Lebensdaten
1893 bis 1945
Geburtsort
Zelting bei Radkersburg (Steiermark)
Sterbeort
Fiume (Rijeka, Kroatien)
Beruf/Funktion
General
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118582194 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mikl, Johann (eigentlich)
  • Mickl, Johann
  • Mikl, Johann (eigentlich)
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Zitierweise

Mickl, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118582194.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Mathias (1865–1963), Bauer aus Terbegofzen b. Luttenberg, S d. Johann u. d. Anna Samunja;|M Maria (1860–1933), T d. Johann Dervarič aus Z. u. d. Gertraud Novak;
    Klagenfurt 1922 Helene Zischka;
    1 S Manfred (* 1923), Offz.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Theresianischen Militärakademie wurde M. im August 1914 zum k. k. Landwehrinfanterieregiment 4 (späteres Gebirgsschützenregiment 1) ausgemustert. 1914/15 kämpfte er an der russ. Front in Galizien, dann an der Südfront. Zweimal erhielt er die silberne Tapferkeitsmedaille. Im Januar 1919 stellte M. eine Freischar zur Erstürmung der von südslaw. Truppen besetzten Stadt Radkersburg auf und beschaffte sich dazu, da die steir. Landesregierung ihn nicht unterstützte, die Waffen aus Kärnten. Der Befreiungsversuch vom 4.2.1919 mißlang wegen Verrats. M. wurde daraufhin von der steir. Landesregierung steckbrieflich verfolgt. In anderen Ortschaften des unteren Murtales war der bewaffnete Aufstand gegen die Besatzung aber erfolgreich. So spielte bei den Marburger Verhandlungen im Februar 1919 dieser Versuch eine entscheidende Rolle für den Nachweis, daß die Bevölkerung des Landes nördlich der Mur sich zum Deutschtum bekannte. Durch M.s Einsatz wurde die Stadt Radkersburg im Friedensvertrag von St. Germain Österreich zugesprochen, wenn auch die Untersteiermark verloren ging.

    1920 wurde M. als Oberleutnant in das Bundesheer übernommen (1921 Hauptmann), 1938 als Oberstleutnant in die Deutsche Wehrmacht. Er nahm am Polen- und Frankreich-Feldzug teil und war 1942 in Nordafrika Kommandeur des Schützen-Rgt. 155. Für den Einsatz vor Tobruk erhielt er das Ritterkreuz. 1942 kämpfte M. in Rußland am Wolchow als Kommandeur der 12. Schützenbrigade (umbenannt in 12. Panzer-Grenadier-Brigade), 1943 als Kommandeur der 11. Panzer-Division beim Unternehmen „Zitadelle“ bei Kursk (Generalmajor; Eichenlaub zum Ritterkreuz), seit September 1943 als Kommandeur der deutsch-kroat. 392. Infanterie-Division in Kroatien. Er eroberte das Velebit-Gebiet bis zur Küste. 1945 deckte er den Rückzug der Heeresgruppe E. Am 9.4.1945 bei Senj verwundet, starb M. am folgenden Tag im Lazarett zu Fiume.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Radkersburg (1930); Benennung d. Kaserne d. österr. Bundesheeres in Bad Radkersburg nach M. (1967).

  • Literatur

    Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914–18, II, T. 4, 1936;
    Freiheitskämpfe in Dt.-Österreich, 1942, S. 98 ff.;
    F. Schraml, Kriegsschauplatz Kroatien, 1962, S. 229 ff.;
    G. Kobe (Kalmuth), Der innere Befehl, 1962, S. 191 ff.;
    ders. u. H. Richter, Bei den Gewehren, Gen. J. M., Ein Soldatenschicksal, 1983 (P);
    F. Steinböck, in: Mil.hist. Schrr.-R., H. 47, 1983;
    H. Kurahs, Die Entwicklung d. Stadt Radkersburg v. Zusammenbruch d. österr.-ungar. Monarchie bis z. Tode ihres Bgm. Dr. Franz Kamniker, Diss. Graz 1985 (L);
    ders., Radkersburg, 4. Febr. 1919, in: 70 J. Freiheitskampf, hrsg. v. W. Reiter u. F. Potzer, 1989 (L, P);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Heinz Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Heinz, "Mickl, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 456 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118582194.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA