Lebensdaten
1858 bis 1929
Geburtsort
Hildburghausen
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Professor der Geographie in Leipzig ; Verleger ; Forschungsreisender ; Bergsteiger
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 119239353 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Hans
  • Meyer, H.
  • Meyer, Hans (Verleger)
  • mehr

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Zitierweise

Meyer, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119239353.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Herrmann Julius (s. 3);
    Gvv Joseph (s. 2);
    Groß-Ov Heinrich August Wilhelm (s. 1);
    B Herrmann (1871–1932), Forschungsreisender u. Verleger, unternahm 1895-97 e. Forschungsreise nach Zentralbrasilien, gründete im Bundesstaat Rio Grande do Sul d. dt. Kolonien Neu-Württemberg, Xingu u. Fortaleza, seit 1903 Teilh. d. Bibliogr. Inst., 1915 Vorstand d. Unternehmens (s. W; Rhdb.);
    Jena 1891 Elisabeth (* 1871), T d. Zoologen Ernst Haekkel (1834–1919, s. NDB VII);
    2 S (1 jung †), 4 T.

  • Leben

    M. besuchte die Landesschule Pforta und die Gymnasien in Hildburghausen und Halle/Saale. Er studierte in Leipzig, Berlin und Straßburg Geschichte und Staatswissenschaften; bei F. v. Richthofen und F. Ratzel hörte er Geographie und Völkerkunde. Nach der Promotion in Straßburg bei G. Schmoller über ein wirtschaftshistorisches Thema (1881) unternahm M. 1881/82 eine Weltreise, die ihn über Indien, den Sundaarchipel und die Philippinen nach Amerika führte. 1884 wurde er Teilhaber des Bibliographischen Instituts in Leipzig. 1886-87 erfolgte seine erste Afrikareise, auf der er über Kapstadt, Kimberley, Transvaal, Natal, Moçambique, Sansibar nach Ostafrika gelangte. Er versuchte den Kilimandscharo zu besteigen und gelangte bis zur Eisgrenze, wo er wegen mangelnder Ausrüstung zur Umkehr gezwungen wurde. Eine zweite Expedition zum Kilimandscharo 1888, zusammen mit Oscar Baumann, mußte er nach Durchquerung des Usambaragebirges wegen eines Araberaufstands vorzeitig abbrechen. 1889 erreichte er mit dem Alpinisten Ludwig Purtscheller die von ihm so benannte Kaiser-Wilhelm-Spitze (Kibokraterrand), mit 5895 m die höchste Erhebung Afrikas. Einer Fahrt zu den Kanarischen Inseln 1894 folgte 1898 eine vierte Reise zum Kilimandscharo, wo er spezielle Beobachtungen zur Frage der Eisverhältnisse an diesem Vulkanberg anstellte. Seine vulkanologischen Studien vertiefte M. 1903 auf einer Reise nach Ecuador, wo er die Vulkane Antisana, Chimborasso und Cotopaxi bestieg. 1911 bereiste er ein letztes Mal Ostafrika; er kam nach Ruanda, Urundi und zu den Vulkanen Karissimbi und Niragongo.

    Der finanziell unabhängige M. wurde auf seinen Reisen zum streng wissenschaftlich arbeitenden Geographen. Sein Studium der tropischen Vulkane und Gletscher führte ihn auch zur Erforschung der deutschen Kolonien. 1914 trat M. von der Leitung des Bibliographischen Instituts zurück. 1915 wurde ihm eine Professur für Kolonialgeographie|und Kolonialpolitik in Leipzig übertragen, die er bis 1928 innehatte. M.s immerwährendes Bestreben als Forscher und akademischer Lehrer war es, die deutsche Kolonialgeographie wissenschaftlich durch Länderkunden zu unterbauen.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c., Dr. rer. pol. h. c. (Gießen).

  • Werke

    Die Straßburger Goldschmiedezunft v. ihrem Entstehen bis 1681, Diss. Straßburg 1881;
    Eine Weltreise, 1885;
    Zum Schneedom d. Kilimandscharo, 1888;
    Ostafrikan. Gletscherfahrten, 1890, 21893;
    Die Insel Tenerife, 1896;
    Der Kilimandjaro, 1900;
    Die Eisenbahnen im trop. Afrika, 1902;
    Reisen im Hochland v. Ecuador, in: Zs. f. Erdkde. 1, 1904;
    Die Eiszeit in d. Tropen, in: Geogr. Zs. 11, 1904;
    In d. Hoch-Anden V. Ecuador, 1907;
    Reiseberr. aus Ruanda u. Urundi, in: Mitt. aus d. Dt. Schutzgebieten 24, 1911;
    Ergebnisse e. Reise durch d. Zwischenseengebiet Ostafrikas 1911, ebd., Erg.bd. VI, 1913;
    Gegenwart u. Zukunft d. Dt. Kolonien, in: Meereskde. 10, H. 11/12, 1916;
    Die Barundi, 1916;
    Das portugies. Kolonialreich, 1918;
    Hochtouren im trop. Afrika, in: W. Sievers (Hrsg.), Allg. Länderkde., 1923;
    Hochtouren im trop. Amerika, 1925;
    Morphol. d. Virungavulkane in Ruanda, Ostafrika, 1927. – Hrsg.: Das dt. Volkstum, 1898, 21903;
    Das Dt. Kolonialreich, T. 1: Dt.-Ostafrika, 1909. – W zu Herrmann: Pfeil u. Bogen in Zentralbrasilien, 1895;
    Tagebuch meiner Brasilienreise 1896,1897;
    Meine Reise nach d. dt. Kolonien in Rio Grande do Sul, 1899;
    Die Privatkolonien v. Dr. H. M. in Rio Grande do Sul, 1901.

  • Literatur

    F. Jaeger, in: Jb. f. d. dt. Kolonien VII, 1914, S. 2-8;
    J. Hohlfeld, Das Bibliogr. Inst., FS zu seiner Jh.feier, 1926 (P);
    Koloniale Stud., hrsg. v. K. H. Dietzel u. H. Rudolphi, M. z. 70. Geb.tag am 22.4.1928, 1928 (W-Verz., P);
    H. Schmitthenner, in: Geogr. Zs. 1930, H. 3, S. 129;
    K. H. Dietzel, in: Zs. f. Vulkanol. 13, 1930 (P);
    DBJ XI;
    Pogg. IV-VI.

  • Portraits

    Bronzerelief v. F. Pfeifer, 1928 (Leipzig, Geogr. Inst. d. Univ.).

  • Autor/in

    Adolf Hanle
  • Empfohlene Zitierweise

    Hanle, Adolf, "Meyer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 298-299 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119239353.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA