Lebensdaten
1915 bis 1994
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Wallgau (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118737678 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Ernst (bis 1848)
  • Müller-Hermann, Ernst
  • Müller, Ernst (bis 1848)
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller-Hermann, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118737678.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Fritz Müller (1877–1954), Gynäkologe in K., S d. Domänenverw. Franz (1840–1935) u. d. Marie Zimmermann (1842–88);
    M Susanna (1881–1959), T d. Ludimar Hermann (1838–1914), Physiologe (s. NDB VIII), u. d. Fanny Cohn (1848–88) aus Hirschberg;
    Stade 1945 Ruth (* 1915), T d. Arthur Fien (1879–1944) u. d. Anna Barzel (1889–1975);
    1 S, 2 T.

  • Leben

    M. studierte nach dem Abitur 1932 in Königsberg Rechts- und Staatswissenschaften. Wegen nicht rein arischer Abstammung mußte er jedoch 1934 das Studium abbrechen. Erst 1963 konnte er sein volkswirtschaftliches Studium mit der Dissertation „Die Grundlagen der gemeinsamen Verkehrspolitik in der Europ. Wirtschaftsgemeinschaft“ abschließen. 1934-38 absolvierte er bei einem Königsberger Speditions- und Schiffahrtsunternehmen eine kaufmännische Lehre, 1938 zog er nach Bremen um. Nebenberuflich schrieb er hier unter Pseudonym für Zeitungen. Nach dem Kriegsdienst 1940-45 arbeitete M. in Bremen als Dolmetscher bei den amerikan. Militärbehörden. 1946 schloß er sich der „Bremer Demokratischen Vokspartei“ an und wurde deren 2. Geschäftsführer. Nach der Zulassung der Bremer CDU trat M. dieser in gleicher Funktion bei, war 1947-49 Landesgeschäftsführer, 1946 Mitgründer und 1. Vorsitzender der Jungen Union Bremen, 1946-52 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, 1950-52 Fraktionsvorsitzender, 1952-79 Mitglied des Bundestages, 1967-74 Landesvorsitzender, 1971-73 Mitglied des Bundesvorstands. M. reiste 1948 mit der ersten Parlamentariergruppe nach Großbritannien und wenig später in die USA. 1949-53 war er politischer Redakteur beim Weser-Kurier. Als Bundestagsabgeordneter widmete er sich zunächst der Außenpolitik; bereits bei seiner ersten Teilnahme an einer Sitzung äußerte er sich kritisch zur Westbindung. Seine Auffassungen legte er wenig später in einem vertraulichen Memorandum an Adenauer auch schriftlich dar. M.s Karriere war danach ernstlich in Gefahr. Heinrich Krone und andere verwandten sich für den jungen Abgeordneten, der jedoch weiterhin ein kritischer, unbequemer, visionärer Mahner blieb. Seit 1954 wandte sich M. der Verkehrspolitik zu. Er wurde Verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion; 1957-59 war er stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses, 1967-69 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und 1969-76 Vorsitzender des Arbeitskreises für Wirtschaft und Ernährung.

    Die Verkehrspolitik der Bundesrepublik hat M. maßgeblich beeinflußt. So wandte er sich|1954 energisch gegen die Pläne von Verkehrsminister Seebohm, den Ferntransport von Massengütern auf den Straßen zu verbieten, und empfahl steuerliche Maßnahmen. Später kämpfte er gegen den Leber-Plan, der vorsah, die Bundesbahn zu Lasten des Straßenverkehrs zu sanieren. Die Gegenvorschläge der CDU/CSU-Fraktion wurden seinerzeit im „Müller-Hermann-Plan“ zusammengefaßt. 1976 veröffentlichte M. in seiner Schrift „DB-Sanierung – höchste Eisenbahn“ nochmals sein verkehrspolitisches Konzept. Auch im Europaparlament (1958–64 und 1977-84) galt sein Hauptaugenmerk der Verkehrspolitik; zusätzlich war er Energiepolitischer Sprecher seiner Fraktion und einer ihrer wichtigsten Wirtschaftspolitiker. Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik war M. 1984/85 als EG-Berater des Bremer SPD-Senats tätig und nutzte jede Möglichkeit, sich für eine bessere Zukunft seiner Heimatstadt Königsberg einzusetzen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgründer u. Vors. d. Ges. z. Studium strukturpol. Fragen; 1971-84 Präs., dann Ehrenpräs. d. Zentralverbandes d. Kfz-Gewerbes; Mitgl. d. Rundfunkrates d. Deutschen Welle.

  • Werke

    Weitere W u. a. Ordnung u. Wettbewerb, Grundlagen d. Verkehrspol., 1955;
    Bonn zw. d. Weltmächten, 1971;
    Pol. d. Bewährung im Wandel, 1985;
    Eines Menschen Weg u. Zeit, in: Abgeordnete d. Dt. Bundestages, Aufzeichnungen u. Erinnerungen, VI, 1989, S. 233-419. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: St. Augustin, Archiv f. Christl.-Demokrat. Pol. d. Konrad-Adenauer-Stiftung.

  • Literatur

    W. J. Bell, Kennen Sie eigentlich den?, 1965;
    W. Henkels, Neue Bonner Köpfe, 1975, S. 250-52 (P);
    E. Ludwig, in: Das Parlament v. 5.8.1994 (P).

  • Autor/in

    Christine Blumenberg-Lampe
  • Empfohlene Zitierweise

    Blumenberg-Lampe, Christine, "Müller-Hermann, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 499 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118737678.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA