Lebensdaten
1885 bis 1950
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Köln-Mülheim
Beruf/Funktion
Fernmeldetechniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117570338 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Ulfilas

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Zitierweise

Meyer, Ulfilas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117570338.html [15.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Alexander (1832–1908), Dr. iur., Schriftst. in B., Politiker (Freisinn), Mitgl. d. Preuß. Abgeordnetenhauses 1876-88 u. d. Reichstags 1881-96 (s. L);
    S d. Bankbuchhalters Gotthilf Albrecht u. d. Caroline Wilhelmine Henriette Fleischer;
    M Hedwig Schierer;
    Margarete Erna Sophie Boller;
    1 S.

  • Leben

    Den größten Teil seiner Schulzeit verbrachte M. in den Landerziehungsheimen Ilsenburg und Haubinda. 1904 legte er als Externer die Reifeprüfung an der Friedrich-Werderschen Oberrealschule in Berlin ab. Anschließend folgte das Studium der Naturwissenschaften an der Univ. Berlin, u. a. bei O. Warburg, E. Pringsheim. J. Knoblauch, M. Planck, W. Nernst und H. Rubens. 1909 promovierte M. bei Rubens zum Dr. phil. mit dem Thema „Die magnetische Rotationsdispersion im ultraroten Teil des Spektrums bei Steinsalz, Sylvin und Flußspat“. An die zweijährige Assistentenzeit an der TH Dresden schloß sich eine einjährige Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin an. 1913 wurde M. wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Telegraphen-Versuchsamt der Reichspost in Berlin. 1914 wurde er dort Telegrapheningenieur, 1921 Postrat. Seit 1925 leitete er die elektrotechnische Versuchsanstalt der Firma Felten & Guilleaume in Köln-Mülheim, bei der er 1927 die Prokura erhielt und 1936 Direktor wurde. 1948 trat M. in den Ruhestand und wurde in den Aufsichtsrat der Felten & Guilleaume Carlswerk-AG berufen. Im Mai 1949 übernahm M. zunächst vertretungsweise den Lehrstuhl für Elektrische Nachrichtentechnik an der TH Aachen, wo er im September zum Honorarprofessor ernannt wurde. Hier begann er das Institut für Elektrische Nachrichtentechnik mit viel persönlichem Einsatz wieder aufzubauen.

    Die Arbeitsgebiete der Dissertation und seiner Assistentenzeit an der TH Dresden waren zunächst rein physikalischer Art. Mit der Tätigkeit bei der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, der Reichspost und später in der Industrie wandte sich M. der Theorie der elektrischen Leitungen zu. Die Hauptarbeitsgebiete waren theoretische und experimentelle Untersuchungen von Isolierstoffen sowie magnetischen Materialien für die Stark- und Schwachstromtechnik, insbesondere an Krarup-Materialien, ferner über Meßtechnik und Meßapparate der Leitungstheorie. Krarupdrähte sind Fernsprechkabel, die zur Erhöhung der Leitungsinduktivität mit einer Eisen-Nickel-Schicht umgeben sind. Dadurch wird der Dämpfungseffekt im Übertragungsfrequenzbereich vermindert. Diese Arbeitsgebiete behielt M. zeit seines Lebens bei. Er verfaßte über 50 teilweise grundlegende Publikationen und wurde dadurch einer der Pioniere auf dem Gebiet der Kabeltechnik und des Fernsprechwesens, der Meßtechnik und der Meßgeräte in der Leitungstheorie. Besonders hervorzuheben sind eine Reihe von Arbeiten über Fern-, See-, Trägerfrequenz- und Hochspannungskabel aus den Jahren 1925–50. An fast jeder der zur damaligen Zeit gebauten größeren Kabelanlagen hat M. mitgearbeitet. Besonders beschäftigten ihn die Ergebnisse der Fabrikation von Kabeln, deren Unregelmäßigkeiten er mit wissenschaftlichen Methoden aufspürte und beseitigte. Davon zeugen viele theoretisch-technische Untersuchungen an Isolierstoffen, an magnetischen Stoffen für die Fernmeldetechnik, besonders an Krarup-Materialien. Eine seiner wichtigsten Publikationen behandelt das magnetische Feld von Krarupdrähten. – Gauß-Weber-Denkmünze d. Univ. Göttingen (1933).

  • Werke

    Tafeln d. Exponential-, Hyperbel- u. Kreisfunktionen, 21956 (mit A. Deckert);
    Charakteristik zusammengesetzter Leitungen, in: Archiv f. Elektrotechnik 9, 1924, S. 399-403;
    Fernsprechkabel, ebd. 29, 1935, S. 733-41;
    Über d.magnet. Feld v. Krarupdrähten, in: Elektr. Nachrr.-Technik I, 1924, S. 152-57;
    Messungen an Krarupleitungen, ebd., S. 169-75;
    Zur Theoried. Spulenleitungen, in: Zs. f. techn. Physik 2, 1921, S. 306-10;
    Elektrizitätsleitung in Metallen, in: Archiv f. Post u. Telegraphie 45/153, S. 209-34;
    Neuere Fortschritte im Bau v. Pupin-Seekabeln, in: Europ. Fernsprechdienst, H. 50, 1938, S. 308 (mit C. Buss);
    Erstes unbelastetes Sternviererkabel für Trägerfrequenzbetrieb in Schweden, ebd., H. 55, 1940, S. 98-106 (mit W. Rihl);
    Kopplungen, ebd., H. 58, 1942, S. 181-89.

  • Literatur

    H. Griem, in: Elektrotechn. Zs. 71, 1950, S. 383 f.;
    W. Herzog, in: Archiv f. elektr. Übertragung 4, 1950, S. 197 f.;
    W. Kieser, in: Physikal. Bll. 6, 1950, S. 274;
    ders., in: Fernmeldetechn. Zs., 1950, H. 7, S. 255;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1950;
    Pogg. V-VII a. – Zu Alexander: Schles. Lb. I, 1922, S. 178-82.

  • Autor/in

    Ingrid Ahrens
  • Empfohlene Zitierweise

    Ahrens, Ingrid, "Meyer, Ulfilas" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 375 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117570338.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA