger Liederhandschrift C (Anf. 14. Jh.) fünf Lieder mit insgesamt 11 Strophen überliefert. Der Sänger ist nicht identifizierbar, auch das Wappen im Autorbild der Handschrift bietet keine Anhaltspunkte. Sollte mit dem in Lied II erwähnten König der Champagne der franz. Minnesänger Thibaut de Champagne, König von Navarra, gemeint sein, spräche dies für eine Datierung um die Mitte des 13. Jh. Die Herkunftsbezeichnung könnte auf Mühlhausen in Thüringen verweisen, weil das thematische und stilistische Profil der Texte wegen einiger Gemeinsamkeiten mit anderen Liederdichtern gut in den ostmitteldt. Minnesang paßt. Wer mit einem „Wahsmuot“ gemeint ist, den nach 1260 entstandene Totenklagen des Marners und Reinmars von Brennenberg unter anderen Minnesängern anführen, läßt sich nicht entscheiden.

    Das kleine Liedkorpus gehört zu den spezifischer profilierten des späteren Minnesangs. Auffällig ist eine Neigung zur Kürze; vier der fünf Lieder sind ohne erkennbare Textverluste zweistrophig. Liedtypologisch kombiniert Lied II eine an den Geliebten gerichtete Frauenstrophe mit einer monologischen Rede des Sängers (Verbindung aus den Typen Dialog und Wechsel). Die Apostrophierung des Geliebten als „juncherre“ (junger Herr) und der Verweis der Sprecherin auf ihre Eltern als Hindernis der Liebeserfüllung haben im erhaltenen dt. Minnesang keine Parallelen. In den vier Minnekanzonen (Reflexionen des Sängers über seine Werbung um die Dame) steht thematisch weniger die sonst meist dominierende Klage über die Abweisung durch die Dame im Mittelpunkt als vielmehr das|Lob ihrer den Sänger erfreuenden Vorzüge sowie die damit begründete Bitte um die Erfüllung der Liebe. In zwei Liedern ersucht der Sänger Gott um Beistand für den Erfolg seiner Werbung, einmal mit der humorvollen Zuspitzung, lieber bei der Geliebten als bei Gott im Paradies zu sein. Ein Vergleich des Liebenden mit dem Adler, der sich beim Flug in die Höhe verjüngt, und amüsant säkularisierte Trinitätsattribute für die Dame gehen auf geistliche Deutungstraditionen zurück. Unübersehbar ist zudem ein sich in Parallelismen und Anaphern ausdrückender formulierungsartistischer Anspruch. Alle diese Merkmale weisen die Texte als Produkte eines versierten Minnesängers aus, von dessen Liedern möglicherweise nur ein kleiner Teil erhalten blieb.

  • Werke

    |C. v. Kraus (Hg.), Dt. Liederdichter d. 13. Jh., Bd. 1, ²1978, S. 561–63;
    G. Tänzer (Hg.), Frouwe, frouwe, frouwe mîn, Thür. Minnelieder, 2005, S. 36–47.

  • Literatur

    |ADB 22, S. 711;
    Vf.-Lex. MA² (L);
    Killy;
    Kosch, Lit.-Lex.³ (L);
    NDBA;
    Lit.-Lex. MA IV, Sp. 334 f. (L).

  • Autor/in

    Gert Hübner †
  • Zitierweise

    Hübner, Gert, "Wachsmut" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 160-161 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10124522X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Mülnhausen: Wachsmuot v. M., Minnesänger. Weder der Dichter selbst, noch sein Geschlecht sind urkundlich nachgewiesen, doch läßt die Sprache wenigstens schließen, daß er nicht dem oberen Deutschland angehörte. Nur wenige Strophen, die in munterem Tone vorgetragen sind und die voll ausgebildete Phraseologie des Minneliedes zeigen, sind erhalten; um 1240 mögen sie gesungen sein.

    • Literatur

      von der Hagen, Minnesänger, 4, 260 f. Bartsch, Liederdichter² Nr. LII.

  • Autor/in

    W. Wilmanns.
  • Zitierweise

    Wilmanns, Wilhelm, "Wachsmut" in: Allgemeine Deutsche Biographie 22 (1885), S. 711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10124522X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA