Lebensdaten
1885 – 1957
Geburtsort
Laufen-Uhwiesen Kanton Zürich
Sterbeort
Schaffhausen
Beruf/Funktion
Kaufmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13776555X | OGND | VIAF: 81906464
Namensvarianten
  • Müller, Ernst
  • Müller, Ernst
  • Müller-Reiffer, Ernst

Orte

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Zitierweise

Müller, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13776555X.html [28.02.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Jakob (1861–1942), S d. Georg (1831–86) u. d. Verena Ringli (1833–1919);
    M Karoline (1862–1917), T d. Heinrich Witzig (1828–77) u. d. Caroline Korradi (1839–1909);
    Laufen 1917 Anna (1892–1972), T d. Ulrich Reiffer (1866–1946), Zimmermeister in Veltheim b. Winterthur, u. d. Susanna Schenk (1865–1946);
    1 T Verena Uzler (1918–93), Dipl.-Bibliothekarin, Sozialarbeiterin.

  • Biographie

    Nach einer Banklehre in Yverdon trat M. 1905 in die Georg Fischer AG, Schaffhausen, ein. 1907-11 arbeitete er zur Weiterbildung in Manchester und Mailand. Im Anschluß an seine Auslandsaufenthalte kehrte er zur Georg Fischer AG zurück, wo ihm 1917 die kaufmännische Leitung der Elektrostahlwerke AG, Schaffhausen, und der Elektrostahlwerke St. Gotthard AG, Giubiasco, übertragen wurde. 1915 veröffentlichte M. den Beitrag „Wirtschaftliche Selbstbehauptung durch vermehrten Inlandabsatz einheimischer Erzeugnisse“, in dem er die unter dem Druck des Weltkrieges leidende Marktwirtschaft der Schweiz beleuchtete und dabei einerseits auf die Gefahren der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Ausland hinwies, andererseits aber die Notwendigkeit eines freundschaftlichen Handelsverkehrs mit dem Ausland und die Beziehungen zur Weltwirtschaft nicht außer acht ließ. 1925 übernahm M. die Leitung des Verkaufs von Gießerei-Erzeugnissen der Georg Fischer AG und wurde 1930 zum Kaufmännischen Direktor ernannt. 1940 erfolgte die Ernennung zum Mitglied und Delegierten des Verwaltungsrates.

    1941 wurde M. für fünf Jahre zum Vorsitzenden der Sektion für Eisen und Maschinen des Eidgenöss. Volkswirtschaftsdepartements in Bern ernannt, wo er Pläne für die schweizer. Kriegswirtschaft ausarbeitete, um die nachlassende Zufuhr von Eisen und Stahl aus dem Ausland durch Mobilisierung inländischer Quellen aufzufangen. Mit den sog. „Schrottplänen“ gelang es, bis Kriegsende 900 000 Tonnen wiederverwertbares Alteisen und Industrieschrott einzusammeln und somit die Eisen- und Stahlerzeugung im Lande weitgehend aufrechtzuerhalten. Die Ende 1944 ausbleibenden Ferro-Mangan-Importe konnten durch den vorsorglichen Abbau von Manganerzen des Gonzen-Bergwerkes und die Reaktivierung alter Mangan-Minen im Lande überbrückt werden. Auch an diesem Konzept war M. maßgeblich beteiligt. 1947 wurde M. zum Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes Schweizer. Maschinen- und Metallindustrieller ernannt und 1948 Ehrenmitgl. des Verbandes Schweizer. Eisengießereien. Seit 1948 vertrat er als Delegierter die Schweiz im Internationalen Stahlkomitee der Europ. Wirtschaftskommission in Genf. 1949 folgte die Ernennung zum Präsidenten der International Malleable Tube Fittings Association. 1951 wurde M. zum Mitglied der Schweizer. Handelskammer gewählt.

    Neben seinen vielfältigen Aufgaben in Industrie und Wirtschaft war M. ein Förderer der Kultur und der Wissenschaft. Seiner Initiative ist die Gründung der Eisenbibliothek, einer Stiftung der Georg Fischer AG, Schaffhausen, im Jahre 1948 zu verdanken, einer weltweit einzigartigen Literatursammlung zur Geschichte des Eisens und der Technik. Als Domizil für diese wissenschaftliche Spezialbibliothek wurde das zum Industrieunternehmen Georg Fischer gehörende Klostergut Paradies bei Langwiesen gewählt, zu dessen Renovierung M. ebenfalls einen großen Beitrag leistete. Als begeisterter Alpinist war er der Initiator und Förderer der Strada Alta, eines der schönsten Wanderwege in der Tessiner Leventina. 1953 wurde er zum Vizepräsidenten des Verwaltungsrates der Georg Fischer AG und 1955 zum Mitglied des Verwaltungsrates der Eisenbergwerk Gonzen AG, Sargans ernannt. 1956 zog sich M. aus dem aktiven Geschäftsleben zurück.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (ETH Zürich 1956).

  • Werke

    Über Wesen u. Aufgaben d. Eisenbibl. Klostergut Paradies b. Schaffhausen, in: Stultifera Navis, Mitt.bl. d. Schweizer Bibliophilen-Ges. 13, 1956, S. 133 ff.

  • Literatur

    K. Schib, Gesch. d. Klosters Paradies, hrsg. v. d. Georg Fischer AG, 1951;
    ders., Das Kloster Paradies b. Schaffhausen u. d. Eisenbibl., in: Alemann. Jb. 1961, S. 82 f.;
    Sondernr. d. GF-Mitt. d. Georg Fischer AG, Nov. 1957 (P);
    Biogr. Lex. verstorbener Schweizer V. 1961;
    W. Treue, Die Eisenbibl., Stiftung d. Georg-Fischer-AG, in: ZUG 12, 1967, S. 345-48;
    K. Bächtold, in: Schaffhauser Biogrr. III, 1969, S. 223-30 (P).

  • Porträts

    Gem. v. P. B. Barth (Eisenbibl. Schaffhausen).

  • Autor/in

    Annette Bouheiry
  • Zitierweise

    Bouheiry, Annette, "Müller, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 363-364 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13776555X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA