• Genealogie

    Aus ursprünglich thüringischer Familie;
    V Theodor Abicht, evangelischer Pfarrer;
    M Bertha Hoffmann;
    30.5.1876 Eugenie, T des Obersteigers Ernst Schwand und der Friederike Auguste Anders.

  • Leben

    A. studierte in Berlin, Halle und Breslau und war Pfarrer in verschiedenen schlesischen Orten, zuletzt (bis zur Entpflichtung 1912) bei der Kirche zu den 11000 Jungfrauen in Breslau. Ungewöhnlich sprachbegabt, übernahm er 1892 das Lektorat für Polnisch und Russisch an der Universität Breslau, habilitierte sich für slawische Philologie (1907), nachdem er schon 1900 den Professorentitel erhalten hatte. Seine ersten Veröffentlichungen dienten der orientalischen, die späteren alle der slawischen Philologie (meist im „Archiv für slavische Philologie“ erschienen; wichtig die Quellennachweise zum altkirchenslawischen Codex Suprasliensis). Neben selbständigen Werken blieben weitere Schriften über das Weißrussische ebenso wie der interessante Versuch eines sprachwissenschaftlich aufgebauten polnischen Lehrbuchs ungedruckt. Alle Arbeiten des vornehmen Gelehrten verdienen dank ihrer Sorgfalt, reichen Wissens und kluger, selbständiger, zuweilen kühner Gedanken mehr Beachtung, als sie gefunden haben.

  • Werke

    u. a. Igorlied (u. Übers.), 1895;
    Hauptschwierigkeiten d. russ. Sprache, 1897;
    Unters, üb. d. literar. Arb. d. Serbenfürsten Stevan Lazarevic ( 1427), 1900;
    Die russ. Heldensage, 1907;
    Kleines Elementarbuch d. weißruss. Sprache, 1918.

  • Literatur

    Festschr. z. Feier d. 100jähr. Bestehens d. Univ. Breslau II, 1911;
    A. Hettler, Theol.-Kal. I, 1904;
    ders., Philol.-Lex., 1916;
    Wi. VIII, 1922;
    DBJ III (Totenliste 1921).

  • Autor

    Paul Diels
  • Empfohlene Zitierweise

    Diels, Paul, "Abicht, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 20 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116003421.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA