Lebensdaten
1897 bis 1951
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137857578 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Robert

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Müller, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137857578.html [26.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1859–1936) aus Olmütz (Österr. Schlesien), kaufmänn. Dir., S d. Johann (1828–1908), k. u. k. Militär-Bau-Werkmeister, u. d. Maria Köcher;
    M Maria (1867–1915), T d. Martin Reitsamer (1825–81), Postamtsleiter in Radstadt (Salzburg), u. d. Josefa Trebesinger (* 1843);
    Burg Hochosterwitz (Kärnten) 1924 Elisabeth (1896–1956) aus Mahrenberg (Steiermark), T d. Adolf Pribil (* 1863) aus Luttenberg (Steiermark) u. d. Maria Glaser (* 1863) aus Maria Rast (Tirol);
    3 S, u. a. Wolfgang (* 1931), Ing., Gottfried (1935–65), Dr. iur., Helmut (* 1936), Ing. in G., 2 T.

  • Leben

    Kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges schloß M. die Realschule ab, rückte 1915 als Kriegsfreiwilliger ein und stand 1916-18 an der ital. Front. Beim Zusammenbruch geriet er in Gefangenschaft, aus der er noch 1918 entfliehen konnte. Anschließend studierte er Chemie und Physik an der Univ. Graz und wurde schon 1920 auf Grund einer bei Robert Kremann durchgeführten Dissertation zum Dr. phil. promoviert. Bis 1929 blieb M. als Assistent von Kremann am Institut für physikalische und theoretische Chemie. In dieser Zeit habilitierte er sich sowohl an der Philosophischen Fakultät der Universität (1923) als auch an der TH Graz (1926) für Allgemeine und Physikalische Chemie sowie Elektrochemie und wurde 1927 zum tit. ao. Professor ernannt. 1929 wurde M. als Nachfolger Hans Fleißners an die Lehrkanzel für Angewandte Chemie der Montanistischen Hochschule Leoben berufen, wo er bis 1940 als o. Professor wirkte und nach der Pensionierung Rudolf Jellers die Hauptlast des chemischen Unterrichts trug. Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges leistete der leidenschaftliche Segelflieger M. mit kurzen Unterbrechungen bis 1942 Militärdienst bei der deutschen Luftwaffe. Schließlich wurde er an den Lehrstuhl für Anorganisch-Chemische Technologie der TH Graz überstellt und bekleidete 1943-45 das Amt des Dekans der Fakultät für Naturwissenschaften. 1946 wurde gegen M. wegen dessen Mitgliedschaft in der NSDAP ein Strafverfahren eingeleitet, das jedoch ohne Urteilsspruch eingestellt wurde. 1948 erfolgte seine Versetzung in den Ruhestand bei vollem Bezug der ihm zustehenden Pension.

    In der Fachwelt wurde M. besonders durch seine elektrochemischen Untersuchungen bekannt. Eine Reihe der von ihm bearbeiteten Probleme gehören zum Bereich der Chemie metallurgischer Prozesse. Beispiele dafür sind Arbeiten über die Metallabscheidung aus nichtwässrigen Lösungen, die ihm und seinen Mitarbeitern im Falle des Magnesiums als ersten gelang, die Entfärbung von Glasschmelzen und die Aufbereitung von Serpentiniten zur Gewinnung von Nickel und Magnesiumoxid mittels Säurelaugung. Mit letztgenanntem Verfahren sollte ursprünglich nur Nickel (an dem kriegsbedingt Mangel herrschte) aus einem armen (< 0,3% Ni), aber in nahezu unbegrenzter Menge vornandenem Erz gewonnen werden. Die chemischen und verfahrenstechnischen Prinzipien des Müller-Verfahrens, namentlich die Verwertung der dabei anfallenden Kieselsäure und des Magnesiumoxids, die selektive Fällung von Eisen- und Aluminiumhydroxiden bzw. Nickel- und Manganoxidhydroxiden, die Rückgewinnung der Salzsäure und schließlich die Möglichkeit, Serpentinit als billige Base einzusetzen, waren jedoch auch lange nach Kriegsende von solchem Interesse, daß die Veitscher Magnesitwerke AG im Werk Breitenau (Steiermark) das Verfahren Anfang der 1970er Jahre zur großtechnischen Reife entwickelten.

  • Werke

    u. a. Aufbau chem. Verbindungen, 1928;
    Allg. u. techn. Elektrometallurgie, 1932;
    Allg. u. techn. Elektrochemie nichtmetall. Stoffe, 1937;
    Hdb. d. Physikal. Chemie, I u. II (Potentiale, Elektrolyse u. Polarisation), 1928 (mit R. Kremann);
    Alkalimetalle, 1938 (mit A. van Arkel);
    Arbeitsmethoden d. modernen Naturwiss., Bd. 69 u. 70 (Elektroanalyse), 1950 (mit F. Hecht).

  • Literatur

    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41;
    Teichl;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Heinz Gamsjäger
  • Empfohlene Zitierweise

    Gamsjäger, Heinz, "Müller, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 474 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137857578.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA