Lebensdaten
1903 bis 1990
Geburtsort
München
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Volkskundler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121092402 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moser, Hans

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Zitierweise

Moser, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121092402.html [04.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Alois (1868–1936), Ladermeister in M., S d. Bauern Sebastian (1822–87) u. d. Therese Eichschmid (1830–1906);
    M Maria Theresia (1875–1928), T d. Ladermeisters Johann Leberle u. d. Maria Löffler;
    1) Maria Philtsou ( 1981) aus Saloniki (Griechenland), 2) Innsbruck 1955 Elfriede Rath (s. 2);
    1 T aus 2) Susanne Moser-Bülck (* 1960), Sonderschullehrerin in M.

  • Leben

    Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen studierte M. 1922-27 Germanistik, Bayer. Landesgeschichte, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in München und promovierte 1927 bei Arthur Kutscher und Karl Alexander v. Müller über das Volksschauspiel von Kiefersfelden (Teildr. in: Oberbayer. Archiv 66, 1928, S. 117-208). Bei der Inventarisierung deutscher Handschriften des Mittelalters durch die Preuß. Akademie der Wissenschaften war er 1927-31 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter tätig und wurde 1932-37 als Stipendiat der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft mit der systematischen Auswertung serieller Archivquellen für die Brauchforschung betraut. Nach der Rückkehr aus Kriegsdienst und langer Sowjet. Kriegsgefangenschaft (1950) leitete er bis 1964 als wissenschaftlicher Angestellter des Landesvereins für Heimatpflege (seit 1938) den Aufbau der „Bayerischen Landesstelle für Volkskunde“, die 1962 in ein Institut der Bayer. Akademie der Wissenschaften umgewandelt wurde. M. galt, auch wenn er keine akademische Beamtenstelle erlangte, als eine der wenigen wissenschaftlichen Autoritäten der Volkskunde nach dem 2. Weltkrieg. Seine theoretisch fundierten und an historischen Methoden orientierten Forschungen zur Brauchgeschichte bilden eine wesentliche Grundlage für die modernen Bemühungen in diesem Feld. Für neuzeitliche Erfindungen von Traditionen prägte M. den zum Fachterminus gewordenen Begriff „Folklorismus“. Zur Wissenschaftsgeschichte, vor allem in Bayern seit der Aufklärung, lieferte M. materialreiche Studien und erschloß völlig neue Quellenbereiche. In seinen intensiven Reflexionen zur Theorie- und Fachgeschichte stellte er der älteren Vorstellung von uralten Kontinuitäten mythischen Denkens eine Geschichtsschreibung entgegen, wie sich Volksleben und Alltagskultur seit dem 15. Jh. entwickelt und gewandelt haben. Deshalb trat er sowohl alten wie neuen monokausalen Entstehungsthesen zur Fastnacht energisch entgegen.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Dt. Ges. f. Volkskde. (1975);
    Bayer. Verdienstorden (1978);
    Dr. phil. h. c. (Würzburg 1982).

  • Werke

    u. a. Volksschauspiel, in: Dt. Volkstum in Volksschauspiel u. Volkstanz, 1938, S. 3-136;
    Gedanken z. heutigen Volkskde., in: Bayer. Jh. f. Volkskde., 1954, S. 208-34, Neudr. in: H. Gerndt (Hrsg.), Fach u. Begriff „Volkskde.“ in d. Diskussion, 1988, S. 92-157;
    Chron. v. Kiefersfelden, 1959;
    Variationen um e. Thema vermeintl. Brauchgesch., Das „Weberschiff v. Saint-Trond“, in: Volkskultur u. Gesch., Festgabe f. J. Dünninger z. 65. Geb.tag, hrsg. v. D. Harmening u. a., 1970, S. 236-66, Neudr. in: M. Scharfe (Hrsg.), Brauchforschung, 1991, S. 256-98;
    Jungfernkranz u. Strohkranz, in: Das Recht d. kleinen Leute, FS f. K.-S. Kramer z. 60. Geb.tag, 1976, S. 140-161, Neudr. in: Scharfe, ebd., S. 321-50;
    Mein Weg z. Volkskde., in: Schönere Heimat 71, 1982, S. 475-84 (Autobiogr.);
    Volksbräuche im geschichtl. Wandel, 1985;
    Volksschauspiel im Spiegel v. Archivalien, hrsg. v. E. Harvolk u. H. Schuhladen, 1991. – Hrsg.: Bayer. Hh. f. Volkskde., 1938-42;
    Bayer. Jb. f. Volkskde., 1952-62. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Inst. f. Volkskde., München.

  • Literatur

    Kontinuität? Geschichtlichkeit u. Dauer als volkskundl. Problem, FS z. 65. Geb.tag, hrsg. v. H. Bausinger u. W. Brückner, 1969;
    Bayer. Bll. f. Volkskde. 5, 1978, S. 3-37 (Bibliogr.);
    N. Schindler, Brauchforschung zw. Volkskde. u. Gesch., ebd. 12, 1985, S. 81-95;
    H. Alzheimer, Volkskde. in Bayern, 1991, S. 185-87 (L)

  • Portraits

    Phot., Abb. in: Bayer. Jb. f. Volkskde., 1991 (Frontispiz).

  • Autor/in

    Wolfgang Brückner
  • Empfohlene Zitierweise

    Brückner, Wolfgang, "Moser, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 184 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121092402.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA