Lebensdaten
1856 – 1929
Geburtsort
Crimmitschau (Sachsen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Textilforscher ; Textilingenieur ; Ingenieur
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137765487 | OGND | VIAF: 58275261
Namensvarianten
  • Müller, Ernst Karl Eduard
  • Müller, Ernst
  • Müller, Ernst Karl Eduard
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Zitierweise

Müller, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765487.html [15.07.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst, Maschinenbauer in C., Gründer d. Fa. E. Müller & Rentzsch, d. späteren Maschinenfabrik Crimmitschau AG, S e. Mühlenbes. in Hirschberg/Saale;
    M Henriette Wilhelmine Bergner, T e. Gasthofsbes, in C.;
    1890 Johanna Arndt ( n. 1929) aus Auerbach (Vogtland);
    1 S, 1 T.

  • Biographie

    M. absolvierte nach dem Realschulbesuch 1872-75 die Höhere Gewerbeschule in Chemnitz. In den Ferien arbeitete er regelmäßig im Unternehmen seines Vaters, in dem Dampfmaschinen und Streichgarnspinnmaschinen hergestellt wurden. Im Anschluß an den Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger in Zwickau besuchte er seit 1876 das Polytechnikum in Dresden, die spätere TH, legte dort 1878 die Abschlußprüfung ab und unternahm dann eine Studienreise zum Besuch der Pariser Weltausstellung. Anschließend war M. 1879 kurze Zeit als Konstrukteur bei der Firma Friedrich Siemens in Dresden, dann seit Herbst desselben Jahres als Lehrer für Mechanik und Eisenkonstruktionen an der dortigen Baugewerkenschule tätig. Gleichzeitig wirkte er als Assistent bei Versuchen zur Bestimmung der Leistung von Werkzeugmaschinen mit, die von Karl Ernst Hartig am Lehrstuhl für Mechanische Technologie am Polytechnikum Dresden durchgeführt wurden, und entwickelte selbständig Pläne zur maschinellen Ausrüstung von Spinnereien und Webereien. 1883 ging er als Assistent zu Hermann Fischer an die TH Hannover, wo er nach seiner Habilitation mit einer Arbeit über „Bobinetmaschinen mit Jacquardeinrichtung“ (1884) seit 1886 als Dozent für Textil-, Papier- und Bautechnologie, seit 1890 als ao. und seit 1896 als o. Professor für Maschineningenieurwesen lehrte. 1901 kehrte M. an die TH Dresden zurück, wo er Hartigs Lehrstuhl für allgemeine mechanische Technologie und Maschinenlehre übernahm und mehr als zwei Jahrzehnte lang bis zu seiner Emeritierung (1925) als erfolgreicher akademischer Lehrer wirkte. Gleichzeitig leitete er als Direktor das Mechanischtechnologische Institut der Hochschule, das er zu einer der leistungsfähigsten Einrichtungen seiner Art ausbaute.

    Im Mittelpunkt von M.s Interesse stand, abgesehen von seiner gelegentlichen Beschäftigung mit Fragen der Papierherstellung, stets die Textiltechnologie, deren internationale Entwicklung er auf zahlreichen Studienreisen verfolgte. Schon während seiner Dresdener Zusammenarbeit mit Hartig ermittelte M. 1880 in einer preisgekrönten Untersuchung über die Festigkeitseigenschaften von fadenförmigen Gebilden experimentell und rechnerisch eine für die Theorie des Spinnens wichtige Beziehung zwischen dem Drehungsgrad eines Garnes und seiner Reißfestigkeit, die als „Ernst Müllers Gesetz“ bekannt wurde. In Hannover setzte er seine Festigkeitsuntersuchungen in Verbindung mit der Ausarbeitung wissenschaftlicher Prüfverfahren fort. Das von M. nach seiner Rückkehr nach Dresden eingerichtete, mit reichhaltigen Sammlungen ausgestattete Faserstofflaboratorium zur wissenschaftlichen Prüfung von Textilfasern und -Stoffen erlangte internationales Ansehen, zumal seine Forschungen über Faserstoffe und Textilmaschinen große praktische Bedeutung für die Textilindustrie hatten. Ein von M. ausgearbeitetes Verfahren zur Klassifizierung von Kammgarnen wurde 1910 von der deutschen Zollverwaltung übernommen. – M. war 1901-18 auswärtiges Mitglied des Kaiserl. Patentamtes in Berlin und seit 1901 Mitglied der Kgl. Sächs. Technischen Deputation. 1917 begründete er in Dresden das Deutsche Forschungsinstitut für Textilindustrie, das er bis 1923 leitete.|

  • Auszeichnungen

    GHR (1903);
    Roter Adlerorden III. Kl. (1911);
    Komtur d. Albrechtsordens (1913);
    Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig 1920);
    Karmarsch-Denkmünze (1927).

  • Werke

    Über d. Festigkeitseigenschaften fadenförmiger Gebilde in ihrer Abhängigkeit v. d. Drahte derselben, in: Civiling. 26, 1880, H. ⅔;
    Hdb. d. Spinnerei, 1892;
    Stud. üb. d. Krempeln d. Baumwolle, 1894;
    Hdb. d. Weberei, 1896;
    Hdb. d. Papierfabrikation, 1905. – Hrsg.: Hdb. d. mechan. Technol. v. K. Karmarsch u. H. Fischer, III, 1892-1905;
    Schubert, Praxis d. Papierfabrikation, 1914, ²1919.

  • Literatur

    B. Volger, Sachsens Gelehrte, Künstler u. Schriftst. in Wort u. Bild, 1907/08, S. 108;
    FS z. 70. Geb.tag. v. E. M., hrsg. v. Dt. Forschungsinst. f. Textilindustrie, 1926 (W, P);
    Textile Forschung 11, 1929, H. 3;
    Catalogus Professorum TH Hannover 1831-1956, 1956 (P);
    W. Frenzel, Leben u. Wirken v. E. M., in: Wiss. Zs. d. TU Dresden 15, 1966, H. 2, S. 305;
    DBJ XI, S. 220-23 u. Tl.;
    Pogg. VII a. – Mitt. d. Archivs d. TU Dresden.

  • Autor/in

    Hans Jaeger
  • Zitierweise

    Jaeger, Hans, "Müller, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 362-363 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765487.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA