Lebensdaten
1823 bis 1887
Geburtsort
Brügge (Belgien)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 140116532 | OGND | VIAF: 69233876
Namensvarianten
  • Michiels, Jean François
  • Michiels, Johann Franz
  • Michiels, Jean François
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Orte

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Zitierweise

Michiels, Johann Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140116532.html [22.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bruno-Bernard, Metzger in B.;
    M Anna De Groote;
    Brügge 1844 Rosalie-Francisca (1822–1907), T d. Müllers Pieter Verriest in B.;
    2 S, 6 T.

  • Leben

    M. besuchte in Brügge die Elementarschule und durchlief danach eine Lehre als Holzbildhauer. An der dortigen „Academie voor Schone Kunsten“ bildete er sich in Abendkursen fort und eröffnete 1844 in seiner Vaterstadt eine Werkstatt, die Kirchenbänke und Kanzeln für westflandr. Kirchen (Alveringen, Roesbrugge, Iepern) herstellte. Früh sprachen ihn die Verfahren der neuen Lichtbildkunst an, mit denen historische Monumente aufgenommen wurden. Vermutlich hatte M. Kontakte zu der in Loos-lès-Lille (Frankreich) tätigen ersten „Imprimerie photographique“ von L. D. Blanquart-Evrard. Sein frühes Lichtbild, „Vue latérale du Franc de Bruges prise du pont du Moulin“ (1848?) zeigt bereits sein Talent für dieses neue Medium. 1852 übertrug ihm der Kunstverleger F. C. Eisen in Köln den Auftrag, die neuen Glasgemälde im Kölner Dom („Bayernfenster“) zu photographieren. 1852-57 folgten Aufnahmen vom Weiterbau des Kölner Domes, aber auch von anderen Baudenkmälern, Skulpturen und bedeutenden Tafelbildern im Rheinland und in Belgien. Eisen kreierte in Deutschland mit Bildmappen dieser Aufnahmen die photographische Version des Typs „Album“ (aufgeklebte Photographien in einer Sammelmappe, textlich kaum begleitet) und führte den Vertrieb großformatiger Lichtbilder ein.

    1855 erwarb M. die preuß. Staatsbürgerschaft und ließ sich in Köln nieder. Im selben Jahr wurden seine Bilder auf der Weltausstellung in Paris gezeigt (u. a. Ansichten vom Kölner Dom), für die er die Medaille erster Klasse (Silber) erhielt. Eine weitere bedeutende Arbeit M.s war das „Panorama von Köln“ (1856), das zu den frühesten photographischen Rundbildern einer deutschen Stadt gehört und mit fünf Einzelbildern (je 24,5 x 42 cm) die Kölner Rheinfront erfaßt. Das „Album von Berlin, Potsdam und Sans-souci“ 1857, das 60 Photos von Sehenswürdigkeiten zeigt, war M.s letzte große Publikation in Köln; danach kehrte er in seine Vaterstadt zurück, wo er Teilhaber eines Photoateliers wurde, das in erster Linie Aufnahmen von Gemälden herstellte. 1863 zog M. wieder ins Rheinland und arbeitete für den Verleger A. Gestewitz in Düsseldorf auf dem Gebiet von Gemäldeaufnahmen. M. wurde vor allem mit seinen Kölner Aufnahmen zum Pionier der Architekturphotographie.

  • Werke

    Die neuen Glasgemälde im Dom zu Köln, 1853;
    Album v. Köln, 1854, Nachdr. mit 8 Reproduktionen (hrsg. v. W. Neite), 1980;
    Reliquienschrein d. hl. Ursula zu Brügge, 1854;
    Kölner Dom-Album, 1855;
    Slg. d. schönsten Baudenkmale … in Dtld. u. Belgien, 1857. – Originalphot.: Köln, Stadtmus.|u. Dombauarchiv;
    Brügge, Bibliotheek en Kulturarchief van de Prov. West-Vlaanderen;
    Lille, Bibliothèque Municipale;
    Rochester, N. Y., George Eastman House.

  • Literatur

    E. Lancan, Exquisses photographiques, 1856, S. 110;
    W. Neite, Der Kölner Dom als erstes Bauwerk der frühen dt. Architekturphot., in: Kölner Dombl. 36/37, 1973, S. 115-34 (P);
    ders., Frühzeit d. Phot. in d. Rheinprovinz, in: Kunst d. 19. Jh. im Rheinland, hrsg. v. E. Trier u. W. Weyres, III, 1979, S. 359-89 (P);
    A. Wolff, Dombau in Köln, 1980, S. 40-45;
    F. Heidtmann, Wie das Photo ins Buch kam, 1984, passim (W-Verz.);
    Biogr. Nat. Beige 39, 1976, Sp. 705-08.

  • Portraits

    Phot. v. Gebr. Géruzet, Brüssel, 1862 (Slg. W. Neite, Köln).

  • Autor/in

    Werner Neite
  • Empfohlene Zitierweise

    Neite, Werner, "Michiels, Johann Franz" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 455 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140116532.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA