Lebensdaten
1899 – 1987
Geburtsort
Rathenow (Brandenburg)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136822363 | OGND | VIAF: 20064141
Namensvarianten
  • Mierdel, Georg
  • Mierdel, Georg Otto Richard

Quellen(nachweise)

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Mierdel, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136822363.html [03.07.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1863–1929), Kaufm. u. Mühlendir. in R., S d. Ernst Wilhelm (1831–1901) u. d. Karoline Reising (1830–99);
    M Margarethe Erbe (* 1872) aus Lychen (Mecklenburg);
    1) Sinsheim 1928 ( 1939) Lieselotte Margarete (* 1900), T d. Dekans Wilhelm Eisen in Pforzheim, 2) Berlin 1939 Helene (* 1912), T d. Lademeisters Louis Miesel (* 1875) u. d. Floralina Eckhardt (* 1878);
    K.

  • Biographische Darstellung

    M. schloß 1917 das Realgymnasium in Rathenow ab. Danach studierte er 1917-19 Mathematik, Physik und Biologie in Marburg und ging dann nach Greifswald, um Physik, Mathematik sowie Botanik, Zoologie und Musik zu studieren. Besonders beeindruckten ihn das physikalische Praktikum bei J. Stark und die Theoretische Physik bei R. Seeliger. Aufgrund seiner musikalischen Neigungen kam er im Herbst 1919 in persönlichen Kontakt mit Seeliger. Es entstand eine fruchtbare wissenschaftliche Freundschaft. Schon im Juni 1920 promovierte er bei Seeliger über das Thema „Experimentelle Untersuchungen der Anregungsfunktionen“. M. blieb 10 Jahre in Greifswald als Assistent von Seeliger und Krüger. Die meisten Veröffentlichungen aus dieser Zeit betreffen die Physik der Gasentladungen. Drei Übersichtsartikel, einer davon im renommierten „Handbuch der Experimentalphysik“ von Wien-Harms, zeigen das Ansehen, das er in Fachkreisen genoß. Daneben griff er auch verschiedene Themen aus der technischen Physik auf. 1928 folgte die Habilitation an der Univ. Greifswald, die er 1930 verließ, um als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Laboratoriums für elektrische Gasreinigung in Berlin zu arbeiten. 1934 habilitierte er sich an der TH Berlin-Charlottenburg für Physik, insbesondere Gasentladungen. Danach wechselte er zu den Siemens-Stromrichterwerken als Leiter des physikalischen Labors; dort blieb er bis zum Kriegsende 1945. 1938 wurde er zum ao. Professor und 1939 zum apl. Professor an der TH Berlin-Charlottenburg berufen. Bis 1945 veröffentlichte er rund 30 Arbeiten, die sich vornehmlich mit der Elektrophysik der Gase beschäftigten. Mit J. Dosse verfaßte er eine auch in den USA und der UdSSR erschienene Monographie „Der elektrische Strom im Hochvakuum und Gasen“ (1943).

    Im März 1944 wurde M.s Dienststelle nach Rokytnice im Riesengebirge verlegt, wo er auch nach Kriegsende seine Arbeiten auf dem Gebiet der Gasentladungen als Leiter des Forschungs- und Entwicklungslabors der Firma CKD fortsetzte. Seit 1949 war er bei MEZ und 1949-53 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Firma Vilsnice auch weiterhin in der ČSSR tätig. 1953 kehrte M. trotz einer Berufung an die TH Bratislava nach Greifswald zurück, wo er stellvertretender Direktor und Abteilungsleiter im Institut für Gasentladungsphysik der Deutschen Akademie der Wissenschaften der DDR wurde. Noch im selben Jahr übernahm er den Lehrstuhl für Theoretische Elektrotechnik und Gleichrichter und die Leitung des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik an der TU Dresden. Er wandte sich den aktuellen Themen der Halbleiterphysik, Regelungstechnik und Atomphysik zu und versammelte einen Kreis engagierter Schüler um sich, die er für diese in der Elektrotechnik noch nicht verbreiteten Gebiete begeisterte. Seine Forschungstätigkeit bezog sich weiterhin auf die Gasentladungsphysik sowie auf Themen aus der Halbleiterphysik, insbesondere Selengleichrichter und Plasmaphysik. Die Ergebnisse wurden in mehreren Veröffentlichungen von M. und seinen Schülern publiziert. Mit seinem Lehrbuch „Elektrophysik“ (1968) schuf er einen neuen Begriff, und in weiteren Monographien (u. a. Selengleichrichter, 1959), Handbuchartikeln und zwei Übersetzungen aus dem Russischen stellte er den damaligen Stand auf seinen Arbeitsgebieten dar. Viele seiner Schüler wurden später Hochschullehrer. 1964 wurde M. emeritiert. M. hat sich vor allem um die Theoretische Elektrotechnik Verdienste erworben.|

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    Nationalpreis d. DDR (1962).

  • Literatur

    G. Wunsch, in: Zs. f. elektr. Informations- u. Energietechnik 4, 1974, H. 1, S. 3 f. (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41 u. 1954-70;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Wolfgang Mathis
  • Zitierweise

    Mathis, Wolfgang, "Mierdel, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 477 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136822363.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA