Lebensdaten
1722 – 1789
Beruf/Funktion
schaumburg-lippischer Oberstleutnant ; Oberstleutnant
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137429789 | OGND | VIAF: 81622351
Namensvarianten
  • Monkewitz, Johann Kasimir von
  • Monkewitz, Johann Casimir von

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Monkewitz, Johann Kasimir von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137429789.html [15.06.2024].

CC0

  • Biographie

    Monkewitz: Johann Kasimir von M., schaumburg-lippescher Obrist-Lieutenant, im August 1722 zu Keydan in Lithauen geboren, machte als preußischer Freicorporal die Schlachten von Hohenfriedberg, Soor und Kesselsdorf|mit, stand von 1751—1755 als Fähnrich bei der gräflich Bentinckschen Schloßcompagnie zu Knyphausen und trat als Lieutenant bei der Infanterie im Juli 1755 in den Dienst des Grafen Wilhelm von Bückeburg, der ihn bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges zum Rittmeister und Commandeur seines 1753 errichteten Carabiniercorps ernannte. An der Spitze dieser Truppe, der „schwarzen Männer“, der „diables de Buckebourg“, hat er sich im Laufe des Krieges als kühner und umsichtiger Parteigänger einen beim Feinde gefürchteten, beim Freunde hochgeachteten Namen gemacht. Wenn derselbe in den größeren Geschichtswerken wenig genannt wird, so liegt dies einestheils darin, daß die Leistungen der kleineren Contingente in diesen Werken häufig zurückgedrängt und in den Schatten gestellt werden, anderentheils aber auch in Monkewitz's anspruchsloser und bescheidener Persönlichkeit. Trotzdem aber ist sein und seiner Truppe Andenken unvergessen. Gleich zu Beginn des Feldzuges von 1757, als die Alliirten die Spitzen ihrer Armee nach Westfalen vortrieben, traten Monkewitz's Carabiniers vortheilhaft hervor, und als nach der Schlacht bei Hastenbeck, an der sie übrigens wenig Antheil gehabt hatten, Herzog Ferdinand von Braunschweig den Oberbefehl übernommen hatte und zu Ansgang Winters 1758 seinen Siegesflug von der Elbe an den Rhein antrat, waren sie — wie im Jahre zuvor bei der Nachhut — jetzt bei der Avantgarde. Am 25. Februar rückte M. in Bremen ein, am 26. März überfiel er bei Bentheim einen bedeutenden feindlichen Transport, für sein tapferes Verhalten im Treffen bei Meer, am 5. August, verehrte ihm Graf Wilhelm einen Säbel. Den Feldzug 1759 machte er bei der „kleinen“ Armee des General von Spörken in Westfalen mit. Ein Ueberfall auf Buer am 4. Mai, wo er durch nachgemachte Geschütze den Feind täuschte und ihm, den erzeugten Schrecken benützend, großen Schaden zufügte, war einer seiner besten Streiche; für das Gefecht bei Klein-Dortmund, am 30. September, ward er vom Herzog Ferdinand belobt. Im Herbst dieses Jahres ward ihm zum ersten Male, und zwar auch auf ausdrücklichen Befehl des Herzogs, das Commando einer größeren Abtheilung, für dieses Mal von 2 Bataillonen und 3 Schwadronen, übertragen. Zur Deckung der Belagerung von Münster mit verwandt, wies er des Feindes Entsatzversuch am 19. November in einem Gefechte bei Notteln zurück. Später wurden ihm solche Commandos öfter zu Theil. Der Winter verging mit Märschen und auf Vorposten. Seit Anfang 1759 Major, machte er den Feldzug des Jahres 1760 wieder unter Spörken mit. Im Laufe desselben widerfuhr ihm das Mißgeschick, in einem Gefechte bei Wolfhagen, am 26. Juli, da sein Pferd, ein junger unbändiger Hengst — die Carabiniers ritten ausschließlich Hengste — mit ihm durchging, in Gefangenschaft zu gerathen. Der Herzog von Broglie entließ ihn sofort auf Ehrenwort, und Herzog Ferdinand sorgte für seine baldige Auswechslung, worauf er wieder an den Feindseligkeiten in Westfalen und an den unruhigen Winterpostirungen an der Lippe Theil nahm. In das Jahr 1761 fällt ein glänzendes, aber verlustvolles Gefecht bei Darfeld, wo er, ohne seine Schuld sehr exponirt, sich am 9. April durch eine starke feindliche Uebermacht durchschlug. Besonders brauchbar erwies er sich für den Kundschafterdienst und das Nachrichtenwesen. Er war deshalb viel beim Erbprinzen von Braunschweig, mit welchem er u. a. am 26. Juni 1762 das von diesem unvorsichtig eingegangene, hartnäckige Reitergefecht bei Westerholt mitmachte. Als der Erbprinz bald darauf nach Hessen abmarschirte, ward M. als Chef des Stabes dem in Westfalen bleibenden General von Huth beigegeben. Als später auch Huth zur Belagerung von Cassel abging und der englische General Lord Cavendish zur Verstärkung nach Westfalen gesandt wurde, empfahl diesem der Herzog „in schwierigen Fällen sich des Rathes des Herrn von M. zu bedienen“.|Nach geschlossenem Frieden verblieb M., obgleich sein Corps, welches bei Beginn des Krieges nur 75 Mann zu Pferde und 50 zu Fuß zählte, im Laufe desselben aber auf eine Stärke von je 100 Mann gebracht war, erheblich reduzirt wurde und bald seine Pferde ganz verlor, im bückeburgischen Dienste; Anerbieten, nach Preußen oder Braunschweig überzutreten, schlug er aus. Er starb am 1. Februar 1789 zu Bückeburg.

    • Literatur

      G. W. v. Düring, Geschichte des Schaumburg-Lippe-Bückeburgischen Karabinier- und Jäger-Corps, Berlin, Posen und Bromberg 1828. — Zur Erinnerung an den Herrn von Monkewitz von H. F. Froriep, Bückeburg 1789 (in der Bibliothek des Gymnasiums zu Bückeburg).

  • Autor/in

    Poten.
  • Zitierweise

    Poten, Bernhard von, "Monkewitz, Johann Kasimir von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 22 (1885), S. 169-171 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137429789.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA