Lebensdaten
1821 bis 1913
Geburtsort
Bünzen Kanton Aargau
Sterbeort
Exaten bei Roermond (Niederlande)
Beruf/Funktion
Moralphilosoph ; Jesuit
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117569445 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Theodor
  • Meyer, Theodor A.
  • Meyer, Theodorus

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Meyer, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117569445.html [07.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Martin (1789–1865), vermutl. Landwirt, S d. Johann Kaspar Alois Martin Theodor (1764–1840) u. d. Rosa Hübscher (1763–1813);
    M Maria Barbara (1790–1877), T d. Anton Kuhn (1751–1837) u. d. Anna Barbara Meyer (1753–1830); 7 Geschw.

  • Leben

    M. trat 1841 in Brig in den Jesuitenorden ein. Im Sonderbundkrieg wurde er 1847 als Jesuit aus der Schweiz vertrieben und kam noch vor Abschluß seiner Studien über die Lombardei und Wien in das Kolleg von Sandec (Galizien). Auch von dort mußte er bald wegen revolutionärer Unruhen fliehen und ging nach Belgien. 1851 wurde er in Löwen zum Priester geweiht. Zunächst übernahm er 1852 in Paderborn einen Lehrauftrag für dogmatische Theologie vor den Studierenden seines Ordens. Seit 1856 lehrte er an Ordenskollegien Ethik und Naturrecht, zuerst in Bonn, dann seit 1861 in Aachen, seit 1863 in Maria Laach und nach der Vertreibung der Jesuiten aus Deutschland in Holland: seit 1873 in Blijenbeek, seit 1885 in Exaten. Auf das Entstehen der Zeitschrift „Stimmen aus Maria Laach“ hat er bestimmenden Einfluß ausgeübt und sie durch zahlreiche Beiträge unterstützt.

    M.s Bedeutung liegt in der systematischen Bearbeitung der in jener Zeit allmählich ins öffentliche Bewußtsein tretenden „sozialen Frage“ im Rahmen einer an der Scholastik (Thomas von Aquin in der Interpretation von Franz Suarez) orientierten Moralphilosophie. So machte er die „Arbeiterfrage“ zu einem zentralen Gesichtspunkt, unter dem er die Sozialprinzipien umfassend behandelte. Durch sein klares Grundsatzdenken wurde M. im kath. Lager Deutschlands zu einem anerkannten Lehrmeister in gesellschaftlichen Fragen und zum Vorläufer und Wegbereiter der kirchenamtlichen kath. Soziallehre. Seine Vorlesungen im Ordensseminar hielt er – entsprechend den Vorschriften der damaligen Zeit – auf Latein. Auch sein Hauptwerk ist in lat. Sprache verfaßt: „Institutiones iuris naturalis seu philosophiae moralis universae secundum principia S. Thomas Aquinatis“ (2 Bde., 1885/1900, 21906).

  • Werke

    Weitere W u. a. Grundsätze d. Sittlichkeit u. d. Rechts nach Maßgabe d. im Syllabus VII verzeichneten Irrtümer, 1868;
    Die christl.-eth. Sozialprinzipien u. d. Arbeiterfrage, 1891, verb. 61904 (zuerst in: Stimmen aus Maria Laach, 1871 u. 1872).

  • Literatur

    H. Pesch, in: Mitt. aus d. Dt. Ordensprovinz 6, 1912/14, S. 327 ff.;
    Schweizer Kirchenztg. 80, 1913, S. 69, 115-17;
    Stimmen aus Maria Laach 84,|1913, S. 245 f.;
    F. Skoda, Doctrina moralis catholica de poena mortis a C. Beccaria usque ad nostros dies, Romae, Univ. Lateranensis 1949, S. 95-103;
    BJ 18.

  • Autor/in

    Walter Kerber
  • Empfohlene Zitierweise

    Kerber, Walter, "Meyer, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 374 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117569445.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA