Lebensdaten
1888 - 1969
Geburtsort
Neuehrenberg bei Schluckenau (Nordböhmen)
Sterbeort
Kempten (Allgäu)
Beruf/Funktion
Textilfabrikant ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137762755 | OGND | VIAF: 81904092
Namensvarianten
  • Müller, Anton Joseph
  • Müller, Anton Josef
  • Müller, Anton Joseph
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller, Anton Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137762755.html [23.01.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Anton (1866–93), Zimmermann, Hausweber in Altehrenberg b. Sch.;
    M Anna (1865–93). T d. Josef Engelmann, Weber in Altehrenberg;
    Zeidler 1911 Maria Albina (1892–1963), T d. Josef Eiselt (1861–1942), Reisender aus Teichstatt b. Warnsdorf (Nordböhmen);
    1 S, 2 T, u. a. Walter Josef (* 1912), Textiling., Gertrud (1913–72, Johann Götz, 1910–44, Textiling.), Direktrice b. Klinger & Co., an d. Erfindung d. Strumpfhose beteiligt.

  • Leben

    M. trat nach dem Besuch der Staatsfachschule für Wirkerei in Schönlinde (1903–05) in die Strick- und Wirkwarenfabrik Anton Klinger & Co. in Zeidler bei Schluckenau ein und war dort seit 1920 als Betriebsleiter tätig. 1936 ging er als technischer Direktor und Prokurist zur Strick- und Wirkwarenfabrik Schnürer & Co. in Freiberg bei Neutitschein (Mähren). Von dort 1945 vertrieben, begann er 1946 in Zaulsdorf Kr. Oelsnitz (Vogtland) mit seinen Familienangehörigen eine Strickwarenerzeugung, die 1949 wegen der bevorstehenden Verstaatlichung aufgelassen wurde. Ende 1951 wurde M. technischer Leiter der neu errichteten Strumpf- und Strickhandschuhfabrik von Josef Kudlich in Kottern Kr. Kempten (Allgäu). Auch im Ruhestand arbeitete er für Industrieunternehmen an Mustern für Socken und Strümpfe.

    M. entwickelte während seiner Tätigkeit in Zeidler vor 1932 unter Mitwirkung seiner Tochter Gertrud einen „Hosenstrumpf' für Kinder. Es gelang ihm, die gewünschten Paßformen und Weiten durch Einsatz von Zwickelteilen zu erzielen. Dieses Verfahren, bei dem auffällige Nähte im Hosenteil unvermeidlich sind, wird noch heute in den meisten Ländern der Welt angewandt. M. nannte seine Erfindung, als deren alleiniger Urheber er nach sorgfältigen historischen und technischen Prüfungen zweifelsfrei gelten kann und an deren Weiterentwicklung er auch nach seinem Wechsel nach Freiberg unermüdlich weiterarbeitete, seit etwa 1935 „Strumpfhose“. Die neue Kinderbekleidung wurde vom Handel anfangs zurückhaltend aufgenommen, fand aber bei den Verbrauchern rasch Anklang. Bereits 1935 erreichte die Erzeugung von automatisch flach- und rundgestrickten Kinderstrumpfhosen etwa 65% der Herstellungskapazität von Klinger & Co. M.s Namengebung wurde nach dem 2. Weltkrieg auch von den Herstellern von Damenstrumpfhosen übernommen. Um 1950 entwickelte M.s Sohn Walter Josef ein Gebrauchsmuster (1685.402/3) zur vollautomatischen Herstellung nahtloser Strumpfhosen.

  • Literatur

    E. Marschner, in: Sudetendt. Ztg. v. 21.1.1976;
    ders., in: Unser Niederland 27, 1976, S. 66 (P);
    ders. u. W. Pfeifer, Der Heimatkreis Schluckenau im nordböhm. Niederland, 1977, S. 182 f.;
    Biographisches Lexikon Böhmen.

  • Portraits

    Sudetendt. Bildarchiv, München.

  • Autor/in

    Erhard Marschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Marschner, Erhard, "Müller, Anton Josef" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 347-348 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137762755.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA