Lebensdaten
1799 bis 1860
Geburtsort
Paris
Sterbeort
Lüttich
Beruf/Funktion
Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119429373 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Michiels, Télémaque
  • michiels, telemaque
  • Michiels, Télémaque

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Zitierweise

Michiels, Télémaque, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119429373.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (ca. 1755–1812) aus Bois St. Martin (Dep. de la Schelde), Jurist, während d. Franz. Rev. in Paris, dann Gen.staatsanwalt in Maastricht, Ritter d. Ehrenlegion, trat für d. Vereinigung Belgiens mit Frankreich ein. S d. Pierre u. d. Barbe Le Clerq;
    M Anne-Elisabeth Gillis ( n. 1812);
    B André Victor (1797–1849), niederländ. Offz., zuletzt Gen.major auf Bali (s. L);
    Frédérique de Milly ( v. 1860);
    K.

  • Leben

    Nach dem Tode von M.s Vater entschied sich die Mutter für einen Ruhesitz, in Lüttich, wo M. und sein Bruder ihre Ausbildung erhielten. M. war 1830/31 in diplomatischer Mission beim Deutschen Bund in Frankfurt/Main tätig. 1839 wurde er mit einer kleinen Kapitalbeteiligung Mitbegründer der Aktiengesellschaft Coquerill-Ougré und Werksdirektor in Ougré. Diese Position gab er indessen schon 1841 auf, um im Deutschen Zollverein aktiv zu werden. Als einer von 13 Teilhabern aus Aachen und Eupen um Anton Wilhelm Hüffer und David Hansemann trat er als Direktor und Gerant (Geschäftsführer) an die Spitze der nach ihm benannten Kollektivgesellschaft T. Michiels & Cie in Eschweiler-Aue. Diese betrieb mit einer Belegschaft von etwa 200 Mann ein Puddelwerk und ein Eisenbahnschienen-Walzwerk. M.s wichtigste Mitarbeiter waren Nicolas Bourdouxhe, François Bicheroux und Hüffers Schwiegersohn Ernst Jeghers. Die Firma besaß 1847 für 300 000 Taler Aktien fremder Unternehmen und war 1849 Großaktionär der Karlsruher Maschinenfabrik von Emil Keßler. Aus Haftungsgründen strebten die Eigner daher seit 1846 die Umwandlung ihrer Firma in eine Aktiengesellschaft nach preuß. Privilegialrecht an.

    M. beriet im Anschluß an umfangreiche Lieferungen nach Bayern dortige Interessenten beim Aufbau einer modernen Hütte. 1851 wurde er belg. Konsul in München. Etwa gleichzeitig kam es unter Mitwirkung zahlreicher bayer. Geschäftsleute zur Gründung der Kommanditgesellschaft auf Aktien „T. Michiels, Henry Giffard & Co.“ im Sauforst bei Burglengenfeld (Oberpfalz). M. und Giffard erhielten je 75 Aktien bei einem Grundkapital von 600 000 fl. Sie sollten den Betrieb leiten. Durch seine unternehmerische Doppeltätigkeit hatte sich M. übernommen, denn Giffard war nicht in der Lage, die Geschäftsführung wahrzunehmen, wenn M.s Anwesenheit in Eschweiler erforderlich war. Zudem gab es in Bayern keine für den Hüttenbetrieb ausgebildeten Arbeiter. Daher mußten 200 bayer. Arbeiter zum Anlernen nach Eschweiler geschickt werden, just zu der Zeit, als Hüffer und Konsorten das längst erwartete Privileg für die Errichtung der Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb erhielten. M. verlor 1853 durch Beschlüsse der Generalversammlungen die Kontrolle über beide Firmen. Das Eschweiler Werk ging auf den „Phoenix“ über, das Oberpfälzer Werk wurde als Maximilianshütte umgegründet. Danach gehörte M. dem Administrationsrat des „Phoenix“ bis 1855 an und wurde vorübergehend auch in die Direktion abgeordnet. 1856 schied er aus der Leitung dieses Unternehmens aus. Fortan wohnte er in Aachen, scheint sich aber auch in Lüttich aufgehalten zu haben. In Verbindung mit Bourdouxhe war er noch an Neugründungen in Hachenburg und Weisenau bei Mainz beteiligt, denen jedoch dauernder Erfolg versagt blieb. M.s unternehmerische Tätigkeit war wegweisend für zahlreiche aus dem Dreiländereck stammende Hüttenleute, die berufliche Chancen im zollvereinten Deutschland zu nutzen verstanden, wie auch Wallonen schon Jahrhunderte zuvor auf Hütten in der Eifel. im Westerwald und im Siegerland anzutreffen waren.

  • Literatur

    L. Hatzfeld, Anton Wilhelm Hüffer, in: Duisburger Forschungen 8, 1965 (P);
    H. Seeling, Wallon. Industrie-Pioniere in Dtld., 1983;
    St. Helml, Die Maxhütte, 1989. |

  • Quellen

    Qu. Mannesmann-Archiv Düsseldorf. – Zu André Victor: A. J. van der Aa, Biographisch woordenboek d. Nederlanden XII, 1869, S. 829 f.

  • Autor/in

    Lutz Hatzfeld
  • Empfohlene Zitierweise

    Hatzfeld, Lutz, "Michiels, Télémaque" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 456 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119429373.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA